Borussia Dortmund

BVB-Handballerinnen gehen mit überraschender neuer Torfrau ins Derby gegen Bayer Leverkusen

Das immer brisante West-Derby im Frauenhandball steht an – BVB gegen Bayer Leverkusen. Mit dabei ist eine neue Torfrau, die für die verletzte Yara ten Holte einspringt.
André Fuhr kann gegen Leverkusen unverhofft auf eine neue Torhüterin zurückgreifen. © Ludewig

Die ganz großen Duelle zwischen Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen liegen nun schon einige Jahre zurück. Als der ewige Konkurrent aus dem Rheinland seine große Zeit hatte, zwölf Mal Deutscher Meister wurde, neunmal Pokalsieger.

Doch die Zeiten haben sich geändert. Während der BVB ungeschlagen auf Platz zwei in der Handball-Bundesliga rangiert, läuft es beim Rekordmeister absolut nicht. Nach der 22:27-Heimniederlage gegen Buxtehude ist Leverkusen auf Rang zehn abgerutscht.

BVB: André Fuhr erwartet einen harten Kampf

Davor gab‘s Niederlagen gegen Aufsteiger Zwickau und das frühe Pokal-Aus gegen den Zweitligisten Waiblingen. Am Mittwoch um 19.30 Uhr steht in der Halle Wellinghofen die 23. Partie in der langen Geschichte an. „Egal, wie Bayer bislang gespielt hat. Ich erwarte dennoch einen echten Fight, den wir gewinnen müssen und wollen“, erklärte Borussen-Coach André Fuhr.

Wobei die angespannte Personalsituation noch weiter verschärft wird, da Torfrau Yara ten Holte verletzt ausfällt. Die 21-Jährige knickte beim Aufwärmen vor dem Champions League-Spiel am Samstag in Rostov-Don um und zog sich eine Bänderverletzung zu.

Die Diagnose nach einem MRT stand noch nicht. Sicher ist nur, dass Yara ten Holte nicht zum Einsatz kommen und auch nicht auf der Bank sitzen wird. Stattdessen nimmt dort Clara Woltering Platz, die Torwarttrainerin.

Clara Woltering kehrt in das BVB-Tor zurück.
Clara Woltering kehrt in das BVB-Tor zurück. © Peter Ludewig © Peter Ludewig

„Wir wollen einfach kein Risiko eingehen. Deshalb bin ich froh, dass sich Clara zur Verfügung stellt. Ich habe volles Vertrauen zu ihr und auch keine Angst, wenn sie ins Tor muss“, erklärte Fuhr.

BVB: Clara Woltering spielte elf Jahre im Rheinland

Ausgerechnet gegen Leverkusen, möchte man hinzufügen, könnte Clara Woltering zum Einsatz kommen. Elf Jahre spielte die heute 38-Jährige im Rheinland, zwischendurch in der Saison 2003/2004 für ein Jahr beim BVB, später dann für Budućnost Podgorica in Montenegro, wo sie zweimal Champions League-Siegerin wurde.

Auf die Frage, ob sie fit sei, muss Clara Woltering etwas schmunzeln: „Es wird schon seinen Grund haben, warum die aktuellen Spielerinnen jeden Tag trainieren, oft auch zweimal täglich. Ich bin die Torwart-Trainerin und nur als Backup für Madita Kohorst dabei. Das soll man einfach nicht überbewerten.“

Klar ist aber auch, dass die 222-fache deutsche Nationalspielerin hofft, dass sich Madita Kohorst nicht verletzt und sie gegen ihren ehemaligen Klub ins Tor muss. „Ich setzte mich auf die Bank und hoffe, dass nichts passiert“, so Woltering.

Emotional sei sie absolut gefasst. „Natürlich gibt es da noch die ein oder andere Person aus dem Betreuer-Stab, die ich aus meiner aktiven Zeit kenne, zum Beispiel Anne Krüger, die Co-Trainerin, oder Geschäftsführerin Renate Wolf. Das Kapitel Leverkusen ist für mich längst abgeschlossen“, versichert Woltering, die in Coesfeld einen landwirtschaftlichen Betrieb unter anderem mit 250 Bullen führt.