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BVB-Handballerinnen schlagen Favorit Thüringer HC - Siegtreffer Sekunden vor dem Ende

Handball-Bundesliga

Eine Viertelstunde vor dem Ende lagen die BVB-Handballerinnen beim Favoriten Thüringer HC mit vier Toren zurück. Es folgte eine Aufholjagd, von der sie in Dortmund noch ein paar Tage reden werden.

Dortmund

, 22.09.2019, 17:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Handballerinnen schlagen Favorit Thüringer HC - Siegtreffer Sekunden vor dem Ende

Bogna Sobiech war mal wieder spielentscheidend. © BV. Borussia 09 e.V. Dortmund

Bogna Sobiechs Saisonstart als gelungen zu beschreiben wäre die Untertreibung des Jahres. Zwölf Tore im ersten Spiel, neun im zweiten und auch, wenn es im dritten am Ende „nur“ sieben waren, kann man durchaus davon sprechen, dass die im Sommer von der HSG Bensheim/Auerbach nach Dortmund gewechselte 29-Jährige voll eingeschlagen ist beim BVB. Denn auch beim 26:25 (12:12) war sie die spielentscheidende Akteurin.

Auftritt Bogna Sobiech

Es liefen die letzten Sekunden in der Auswärtspartie in der Erfurter Riethsporthalle, die 1095 Zuschaue0r schrien ihre Mannschaft nach vorne, ein 25:25-Unentschieden im Heimspiel gegen den BVB war nicht das, was sie sich vorgestellt hatten. Doch dann ein Fehlpass der Gastgeberinnen und Auftritt Bogna Sobiech.

Draußen an der Bank stand ihr Trainer André Fuhr. Der Coach hatte vorher davon gesprochen, dass die Thüringer in der Liga zusammen mit Bietigheim wohl vorneweg marschieren würden, sein Team wolle sich dahinter einsortieren und am Ende in den Europapokal einziehen. Auch deshalb war Fuhr mit dem Remis mehr als zufrieden: „Ich war eigentlich dafür, den Punkt zu retten“, sagte Fuhr hinterher.

Ein mutiger Konter

Bogna Sobiech allerdings hörte ihren Coach im Aufstöhnen der Zuschauer ob der Enttäuschung über den Fehlpass nicht. Die Außenspielerin zog im Vollsprint von links außen zum Tor und versenkte den Ball zum 26:25 für den BVB: „Es war ein mutiger Konter, der uns einen glücklichen Sieg einbrachte“, sagte Fuhr hinterher.

Glücklich vor allem deshalb, weil sein Team nach 45 Minuten abwechslungsreichem Topspiel, in dem der BVB „über die gesamte Spielzeit sehr sehr gut verteidigte“ (Fuhr) und es keinem Team gelang, mehr als zwei Tore Vorsprung herauszuarbeiten, im Angriffsspiel plötzlich die Substanz vermissen ließ. „Wir haben keine einfachen Tore mehr aus dem Rückraum erzielt“, rekapitulierte Fuhr. Die Folge: Der THC lag plötzlich mit 22:18 vorne.

Wieder voll auf Augenhöhe

Doch wer nun dachte, die Schwarzgelben würden sich ihrem Schicksal wehrlos ergeben, der hatte die Rechnung nicht mit Fuhr und seinem Team gemacht. Die Umstellung auf eine 5:1-Abwehr wirkte mit etwas Verzögerung spielentscheidend. Vier Minuten und 19 Sekunden vor dem Ende erzielten die Thüringer mit dem 25:23 ihren letzten Treffer. „In dieser Phase waren wir wieder voll auf Augenhöhe“, sagte Fuhr.

Kelly Dulfer, Sobiech per Siebenmeter und nochmal Sobiech nach besagtem mutigem Konter drehten die Partie zum Entsetzen der ganzen Halle mit Ausnahme der Dortmunder Bank. „Dortmund hat nie aufgegeben, auf die Chance gelauert und es am Ende mit ihrem Konterspiel entschieden“, lobte THC-Coach Herbert Müller die Gäste und fügte an: „Ich denke, ihr werdet bis zum Ende oben dabei bleiben.“

Perfekter Saisonstart

Da würden Fuhr, Sobiech und Co. sicher nicht Nein sagen, erst einmal steht aber die Länderspielpause an: „Wir gehen mit einem tollen Gefühl in die internationale Woche, das ist goldwert“, sagte Fuhr, der zum Abschluss noch einmal darauf hinwies, „dass wir uns mit unserer neuen Mannschaft in einem Prozess befinden, der noch andauert.“ Der Rest der Liga wird das mit Blick auf den perfekten Saisonstart (drei Spiele, drei Siege) mit Ehrfurcht zur Kenntnis nehmen.

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Der BVB hingegen machte sich auf den Rückweg nach Thüringen. Ob sein Team nun eine Party im Bus starten würde oder seine müden Spielerinnen eher eine ruhige Rückfahrt einplanten - auch weil sie am Montagfrüh zu ihren Nationalteams abreisen, wusste der Coach noch nicht: „So viele Rückfahrten habe ich ja noch nicht mitgemacht“, sagte Fuhr und schob mit Blick auf die vielen Niederländerinnen im Kader schmunzelnd hinterher: „Das eine oder andere holländische Volkslied werden wir sicher zu hören bekommen.“

BVB: Roch (1), Duijndam, ten Holte - Grijseels (1), Weisheitel, Müller-Korn (1), Kockel, Smits (5), Stockschläder, Freriks (2), Dulfer (4), Fujita, Vollebregt (4), Bleckmann, Zych (1), Sobiech (7/3)

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