Anzeige


BVB-Handballfrauen feiern den nächsten Festtag im EHF-Pokal

BVB-Handballfrauen

Am Sonntag ist wieder „Feiertag“, im EHF-Pokal empfangen die Handballerinnen des BVB den Titelverteidiger Craiova. Auf der Platte stehen wird auch Leonie Kockel.

Dortmund

, 10.11.2018, 13:01 Uhr / Lesedauer: 3 min
Trotz ihrer erst 18 Jahre ist Leonie Kockel bereits ein wichtiger Bestandteil der Bundesliga-Mannschaft des BVB.

Trotz ihrer erst 18 Jahre ist Leonie Kockel bereits ein wichtiger Bestandteil der Bundesliga-Mannschaft des BVB.

Viel Zeit blieb nicht, den Schock vom Mittwochabend zu verarbeiten. Die schwere Verletzung von Linda Mack (Kreuzbandriss) aus dem Spiel gegen Buxtehude sei natürlich ein harter Schlag „für Linda wie auch für das gesamte Team“ gewesen, sagt BVB-Coach Gino Smits am Freitag. „Aber wir müssen jetzt sofort wieder nach vorne schauen.“ Denn schon am Sonntag empfängt der Handball-Bundesligist im Hinspiel der dritten Runde des EHF-Pokals den Titelverteidiger SCM Craiova aus Rumänien in der Westpress Arena (13.30 Uhr, Ostwennemarstraße 100, 59071 Hamm).

Kockel übernimmt für Mack

Es gehört offensichtlich nicht zu den Wesenszügen des niederländischen Trainers, sich allzu lange an schlechten Nachrichten abzuarbeiten. Mack sei für den BVB eine „sehr wichtige Spielerin“, betont Smits, der noch am Donnerstag ein langes Gespräch mit der 26-Jährigen geführt hat. „Am schlimmsten ist es natürlich für sie. Bei uns in der Niederlanden sagt man allerdings auch: Des einen Tod ist des anderen Brot.“ Heißt in diesem Fall: Leonie Kockel, einzig verbliebene Linkshänderin im rechten Rückraum, wird in den kommenden Wochen wohl die Spielanteile Macks erhalten.

„Leonie befindet sich technisch und taktisch auf einem für ihr Alter sehr guten Niveau“, sagt Smits. Was ihr noch fehle, sei das Vertrauen in die eigene Stärke, „um selbst mehr den Abschluss zu suchen“. Kockel selbst sieht das ganz ähnlich. Sie müsse vor allem an ihrer Torgefährlichkeit aus dem Rückraum arbeiten, meint die 18-Jährige. „Ich muss die Dinge, die im Training schon gut klappen, auch im Spiel auf die Platte bringen. Aber ich bin überzeugt davon, dass es mit zunehmender Spielpraxis besser funktionieren wird.“

Eine echte Alternative

Spielpraxis dürfte Kockel nun bekanntlich ausreichend erhalten. Und dass sie trotz ihres noch jungen Alters längst als echte Alternative im Kader der Schwarzgelben gilt, haben die vergangenen Wochen gezeigt - auch wenn die Studentin der Physiotherapie betont, „dass das Niveau in der Bundesliga noch einmal ein ganz anderes ist, als ich es bisher gewohnt war“.

Kockel hat sich schnell freigeschwommen in der neuen Umgebung und nach ihrem Muskelfaseriss zum Saisonbeginn schnell wieder ins Team gefunden. Druck verspüre sie keinen. Vielmehr wolle sie sich der Aufgabe stellen, künftig noch etwas mehr Verantwortung zu übernehmen. „So bin ich eben vom Typ her, aber natürlich muss ich erstmal in diese Rolle reinwachsen und mich entwickeln“, sagt Kockel.

Hoffnung auf Unterstützung

„Sie hat das bislang sehr gut gemacht“, sagt auch Andreas Bartels, stellvertretender Abteilungsvorstand des BVB. „Mit jeder Minute, die sie spielt, wird sie an Selbstvertrauen gewinnen.“ Und Spiele wie jetzt gegen Craiova im Europapokal werden ihr dabei helfen. Bartels hat daher ein gutes Gefühl. Nicht allein, was das Thema Kockel betrifft. Auch der Partie in Hamm blickt er trotz des „harten Loses“ positiv entgegen. „Der Sonntag ist ein Feiertag für uns“, sagt Bartels und hofft gegen den Titelverteidiger aus Rumänien auf eine ähnliche Unterstützung wie schon eine Runde zuvor gegen Zalau. 1350 Zuschauer trieben die Schwarzgelben damals zum 24:20-Erfolg. „Die Stimmung war überragend und hat noch einmal Extra-Kräfte freigesetzt“, sagt Smits. „Eine Wiederholung am Sonntag wäre überragend und würde uns sehr helfen.“

Die Fans alleine werden freilich nicht ausreichen, um dem Sechsten der rumänischen Liga ein gutes Ergebnis abzuringen. „Das wird ein hartes Stück Arbeit“, glaubt Smits, der noch um den Einsatz von Linksaußen Johanna Stockschläder (Fußverletzung) bangt. Der Niederländer beschreibt Craiova als „spielerisch starke und dynamische Mannschaft, mit individuell gut ausgebildeten Spielerinnen“.

Sieg ist das Ziel

Ungewohnt für den BVB dürfte das Deckungsverhalten der Rumäninnen werden. Die Abwehr orientiert sich zwar an einer klassischen 6:0-Deckung, allerdings verteidigen die Spielerinnen dabei jeweils ihnen zugewiesene Zonen, um Eins-gegen-Eins-Situationen zu schaffen. „Das müssen wir mit unserer Schnelligkeit ausnutzen“, sagt Smits, und dann sei auch ein gutes Ergebnis möglich. „Craiova ist äußerst heimstark, da müssen wir schon das ein oder andere Tor vorlegen.“ Leonie Kockel erwartet ein „umkämpftes Spiel. Aber wir wollen mit einem Sieg aus der Halle gehen und einem guten Gefühl nach Craiova fliegen.“

Ab 13.15 Uhr berichten wir auf unserer Internetseite im Liveticker von der EHF-Pokal-Partie des BVB gegen SCM Craiova.
Lesen Sie jetzt