BVB-Handball Frauen

BVB-Frauen vor Champions-League-Partie: „Augen zu und durch“

Die arg dezimierten BVB-Frauen empfangen am Samstag (18 Uhr) in der Helmut-Körnig-Halle den Champions-League-Finalisten Brest Bretagne.
Amelie Berger präsentierte sich in der Bundesliga zuletzt in guter Form © Stephan Schütze

André Fuhr ist um seine Aufgabe gerade nicht zu beneiden. Der Trainer der BVB-Handballerinnen weiß ein Drittel seines Kaders im Krankenstand, kurzfristige Besserung nicht in Sicht. Und am Samstag (18.00 Uhr) stellt sich nun ausgerechnet Brest Bretagne Handball, der Champion-League-Finalist der Vorsaison, in der Körnighalle vor.

Ein Rezept für die Königsklasse, in die die Dortmunderinnen äußerst überzeugend mit einem Remis und einem Sieg gestartet sind, hat Fuhr auf jeden Fall: „Augen zu und durch. Wir müssen sehen, dass wir das Spiel heile überstehen“. Der Fokus seiner stark dezimierten Truppe liegt eindeutig auf der Bundesliga, und da grüßt der amtierende Deutsche Meister trotz des großen personellen Umbruchs und der schon unheimlichen Verletztenmisere dank mehrerer Kraftakte des verbliebenen Personals aktuell vom Platz an der Sonne.

BVB-Trainer Fuhr hat die nächste Verletzte zu beklagen

Allerdings zog sich in der Mittwochs-Partie gegen Buxtehude, die im Hurra-Stil 37:31 gewonnen wurde, Fatos Kücükyildiz wie befürchtet einen Außenbandriss am rechten Fuß zu und fällt mindestens drei bis vier Wochen aus. Damit schwinden für den Coach weitere taktische Alternativen. „Mit Fatos konnte ich gut eine 5:1-Abwehr spielen lassen, und Mia Zschocke (fällt noch zwei Wochen ebenfalls mit einem Bänderiss aus/die Red.) fehlt uns als Säule im 6:0-Verbund. Im Moment können wir kaum taktische Dinge trainieren“, berichtet Fuhr, der sich für die Übungseinheiten zuletzt Spielerinnen aus der „Zweiten“ auslieh.

Doch vor der Begegnung mit dem französischen Meister und Pokalsieger aus Brest, der laut Fuhr „eine besondere Qualität“ hat, war selbst das nicht möglich, da das Drittliga-Team der Schwarzgelben am Sonntag ebenfalls ein wichtiges Spiel hat. So ist die sogenannte Belastungssteuerung in der Termin-Hetze zwischen Bundesliga und Champions League gerade ein großes Thema für die letzten Gesunden im Minikader, der gerade noch über vier Rückraumspielerinnen verfügt. So lautete ein „Auftrag“ des Trainers an seine Spielerinnen nach der Buxtehude-Partie „Spazierengehen oder lockeres Joggen“. Dem schloss sich am Freitag leichtes Krafttraining und ein ausgiebiges Video-Studium des Gegners an. Da bekamen die Borussinnen einen Eindruck von der Dynamik und Durchsetzungsfähigkeit von Kalidiatou Niakate im linken Rückraum, vom Können der polnischen Nationalspielerin Monika Kobylinska, die Fuhr bereits in Metzingen trainiert hatte, oder vom Talent der jungen Dänin Helene Fauske, nach der die Borussia auch schon einmal die Fühler ausgestreckt hatte.

Bange machen gilt nicht, schließlich steht der BVB in der Champions-League-Tabelle derzeit vor Brest, die bereits ein Spiel verloren haben. André Fuhr tüftelt noch nach Mitteln, die sehr robuste 6:0-Abwehr der Französinnen zu überlisten. Die wichtigste Mission am Samstag aber lautet: gesund bleiben, sich in die Länderspielpause retten und in der Zeit die Wunden zu lecken, denn, so Fuhr: „So viele Ausfälle können wir auf Dauer nicht kompensieren“.