Handball

BVB spielt nicht in der Champions League – EHF begünstigt andere Teams

Die Handballerinnen von Borussia Dortmund sind in der kommenden Saison nicht in der Champions League vertreten. Die Europäische Handball-Föderation EHF begünstigt andere Teams.
Andre Fuhr, BVB-Handballtrainer, steht am Spielfeldrand.
Andre Fuhr (l.) und die Handballerinnen des BVB spielen in der nächsten Saison nicht in der Champions League. © Stephan Schuetze

Die Hoffnungen waren absolut berechtigt und sportlich begründet, doch am Ende hat die Europäische Handball-Föderation EHF gegen die Handballerinnen von Borussia Dortmund entschieden. Nach zwei Jahren in Folge wird der deutsche Vizemeister nicht an der Champions League teilnehmen, sondern stattdessen in der European League antreten. Der BVB ging als einziger Klub bei der Vergabe der Wildcards leer aus, die sieben anderen Bewerber wurden Dortmunderinnen vorgezogen.

BVB-Abteilungsleiter Andreas Heiermann: „Natürlich sind wir traurig“

„Natürlich sind wir traurig über diese Entscheidung, das ist keine Frage. Ich bin überzeugt davon, dass wir den deutschen Frauenhandball auch im dritten Jahr in Folge würdevoll auf und neben der Platte vertreten hätten. Jetzt freuen wir uns aber auf die European League. Ich denke, wir haben eine realistische Chance auf den Einzug ins Finale Four. Das ist auf jeden Fall unser Ziel“, sagte BVB-Abteilungsleiter Andreas Heiermann.

Mit dem Erreichen der Playoffs hatte der BVB mehr als genug Argumente für eine Wildcard geliefert, neben Meister BBM Bietigheim auch als Vize-Meister in der Königsklasse spielen zu können. Natürlich wurde es nicht offiziell als Grund gesagt, doch die Beziehungen zur EHF sind seit der Vorsaison angespannt, da der BVB im März 2021 coronabedingt nicht zum Achtelfinalduell mit dem HB Metz angetreten war. Eine Begründung der EHF zur Entscheidung lag nicht vor.

Champions League im Handball: EHF zieht dem BVB andere Teams vor

Ob die jetzige Nicht-Nominierung für die Champions League damit zusammenhängt, ist natürlich reine Spekulation. Dem BVB wurden die Vizemeister aus Frankreich (Brest Bretagne), Norwegen (Storhamar HE) und Ungarn (FTC Budapest) vorgezogen sowie die ehemaligen Champions League-Sieger Krim Ljubljana (Slowenien) und CSM Bukarest (Rumänien), dazu die Meister aus Tschechien (DHK Banik Most) und der Türkei (Kastamonu Belediyesi GSK). Letzterer holte in der vergangenen Champions League-Gruppenphase allerdings null Punkte (BVB dagegen neun), was den Spekulationen natürlich Auftrieb verlieh.

„Wir hätten unsere positive Entwicklung in der Champions League gerne fortgesetzt, aber nehmen die Herausforderung European League jetzt mit vollem Elan an. Die SG BBM Bietigheim hat uns sehr erfolgreich vorgemacht, was in diesem Wettbewerb möglich ist“, sagte Heiermann. Besonders leid tue ihm die Entscheidung für die Spielerinnen, den Trainer und die Handball-Fans, so Heiermann.

BVB sieht einen Vorteil in der European League

Andererseits sei die Entscheidung für die European League finanziell und organisatorisch „eher von Vorteil für uns“, erklärte der BVB-Abteilungsleiter: „Aber ohne, dass wir es wollten. Und für die angespannte Hallensituation in Dortmund ist die Entscheidung sicherlich auch kein Nachteil.“

Zumindest kann sich der BVB jetzt voll auf den Bundesliga-Start am zweiten Wochenende im September konzentrieren (Gegner steht noch nicht fest). Im Gegensatz zur Champions League startet die European League erst um die Jahreswende. Vor der Gruppenphase steht allerdings noch die Qualifikationsrunde an, die in Hin- und Rückspiel ausgetragen wird.

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