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BVB sieht Niederlage gegen Thüringen als Mutmacher

Gute Leistung gegen den THC

Bis zur letzten Minute haben sie dem Tabellenführer Thüringen alles abverlangt. Doch am Ende mussten sich die Bundesliga-Handballerinnen des BVB knapp geschlagen geben. Die Enttäuschung hielt indes nicht lange an. Vielmehr weckt die Leistung Hoffnungen auf das kommende Spiel gegen Bietigheim.

Dortmund

, 22.01.2018, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Spielerinnen von Borussia Dortmund, hier Anne Müller, warfen alles in die Waagschale. Am Ende aber sollte es nicht reichen: Beim Tabellenführer Thüringen unterlagen die Schwarzgelben mit 24:28.

Die Spielerinnen von Borussia Dortmund, hier Anne Müller, warfen alles in die Waagschale. Am Ende aber sollte es nicht reichen: Beim Tabellenführer Thüringen unterlagen die Schwarzgelben mit 24:28. © BV. Borussia 09 e.V. Dortmund

In Dortmund wussten sie auch am Sonntag noch nicht so wirklich, ob sie die knappe 24:28 (13:15)-Niederlage beim Thüringer HC nun als Enttäuschung werten sollten oder doch als Mutmacher für die kommenden Spiele.

„Viele positive Dinge gesehen“

„Direkt nach dem Spiel“, sagte BVB-Trainerin Ildiko Barna mit einem Tag Abstand, „ist man natürlich niedergeschlagen, weil einfach mehr drin war für uns.“ Auf der anderen Seite habe sie aber auch „viele positive Dinge gesehen, die uns optimistisch in die Zukunft blicken lassen können“.

Was Barna meinte: die trotz 28 Gegentreffern durchaus überzeugende Abwehr, das schnelle Umschalten bei gegnerischen Tempogegenstößen und mehr Torgefahr aus dem Rückraum - Nadja Mansson (8) und Alina Grijseels (6) erzielten gemeinsam 14 der insgesamt 24 Dortmunder Tore. „Wir haben über weite Strecken ein richtig gutes Spiel abgeliefert“, sagte auch der 2. Vorsitzende des BVB, Andreas Bartels.

Favorit führt zur Halbzeit

Vor allem zu Beginn der Partie agierte die Borussia, die kurzfristig auf Harma van Kreij (Aufbautraining) und Stella Kramer (Erkältung) verzichten musste, auf Augenhöhe mit dem souveränen Tabellenführer. Vor 1000 Zuschauern in der Salza-Halle brachten Grijseels, Mansson und Svenja Huber die Borussia schnell mit drei Toren in Front, nach 14 Minuten stand es 8:5. Doch allzu lange halten konnten die Gäste den Vorsprung nicht. Beate Scheffknecht und die überragende Iveta Luzumova (elf Tore) drehten die Partie - zur Halbzeit führte der Favorit 15:13. Und auch nach dem Wechsel erwischte Thüringen den besseren Start und zog auf fünf Tore davon (19:14).

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Es war die entscheidende Phase, in der die Dortmunderinnen vielleicht auch die nötige Cleverness und Ruhe vermissen ließ, um am Ende etwas Zählbares aus Thüringen mitzunehmen. „Wir haben in der zweiten Halbzeit zu hastig abgeschlossen und leider nicht immer die richtigen Entscheidungen im Angriffsspiel getroffen“, sagte Barna.

Kritik an der Schiedsrichterleistung

Ihre Mannschaft kämpfte sich zwar noch einmal auf zwei Tore heran (22:24), doch zu mehr sollte es nicht reichen - was aus Barnas Sicht auch mit der Leistung des Schiedsrichtergespanns zu tun hatte. „Ich denke, sie haben das Spiel zumindest mitentschieden“, kritisierte die BVB-Trainerin, der besonders die Verteilung der Siebenmeter plus anschließender Zwei-Minuten-Strafen negativ aufstieß.

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Während dem THC über die 60 Minuten neun zugesprochen wurden, erhielten die Dortmunderinnen „lediglich“ derer vier. „Und das, obwohl beide Mannschaften äußerst aggressiv verteidigt haben“, wie Barna anmerkte. „Daher kann ich diese Entscheidungen nicht nachvollziehen.“ Ihr Gegenüber, HC-Trainer Herbert Müller, kommentierte die Leistung der Referees nicht. Er sagte nur: „Alles, was heute wichtig war, das waren die zwei Punkte.“

Blick nach vorn

In Dortmund wollen sie nun nach vorne blicken. Am nächsten Spieltag wartet mit Bietigheim erneut ein starker Gegner. „Aber wenn wir die Leistung aus Thüringen wiederholen, ist sicherlich etwas drin für uns“, sagte Barna. Und so sieht sie die Niederlage am Ende dann doch eher als Mutmacher denn als Enttäuschung.

BVB: Woltering, Ferenczi - Kramer, Grijseels (6), Weisheitel (2), C. Müller, A. Müller (1), Espínola, Galinska (2/1), Stockschläder, Huber (3/2), Månsson (8), Emberovics, Bleckmann, Vaszari (2)
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