Anzeige


BVB-Frauen treffen als Neuling auf einen anderen Champions-League-Neuling

BVB-Handball-Frauen

Die Königsklasse ruft. Nach zwei Niederlagen und einem Sieg empfangen die BVB-Frauen am Sonntag den nächsten Gegner. Der ist ebenfalls ein Neuling in der Champions-League.

Dortmund

, 10.10.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
So freie Bahn wie gegen Metzingen wird BVB-Kreisläuferin Merel Freriks gegen Moskau wohl selten bekommen.

So freie Bahn wie gegen Metzingen wird BVB-Kreisläuferin Merel Freriks gegen Moskau wohl selten bekommen. © Stephan Schuetze

Kann die Borussia gegen die starken Russinnen Sieg Nummer zwei folgen lassen? „Wir spielen immer auf Sieg, wissen aber auch, dass wir Außenseiter sind gegen diese russische Topmannschaft. Moskau ist Gruppen-Dritter, wir Sechster“, sieht Dortmunds Coach André Fuhr die Ausgangslage realistisch. Anwurf ist Sonntag, 16 Uhr, in der Dortmunder Helmut Körnig-Halle an der Strobelallee.

In der Bundesliga läuft es rund für die Dortmunderinnen, das kann man nicht anders sagen. Nach dem vierten Sieg im vierten Spiel am Mittwochabend gegen den TuS Metzingen ist der BVB neben Bensheim/Auerbach die einzige noch verlustpunktfreie Mannschaft der Liga und rangiert auf Platz drei hinter dem neuen Spitzenreiter Thüringer HC und BBM Bietigheim. Natürlich sei er mit der Leistung gegen Metzingen nicht zufrieden gewesen, blickte Fuhr auf den Mittwochabend zurück.

Und zählte eine ganze Reihe von Missständen auf, die im zweiten Durchgang ziemlich offensichtlich waren: Man sei nicht in die Zweikämpfe gekommen, habe sich am Ende nur auf Kreisläuferin Merel Freriks verlassen, sei nicht mehr ins Tempospiel wie im ersten Durchgang gekommen, habe nicht genug Tiefe in den Positionen gehabt und sei nicht konsequent genug gewesen. „Diese Schwachpunkte gilt es im Training zu bearbeiten“, erklärte Fuhr.

Viel Zeit zwischen den Spielen bleibt dem Coach allerdings nichts, der Mittwoch-Sonntag-Rhythmus fordert seinen Tribut. Die Stammspielerinnen durften am Donnerstag regenerieren, der Rest des Kaders trainierte am Abend in kleinen Gruppen. Klar wurde aber auch: Als André Fuhr nach der Pause Leistungsträgerinnen wie Alina Grijseels oder Kelly Dulfer eine Pause gönnte, kam es zum Bruch im Dortmunder Spiel. In dieser Phase wurde eine Spielerin wie Delaila Amega (Kreuzbandriss) schmerzlich vermisst.

Trotz der Schwächephase nach der Pause reichte es aber noch zum Sieg gegen Metzingen – danke starker zehn Schlussminuten. Nicht aber gegen eine Spitzenmannschaft wie CSKA Moskau. Fuhr attestiert dem Team aus der russischen Hauptstadt individuelle Klasse und eine körperliche Robustheit: „Da kommt ein ganz anderes Kaliber auf uns zu, Moskau ist mit keiner Mannschaft in der Bundesliga zu vergleichen. Deshalb sind wir auch Außenseiter.“ Der Tabellendritte der Gruppe B in der Champions League hat Ambitionen auf den Sieg in der Königsklasse, verfügt über einen Etat von 5 bis 6 Millionen Euro und hat nach Aussage von Fuhr das Niveau der französischen Top-Mannschaft Brest. „Moskau ist wie wir Neuling in der Champions League, hat sich mit viel Geld verstärkt und will schon in diesem Jahr die jahrelange Dominanz von Rostow/Don brechen“, erklärt Andreas Bartels, der 2. Abteilungsleiter der BVB-Handballerinnen.

Die Rolle als Außenseiter kann aber auch Vorteile bieten. „Wir nehmen diese Rolle an und versuchen das Beste daraus zu machen. Das heißt. Wir müssen mutig spielen. Das haben wir gegen Brest nicht gemacht“, fordert Fuhr von seinen Spielerinnen. Der zudem einen Schwachpunkt bei den Russinnen ausgemacht hat: „Mit Tempospiel müssen wir ihnen wehtun, das mögen sie nicht.“

Keine Schwächeperiode

Klar ist aber auch. Gegen Moskau kann man sich keine Schwächeperiode wie gegen Metzingen erlauben. „Wir müssen unseren allerbesten Handball spielen, dann ist alles drin. Allerdings fehlt uns dafür Delaila Amega“, so Andreas Bartels. Realistisch betrachtet wird der BVB aber die Punkte, die er für Platz sechs für den Einzug ins Viertelfinale der Champions League benötigt, woanders holen müssen. Gegen ŽRK Podravka Vegeta aus Kroatien, gegen ŽRK Buducnost Podgorica aus Montenegro und CS Oltchim Valcea aus Rumänien. Und nicht gegen Moskau, Brest, Odense oder Györi.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt