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BVB-Torhüterin Rinka Duijndam hatte im Spiel Angst um den Sieg gegen den Thüringer HC

BVB-Handball-Frauen

BVB-Handball-Torhüterin Rinka Duijndam hat mit ihren Paraden gegen den Thüringen HC maßgeblich zum Sieg beigetragen – sie sieht sich aber nicht als Nummer eins zwischen den Pfosten.

Dortmund

, 26.02.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
Rinka Duijndam trug mit ihren Paraden gegen den Thüringer HC maßgeblich zum Sieg der BVB-Handball-Frauen bei.

Rinka Duijndam trug mit ihren Paraden gegen den Thüringer HC maßgeblich zum Sieg der BVB-Handball-Frauen bei. © Ludewig

Emily Bölk ist nicht irgendjemand. Die 21-jährige Rückraumspielerin ist nicht nur absolute Leistungsträgerin beim amtierenden Pokalsieger Thüringer HC, nein, Bölk hat bereits 55 Mal das Trikot der deutschen Handball-Nationalmannschaft getragen und dabei 186 Tore für den DHB erzielt, ist außerdem zwei Mal hintereinander Deutschlands Handballerin des Jahres geworden.

Eben jene Emily Bölk war es auch, die sich im Spiel gegen die BVB-Handball-Frauen am vergangenen Samstag nach zwei Minuten aus dem Rückraum in die Luft schraubte und einen Wurf auf das Tor der Borussen abfeuerte.

Eine die sich davon völlig unbeeindruckt zeigte? Rinka Duijndam. Die 22-jährige Torhüterin des BVB hielt den Ball von Bölk nicht einfach so – sie fing ihn sogar. „Das hat mir natürlich viel Selbstvertrauen für das Spiel gegeben“, erklärt die Niederländerin. Für die Nationalspielerin, die sich seit dem vergangenen Dezember zusammen mit den anderen Oranje-Auswahlspielerinnen Weltmeisterin nennen darf, seien die ersten Aktionen im Spiel immer entscheidend. „Ich dachte danach einfach, dass die Thüringer jetzt alles werfen können, wie sie wollen, ich halte einfach alle Bälle“, so Duijndam.

BVB-Präsident Reinhard Rauball beglückwünschte Rinka Duijndam höchstpersönlich zur starken Leistung gegen Thüringen.

BVB-Präsident Reinhard Rauball beglückwünschte Rinka Duijndam höchstpersönlich zur starken Leistung gegen Thüringen. © Ludewig

Bei null Gegentoren ist es am Samstag gegen den Thüringer HC dann am Ende zwar nicht geblieben, aber den 27:25-Sieg über den amtierenden Deutschen Vizemeister haben die BVB-Handballerinnen vor allem auch ihrer Torhüterin mit der Nummer eins auf dem Rücken zu verdanken. Duijndams starke Paraden – unter anderem frei vor dem Tor gegen Nationalspielerin Alicia Stolle – verhinderten, dass die Borussinnen von der Siegerstraße abkamen. Denn die Schwarzgelben hatten in der Schlussphase des Spiels selbst auch mit dem Torabschluss zu kämpfen.

Rinka Duijndam glänzt vor allem bei den langen Pässen

„Ich muss ganz ehrlich sagen, ich hatte am Ende schon ein bisschen Angst, dass wir es nicht schaffen“, gibt Duijndam zu. Das Problem? Jana Krause. Die THC-Schlussfrau pushte ihr Team mit ihrerseits starken Paraden und körperlicher Präsenz – die unter anderem Kelly Dulfer bei einem Schubser mit der Schulter am eigenen Leib zu spüren bekam. „Jana“, sagt Duijndam über ihre Tor-Kollegin, „hat eine unglaubliche Ausstrahlung auf dem Feld, ich merke das sogar im anderen Tor.“

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Bei aller Bewunderung für ihr Gegenüber: Duijndams eigene Ausstrahlung war offensichtlich auch nicht die schlechteste – oder wie es BVB-Torwarttrainerin Clara Woltering ausdrückt: „Rinka hat gegen Thüringen eine hervorragende Leistung gebracht.“ Vor allem die Gegenstoßpässe seien die absolute „Paradedisziplin“ von Duijndam. Viel nachgedacht hat die Niederländerin, die während des Spiels immer wieder den Blickkontakt zu Woltering auf der Tribüne sucht, übrigens nicht: „Ich funktioniere am besten“, erklärt sie, „wenn ich am wenigsten nachdenke. Und das hat gut funktioniert“, so Duijndam, die sich selbst nicht als Nummer eins im schwarzgelben Tor sieht, das sie sich mit Isabell Roch und Yara ten Holte teilt.

