Anzeige



BVB setzt nicht nur gegen Leipzig ein Zeichen

Barna bleibt bis 2019

Sie haben schon einige Nackenschläge einstecken müssen in dieser schwierigen Saison, am Mittwochabend aber stemmten sich Borussia Dortmunds Handballfrauen im Spiel gegen den HC Leipzig gegen die drohende Niederlage. Am Donnerstag stellte der Klub dann die Weichen für die Zukunft. Trainerin Ildiko Barna verlängert ihren Vertrag bis 2019.

DORTMUND

, 10.11.2016 / Lesedauer: 3 min
BVB setzt nicht nur gegen Leipzig ein Zeichen

Bilder der Handball-Partie zwischen Borussia Dortmund und HC Leipzig.

„Es ist eine logische Konsequenz, dass wir ihren Vertrag schon jetzt verlängern. Ildiko Barna macht das Paket Borussia Dortmund Handballabteilung perfekt“, erklärte der Abteilungsvorsitzende Andreas Heiermann. „Wir wollten frühzeitig ein Zeichen der Kontinuität setzen.“

Barnas Arbeit trägt Früchte

Barna habe in den bisherigen drei Jahren ihres Wirkens viel bewegt, so Heiermann weiter. Nach dem Aufstieg habe die erfahrene Trainerin den BVB in der Bundesliga etabliert, zudem funktioniere die Verzahnung der einzelnen Mannschaften immer besser. „Unsere zweite Mannschaft spielt in der 3. Liga eine gute Rolle, wir haben einige Nachwuchsspielerinnen in den DHB-Kadern. Unser Nachwuchskonzept trägt Früchte.“ Barna zeigte sich dankbar für den Vertrauensbeweis. „Mir macht die Arbeit sehr viel Spaß, ich führe sie sehr gerne fort.“ Sie freue sich darauf, „bald dann auch die Früchte der Veränderungen zu ernten, die wir gemeinsam angestoßen haben.“

Jetzt lesen

Schon am Vorabend erlebte Barna 60 hoch emotionale Minuten im Spiel gegen Leipzig. Das 22:22 war eine große Überraschung, sorgte für riesigen Jubel in der Halle und große Genugtuung in der Mannschaft.„Wir haben Charakter gezeigt“, meinte sie mit kaum zu überhörendem Stolz und großer Erleichterung.

Ungewöhnlicher Gefühlsausbruch

Wie sehr dieses Spiel auch an ihren Nerven gezehrt hatte, darauf deutete ein für Barna untypischer Gefühlsausbruch nach der Schluss-Sirene hin: Nadja Zimmermann, die in der letzten Spielminute ihr Herz in die Hand genommen und mit einem verdeckten Wurf aus dem Rückraum für den Ausgleich gesorgt hatte, bekam spontan ein Küsschen auf die Stirn. Mehr Lob geht kaum.

Jetzt lesen

„Nadja hat das umgesetzt, was wir brauchten, als Leipzig davonzuziehen drohte“, freute sich Barna gestern. „Dass sie wieder da ist nach ihrer Verletzung, macht vieles leichter für mich, auch für Karina Traumüller, die die Verantwortung nicht mehr für 60 Minuten übernehmen muss.“

"Es geht nur über das Team"

Wenn die Partie auch bewies, dass dieser BVB gegen alle Mannschaften der Liga mithalten kann, wenn alle an ihrem Limit spielen, so dient sie der Trainerin auch als Beleg, was notwendig ist, um erfolgreich zu sein. Eine Solo-Künstlerin mit hoher individueller Qualität, wie sie bei Leipzig eine Saskia Lang oder eine Anne Hubinger repräsentieren, die hat der BVB nicht. „Wir brauchen Disziplin, wir müssen uns jedes Tor erarbeiten“, sagt Barna, „es geht nur über das Team, über Moral und Geschlossenheit.“

Bevor die EM-Pause Gelegenheit bietet, weiter an der Feinabstimmung zu arbeiten, wollen die BVB-Frauen das untere Drittel der Tabelle mit einem Sieg in acht Tagen in Neckarsulm hinter sich lassen. Keine einfache Aufgabe, sagt die Trainerin, „sie haben nicht umsonst Leipzig geschlagen“. Der Punktgewinn am Mittwoch aber sorgt für neues Selbstvertrauen. „Für ein paar Tage“, sagt Barna, „dürfen wir uns jetzt einfach auch mal freuen.“ 

Chemicz trainiert die Torfrauen
Für den aus Studiengründen ausgeschiedenen Torwarttrainer Michael Nutzenberger hat der BVB einen Ersatz gefunden. Zunächst einmal bis zum Saisonende kümmert sich Magdalena Chemicz um die BVB-Torfrauen. Chemicz stand von 2010 bis 2012 beim BVB im Tor. Carolin Schmele will nach ihrer Schambein-Entzündung in der kommenden Woche wieder ins Training einsteigen. Regisseurin Alina Grijseels wird dem BVB nach ihrem komplizierten Armbruch hingegen noch bis Ende Januar fehlen.

Lesen Sie jetzt