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BVB-Frauen verlieren das erste Champions-League-Spiel der Vereinsgeschichte

BVB-Handball-Frauen

Gegen Odense Handbold gab es in Dänemark eine 27:32-Niederlage für die BVB-Handballerinnen. Dabei waren Trainer André Fuhr und seine Spielerinnen in der Halbzeit noch optimistisch.

Dortmund

, 12.09.2020, 18:29 Uhr / Lesedauer: 3 min
Kein Durchkommen: Alina Grijseels und die BVB-Frauen mussten sich in Dänemark gegen Odense geschlagen geben.

Kein Durchkommen: Alina Grijseels und die BVB-Frauen mussten sich in Dänemark gegen Odense geschlagen geben. © imago images/Ritzau Scanpix

Die Spielerinnen von Odense Handbold feierten nach der Partie, als ob sie gerade nicht das erste Gruppenspiel, sondern das Finale der Königsklasse gewonnen hätten. Mit 32:27 (13:13) setzten sich die Däninnen gegen die BVB-Handball-Frauen durch – also eine Niederlage im ersten Champions-League-Spiel der schwarzgelben Vereinsgeschichte. Dabei waren die Borussinnen am Samstagnachmittag nicht chancenlos.

BVB-Trainer André Fuhr entschied sich auch in der Sydbank Arena in Odense für die gleiche Aufstellung wie in den ersten beiden Bundesligaspielen – das brachte aber zu Beginn keine Sicherheit in das erste Königsklassen-Spiel der BVB-Frauen. Die erste Hälfte begann fahrig mit zwei Pfostenwürfen von Odense und einem Fehlpass von Kelly Dulfer auf der anderen Seite.

Die Schwarzgelben hatten zu Beginn kaum eine Chance, ihr Spiel über Gegenstöße oder die schnelle Mitte zu zeigen – Odense war einfach zu aufmerksam – und seinerseits zu schnell. Beide Teams schenkten sich nichts, keine Mannschaft ließ die andere wegziehen. Die Däninnen zeigten ihre Klasse nicht nur aus dem Rückraum, sondern auch im Eins-gegen-Eins und tanzten die Borussinnen das ein oder andere Mal aus – so gab es in der ersten Hälfte bereits vier Siebenmeter für Odense, die die Niederländerin Nycke Groot alle sicher verwandelte.

BVB-Frauen kämpfen sich zum Halbzeit-Ausgleich

In der 10. Minute tanzte dann aber auch Kelly Dulfer ihre Gegenspielerin aus und traf zur 5:4-Führung - das Spiel über den Kreis funktionierte durch die aufmerksame Deckung der Däninnen dagegen gar nicht, Merel Freriks war in Hälfte eins abgemeldet. André Fuhr nahm beim Stand von 10:12 aus Dortmunder Sicht eine Auszeit (22.), mahnte seine Spielerinnen, vorne nicht zu schnell abzuschließen. Nach dem Timeout schalteten aber zunächst die Gastgeberinnen einen Gang hoch, bei den Dortmunderinnen verwarfen sowohl Delaila Amega als auch Kelly Dulfer. So zog Odense nach einem schönen Spielzug über den Kreis auf 13:10 davon (26.). Die Schwarzgelben ließen aber nicht die Köpfe hängen, Isabell Roch hielt zwei Mal stark und Merel Freriks, Kelly Vollebregt und Delaila Amega sorgten für den 13:13-Ausgleich zur Halbzeit.

„In der Pause waren wir sehr optimistisch, haben uns auch mehr ausgerechnet“, erzählte André Fuhr nach dem Spiel - passend dazu sorgte Jennifer Gutiérrez nach dem Wiederanpfiff von Linksaußen für die 14:13-Führung. Der BVB spielte jetzt immer wieder eine offenere 5:1-Deckung mit Dulfer auf der Spitze. Aber durch viele Fehlwürfe vorne, unter anderem Alina Grijseels von der Siebenmeter-Linie, und eine zu passive Abwehr hinten setzte sich Odense nach 40 gespielten Minuten auf 19:16 ab und zwang André Fuhr zur Auszeit. „Hinten gewinnen wir gar keine Zweikämpfe mehr, ihr geht nicht auf die Gegenspielerin zu und wir laufen am Ball vorbei“, erklärte der BVB-Trainer in der Auszeit. „Vorne müssen wir uns mehr bewegen“, monierte Fuhr.

Odense zeigt seine Qualität gegen die Abwehr der Borussinnen

Die Borussinnen schafften es trotz aller Bemühungen aber nicht mehr, das Spiel zu drehen. Zwar überzeugte wie schon in den Spielen zuvor Jennifer Gutiérrez Bermejo von Linksaußen und vom Siebenmeterpunkt mit einer 100-Prozent-Quote und acht Toren, zum Schluss fehlte dem BVB aber auch ein bisschen die internationale Erfahrung – „und der Gegner hat natürlich auch seine Qualität gezeigt, sie haben sich unsere Abwehr immer wieder so hingestellt, wie sie sie brauchten“, so Fuhr.

Nach zwei starken Paraden von Isabell Roch schlossen die BVB-Frauen durch ein Tor von Kelly Vollebregt wieder zum 26:27 auf, Odense traf aber vorne vor allem durch Nycke Groot sicher. Auf BVB-Seite gab es in der Schlussphase zu viele technische Fehler – ein nicht gefangener Ball von Alina Grijseels, ein Schrittfehler durch Delaila Amega und ein Fehlpass von Kelly Dulfer sorgten dafür, dass Odense bis zum Schlusspfiff auf 32:27 davonzog – und den Sieg gebührend feiern konnte.

„Wir haben zu ängstlich gespielt, die Überzeugung hat gefehlt, obwohl wir nichts zu verlieren hatten“, zeigte sich André Fuhr nach dem Spiel enttäuscht, vor allem, weil der BVB-Trainer weiß, dass seine Spielerinnen einen viel stärkeren Handball spielen können. „Trotzdem war das heute ein historischer Moment für uns“, so der BVB-Trainer. Die Borussinnen können sich in der Königsklasse auf jeden Fall noch steigern – wenn die Fuhr-Sieben ihre ganze Qualität aufs Feld bringt, können auch Alina Grijseels und Co. bald so jubeln wie die Odense-Spielerinnen am Samstagnachmittag.

BVB: Roch, ten Holte; Dulfer (3), Smits (4), Grijseels (2), Monti Danielsson, van Zijl, Abdulla, Amega (1), Stockschläder, Gutiérrez Bermejo (8/2), Freriks (2), Vollebregt (6), Rode, Bleckmann
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