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BVB-Handballerinnen verlieren Vier-Punkte-Spiel in der Champions League

BVB-Handball-Frauen

Die BVB-Frauen geben in der Champions League erneut eine Führung aus der Hand. Gegen den direkten Konkurrenten Buducnost Podgorica setzte es zuhause eine 28:26-Niederlage.

Dortmund

, 18.10.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wieder keine Punkte: BVB-Handballerin Kelly Vollebregt nach der Niederlage gegen Buducnost Podgorica.

Wieder keine Punkte: BVB-Handballerin Kelly Vollebregt nach der Niederlage gegen Buducnost Podgorica. © Ludewig

Deja-vu in der Helmut-Körnig-Halle: Kelly Vollebregt lehnt am Sonntagnachmittag nach dem Abpfiff mit hängendem Kopf am Pfosten. Ihren schwarzgelben Kolleginnen geht es nicht anders. Die BVB-Handball-Frauen haben ihr Champions-League-Spiel gegen ZRK Buducnost Podgorica 26:28 (15:13) verloren. Dabei hatten die Borussinnen in der zweiten Hälfte bereits mit fünf Toren geführt. Doch genau wie bei der 28:29-Niederlage gegen CSKA Moskau in der Woche zuvor verloren die Schützlinge von André Fuhr 15 Minuten vor Abpfiff den Faden - und am Ende das Spiel.

„Das dürfen wir zuhause einfach nicht verlieren“, ärgerte sich Andreas Bartels, stellvertretender Abteilungsvorstand. Doppelt ärgerlich: Der Gast aus Montenegro ist direkter Konkurrent im Rennen um Tabellenplatz sechs, dem Rang, der das Weiterkommen in der Königsklasse bedeutet. Nach der Niederlage im „Vier-Punkte-Spiel“ haben die Borussinnen immer noch zwei Zähler auf dem Konto, stehen jetzt auf Platz sieben.

Das hätte nicht sein müssen, denn die erste Halbzeit lief ordentlich für die Dortmunderinnen. Vor leeren Zuschauerrängen sorgte Rechtsaußen Kelly Vollebregt nach elf Minuten mit dem Treffer zum 6:5 für die erste schwarzgelbe Führung. Durch das gewohnte Tempospiel blieben die Borussinnen bis zur Halbzeit in Führung, gingen mit 15:13 in die Pause.

BVB-Frauen schließen gegen Buducnost zu schnell ab

Nach dem Wiederanpfiff lief es sogar noch besser: Nach 40 gespielten Minuten traf BVB-Kapitänin Alina Grijseels per Tempogegenstoß zum 22:17, die Welt ist aus schwarzgelber Sicht zu diesem Zeitpunkt in Ordnung. In der Folge kämpfte sich der Gast aus Monenegro aber immer weiter heran, die Borussinnen schlossen vorne viel zu überhastet ab. Egal ob Inger Smits, Tina Abdulla oder Kreisläuferin Merel Freriks, immer wieder verwarfen die Borussinnen vor dem Tor oder verspielten ihre Angriffe mit leichten Fehlpässen.

Auch die sechs Tore von Alina Grijseels änderten nichts an der Niederlage der BVB-Frauen.

Auch die sechs Tore von Alina Grijseels änderten nichts an der Niederlage der BVB-Frauen. © Ludewig

Auf der anderen Seite verhielten sich die Gäste aus Montenegro genau richtig: Buducnost, das am Sonntag eigentlich eher langsam gespielt hatte, drehte plötzlich auf und machte sogar das erste Tor per Gegenstoß zum 25:25-Ausgleich (52.). Als Smits dann vorne einen Wurf aus dem Rückraum neben das Tor setzte, traf Budocnost im Gegenzug zur 26:25-Führung.

BVB-Trainer André Fuhr: „Haben viel zu früh aufgegeben“

„Wir haben viel zu früh aufgegeben“, resümierte André Fuhr nach dem Abpfiff, „dass ein Handballspiel kippt, kann immer passieren, aber bei uns passiert das zu schnell.“ Als Buducnost vier Minuten vor dem Ende 27:25 in Führung ging, nahmen die Gäste aus der montenegrinischen Hauptstadt um die starke Halblinke Marie Pineau das Tempo sofort wieder raus und brachten die Zwei-Tore-Führung über die Ziellinie. „Wir sind der Routine des Gegners erlegen“, gab Fuhr zu, der aber noch ein anderes, grundsätzliches Problem sah. „Die Diskrepanz zwischen unserer Bank und den Spielerinnen auf dem Feld ist einfach zu groß, wir haben das ein oder andere versucht, aber das hat im Rückraum wenig Wirkung“, so der BVB-Trainer.

Fuhr startete gegen Buducnost mit seiner ersten sechs, setzte im Rückraum wie gewohnt auf Kelly Dulfer, Inger Smits und Alina Grijseels. Tessa van Zijl, Jennifer Rode und Dana Bleckmann kamen auch zu kurzen Einsätzen, konnten ihre Mitspielerinnen aber nicht wirklich entlasten.

Delaila Amega fehlte mit ihrem Kreuzbandriss mehr denn je, die Niederländerin verfolgte das Spiel von der Tribüne aus. Eine Spielerin dieses Kalibers hätte dem Spiel des BVB sicher gut getan - und die hängenden Köpfe wären am Sonntag vielleicht ausgeblieben.

BVB: Roch, ten Holte; Dulfer (5), Grijseels (6/1), Smits (3), Vollebregt (6), Freriks (2), Bermejo (2/1), Danielsson (2), Abdulla, Stockschläder, van Zijl, Rode, Bleckmann
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