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BVB-Frauen: Vom zweifachen Königsklassen-Sieger zum Tabellenletzten der Liga

BVB-Handball-Frauen

Nach der Niederlage gegen Buducnost geht es für die BVB-Frauen in der Bundesliga gegen den Tabellenletzten aus Ketsch. Die Englischen Wochen gehen nicht spurlos an den BVB-Frauen vorbei.

Dortmund

, 20.10.2020, 18:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
Merel Freriks und die BVB-Frauen spielen heute in der Bundesliga gegen die Kurpfalz Bären – wie schon gegen Buducnost in der Champions League ohne Zuschauer.

Merel Freriks und die BVB-Frauen spielen heute in der Bundesliga gegen die Kurpfalz Bären – wie schon gegen Buducnost in der Champions League ohne Zuschauer. © Ludewig

Die besten Teams der Welt, verbissener Kampf um Punkte, Spannung bis zur letzten Minute. Noch am Sonntag stand für die BVB-Handballerinnen Champions League auf dem Programm. Königsklasse. Mehr geht einfach nicht. Gegner bei der 26:28-Niederlage in der Helmut-Körnig-Halle war der 31-fache nationale Meisterund zweifache Königsklassen-Sieger (2012, 2015) Buducnost Podgorica aus Montenegro.

Am Mittwoch (21. Oktober), nur etwa fünf Kilometer von der Strobelallee entfernt, ist die Situation eine ganz andere. Kelly Dulfer und ihre schwarzgelben Kolleginnen absolvieren in der Halle Wellinghofen ihr fünftes Bundesliga-Spiel. Bisher sind die Borussinnen als einziges Team in der Liga noch verlustpunktfrei und haben eine Tordifferenz von plus 64 Toren. Gegner am Mittwochabend um 19.30 sind die Kurpfalz Bären aus Ketsch. Tabellenletzter mit sechs Niederlagen aus sechs Spielen und einer Tordifferenz von minus 73.

BVB-Spielerin über Niederlage: „Wir waren zu hektisch“

„Spiele wie gegen Ketsch bergen natürlich die Gefahr, dass die Konzentration nicht zu 100 Prozent da ist“, warnt Andreas Bartels, stellvertretender Vorsitzender der BVB-Handballabteilung. Es sei schon ein anderes Gefühl, gibt BVB-Kreisläuferin Merel Freriks zu, vor einem Bundesligaspiel wie gegen Ketsch verglichen mit den Partien in der Königsklasse. „Aber wir müssen hellwach sein, jedes Bundesliga-Spiel ist wichtig, wir dürfen keins verlieren.“ Das betont auch Bartels: „Wir wurden in der vergangenen Saison irgendwo nicht für unsere Leistung belohnt, das wollen wir jetzt eben nachholen.“ Die Bundesliga sei das Tagesgeschäft der Borussia.

Trotzdem soll es für die Schwarzgelben auch in der Champions League nach der Gruppenphase weitergehen, auch wenn bisher nur zwei Punkte auf dem BVB-Konto stehen. „Wir machen es ja eigentlich gut“, sagt auch Merel Freriks, die gegen Buducnost zwei Treffer erzielte, „wir waren in den letzten beiden Spielen am Ende aber zu hektisch.“ Die Kreisläuferin glaubt trotz der vergebenen Punkte aber an das Weiterkommen in der Königsklasse. „Wir“, erklärt die Niederländerin, „müssen als Mannschaft den Kopf hochhalten, dann gehe ich davon aus, dass wir noch Punkte holen werden.“

Punkte sollen auch gegen Ketsch her, auch wenn das Spiel ein ganz anderes als gegen Buducnost werden wird. „Das ist schon ein großer Unterschied“, erklärt Freriks, „das ist einfach ein ganz anderes Niveau.“ In der Königsklasse sei das Abwehrspiel der Gegnerinnen viel stärker, die Einzelspielerinnen vorne schneller und kreativer.

BVB-Frauen merken die doppelte Belastung körperlich

So intensive Spiele kosten natürlich auch Kraft. Die Borussinnen spielen aktuell immer zwei Mal in der Woche, hatten nach der Niederlage gegen Buducnost wieder nur zwei Tage bis zum Spiel gegen die Kurpfalz Bären. Am Montag stand nur eine Krafteinheit auf dem Programm, Dienstag bat André Fuhr sein Team morgens zum Wurf-, abends zum Mannschaftstraining. Heute geht es mit der Bundesliga weiter, am Samstag wartet in Rumänien mit Ramnicu Valcea der nächste CL-Gegner – eine ganz andere Belastung als in der vergangenen Saison, in der der BVB nicht auf internationalem Parkett auflief.

"Wir waren am Ende zu hektisch": Merel Freriks und Kelly Dulfer (r.) im Spiel gegen Buducnost Podgorica.

"Wir waren am Ende zu hektisch": Merel Freriks und Kelly Dulfer (r.) im Spiel gegen Buducnost Podgorica. © Ludewig

„Das sind wir natürlich nicht gewohnt“, erklärt Freriks, die doppelte Belastung merke man schon körperlich. „Aber bis jetzt geht‘s noch“, sagt die 22-Jährige und lacht. Gegen die Kurpfalz Bären wird die Kreisläuferin, die in Fuhrs Start-Sieben gesetzt ist, wahrscheinlich das ein oder andere Mal die Möglichkeit bekommen, ihre Blessuren auszukurieren und für Clara Monti Danielsson Platz machen. Fuhr wird gegen den Tabellenletzten der Bundesliga auch Spielerinnen wie Johanna Stockschläder, Dana Bleckmann und Jennifer Rode längere Einsatzzeiten geben.

Die zwei Punkte sollten dadurch nicht gefährdet sein. „Egal wie, mit unserer Qualität müssen wir einfach gewinnen“, sagt auch Andreas Bartels. Spannung bis zur letzten Minute und verbissenen Kampf um Punkte gegen die besten Teams der Welt wird es wahrscheinlich wieder am Samstag geben – wenn die Schwarzgelben in der Königsklasse gefordert sind.

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