Borussia Dortmund

BVB-Handballerinnen kassieren deutliche Niederlage in Russland

Die Handballerinnen von Borussia Dortmund haben am Samstag eine deutliche Niederlage einstecken müssen. Beim HC Rostov-Don gab es eine 27:37-Klatsche.
Alina Grijseels und die BVB-Handballerinnen haben in Russland deutlich verloren. © Folty

Der HC Rostov-Don, Tabellenführer der Gruppe A der Champions League, war dann doch eine Nummer zu groß für die Handballerinnen von Borussia Dortmund. Die Russinnen setzten sich erwartungsgemäß klar mit 37:27 (17:11) gegen die Dortmunderinnen durch und unterstrichen dabei ihre Favoritenrolle. Der weiter stark ersatzgeschwächte BVB musste dagegen seine zweite Niederlage in der Königsklasse einstecken.

Die Verhältnisse waren relativ schnell geklärt. Als Laura van der Heijden in der elften Minute ihren Treffer zum 4:7 setzte, keimte so etwas wie Hoffnung auf. Auf ein ausgeglichenes Spiel, vielleicht auf einen Zähler, auf die sogenannte Sensation. Doch die trat nicht ein. Denn Rostov zeigte, warum es ein Top-Team auf Europas Bühne ist.

BVB: HC Rostov-Don hat andere Ziele

Wie hatte Borussen-Coach André Fuhr vor dem Abflug am Samstagmorgen noch gesagt: „Die Russinnen befinden sich in einer anderen Klasse als wir, die haben als Ziel das Final4“, so Fuhr über den Tabellenersten der Gruppe A. „Das ist eine Top-Mannschaft mit anderen Ambitionen in der Champions League.“

Was die Russinnen dann auch eindrucksvoll unterstrichen. Geschlagene sieben Minuten lang blieben die Dortmunderinnen nach dem Treffer von Laura van der Heijden erfolglos, das Tor von Rostov-Don schien wie vernagelt.

Hintereinander scheiterten Zschocke, zweimal Freriks und Sando am starken, großgewachsenen russischen Block, ehe die Norwegerin Frida Rønning endlich das fünfte Tor für den BVB erzielte. Da waren 18 Minuten gespielte und es stand bereits 11:5 für die Gastgeberinnen. Zwar erholte sich der BVB von diesem Zwischentief, doch eine entscheidende Ergebnisverbesserung war nicht drin. Mit 17:11 ging es in die Kabine.

Während Rostov-Don sich in der Offensive auf seine Linksaußen Polina Kuznetsova (fünf Tore) und auf die Rückraum-Mitte-Spielerin Französin Grace Zaadi Deuna (vier Tore) verlassen konnte, dazu in der Abwehr auf Eduarda Amorim und die 1,86 Meter große Anna Sen bauten und mit einer Effektivität von über fast 70 Prozent glänzte, kam der BVB gerade einmal auf eine Effizienz von gut 50 Prozent.

BVB: Alina Grijseels hat einen schweren Stand

Laura van der Heijden war bis zur Halbzeit viermal erfolgreich, Kapitänin Alina Grijseels hatte einen schweren Stand gegen die starke russische Abwehr und blieb im ersten Durchgang ohne Torerfolg.

Nach der Pause machte sich die hohe Beanspruchung in den vergangenen Wochen und die immer noch lange Verletztenliste dann endgültig negativ bemerkbar. Rostov-Don baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. In der 40. Minute erhöhte Rechtsaußen Managarova auf 23:13, zehn Minuten später stand es 30:20. Die aufopfernd kämpfende Mia Zschocke hatte ihren fünften Treffer erzielt.

In den letzten zehn Minuten ging es eigentlich nur noch darum, die Niederlage in Grenzen zu halten. Als die im zweiten Durchgang stärker agierende Alina Grijseels (alle ihre fünf Tore nach der Pause) in der letzten Spielminute zunächst per Siebenmeter zum 26:36 und 15 Sekunden vor Schluss zum 27:36 traf, war der Rückstand des BVB zumindest wieder einstellig, ehe Anna Sen mit dem Abpfiff zum 37:27 verwandelte.

„Am Ende muss man anerkennen, dass der Gegner auch in dieser Höhe besser war. Wir haben viele lobende Worte vom gegnerischen Trainer bekommen. Ich merke daran, dass wir uns auch in der Champions League viel Respekt erworben haben. Man muss konstatieren, dass wir zu eng besetzt sind, hatten nur vier Rückraumspielerinnen für drei Positionen, nachdem auch noch Fatos Kücükyildiz mit Magenproblemen ausgefallen ist. Wir sind nicht ganz zufrieden, weder mit der Leistung noch mit dem Ergebnis, müssen aber anerkennen, dass in Rostov nichts zu holen war“, sagte BVB-Trainer André Fuhr.

BVB: Kohorst, ten Holte; Zschocke (6), Van der Heijden (4), Freriks (1), Berger (2), Grijseels (5/1), Sando (3), Moreno (2), Abdulla, Gutierrez Bermejo, Rønning (4).