Isabell Roch steht seit dieser Saison für den BVB zwischen den Pfosten.

Isabell Roch steht seit dieser Saison für den BVB zwischen den Pfosten. © Ludewig

„Isa und ich sind vom Niveau sehr ähnlich, wenn die eine mal einen schlechten Tag erwischt, ist die andere da“, erklärt die 22-Jährige, die bei Woltering im Training „unglaublich viel“ lernt. „Isa und ich sind einfach ein gutes Duo.“

Und nicht nur das: Auch die schwarzgelbe Mannschaft, die mit den vielen Neuzugängen vor der Saison erstmal richtig zusammenwachsen musste, überrascht Duijndam in puncto Zusammenhalt. „Unser Team ist die erste Mannschaft, in der ich spiele, in der es wirklich gar kein Drama gibt“, erklärt die Torhüterin. Es gebe keine Grüppchenbildung im Team. „Das“, glaubt Duijndam, „macht uns in dieser Saison auch auf dem Feld so stark.“

BVB-Handball-Frauen können Meister werden: „Ich bin immer vorsichtig, sowas auszusprechen“

So stark, dass nach 16 Spieltagen immer noch null Minuspunkte auf dem Konto der BVB-Handball-Frauen stehen. Trotzdem – auch die Niederländerin lässt sich das M-Wort nicht entlocken. „Ich bin immer vorsichtig, sowas auszusprechen“, sagt die 22-Jährige und schließt sich in Sachen Deutsche Meisterschaft lieber den Formulierungen ihres Trainers André Fuhr und Abteilungsvorstand Andreas Heiermann an: „Natürlich träumen wir davon“. Jetzt stehe aber erstmal das nächste Topspiel bei der TuS Metzingen am kommenden Samstag an. „Wenn wir das gewinnen, wären wir der Meisterschaft natürlich wieder einen Schritt näher“, sagt die Niederländerin, die 2018 von Bad Wildungen zum BVB wechselte und seitdem auch in Dortmund wohnt – und sich hier so richtig wohlfühlt. „Dortmund“, erklärt Duijndam, „ist für mich wie zuhause.“

Vor acht Jahren ist die Torhüterin aus dem Elternhaus ausgezogen, spielte in Holland erst bei HV Quintus, bis es 2016 dann nach Bad Wildungen in Deutschland ging und von dort aus weiter nach Dortmund. „Seit ich bei meinen Eltern ausgezogen bin, habe ich das erste Mal das Gefühl, dass mein Zuhause nicht bei meinen Eltern ist, sondern da, wo ich jetzt wohne.“

Rinka Duijndam, die eigentlich kein Fußballfan ist, fühlt sich mittlerweile schon so heimisch in Dortmund, dass sie sich vom Schwarzgelben-Fieber hat anstecken lassen. „Ich bin zwar immer noch kein Fußballfan, aber ich bin mittlerweile immerhin ein bisschen BVB-Fußball-Fan“, erklärt die 22-Jährige, die begeistert von der Atmosphäre im Stadion ist.

Begeistert sind auch regelmäßig die Fans in der Halle Wellinghofen von Rinka Duijndam – die gegnerischen Feldspielerinnen haben wahrscheinlich eher Respekt vor ihr. Seit vergangenem Samstag auch Nationalspielerin Emily Bölk.

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Kostenlose Fanreise nach Metzingen
  • Die BVB-Handball-Abteilung bietet mit den Sponsoren Ebbinghaus Automobile und Nutzfahrzeugservice Fahnemann eine Busreise zum Auswärtsspiel in Metzingen am Samstag an.
  • Die Kosten für die Hin- und Rückreise übernehmen die Sponsoren, der Eintritt für das Bundesligaspiel in Metzingen liegt bei 16 Euro.
  • Abreise ist am Samstag um 10 Uhr an der Sporthalle Wellinghofen, das Spiel startet um 19.30 Uhr
  • Von den 50 Plätzen sind bisher nur 15 belegt. „Es wäre schade, wenn der Bus nur zu einem Drittel gefüllt wäre“, erklärt der stellvertretende Abteilungsvorstand Andreas Bartels.
  • Plätze können per Mail an marketing@ea-mail.de reserviert werden.
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