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BVB verpasst die Überraschung und scheidet im EHF-Pokal gegen Craiova aus

BVB-Handball-Frauen

Riesen-Enttäuschung beim BVB: Die Schwarzgelben haben die Gruppenphase im EHF-Pokal nach einem unglücklichen 18:19 in Craiova verpasst. Die Gründe für die Niederlage sind vielschichtig.

Dortmund

, 18.11.2018, 22:34 Uhr / Lesedauer: 3 min
BVB verpasst die Überraschung und scheidet im EHF-Pokal gegen Craiova aus

Auch Svenja Huber konnte das Ausscheiden des BVB in Craiova nicht abwenden. © Peter Ludewig

Lange durften sie bei Borussia Dortmund von einer Überraschung gegen den Titelverteidiger träumen, am Ende aber blieb nichts als die pure Enttäuschung aufseiten der Schwarzgelben. Nach großem Kampf verloren die Bundesliga-Handballerinnen des BVB am Sonntagabend im Rückspiel der dritten Runde des EHF-Pokals beim SCM Craiova mit 18:19 (9:10) und verpassten damit nach dem 17:19 im Hinspiel den Einzug in die Gruppenphase.

Selbst der sonst so besonnene Gino Smits konnte seinen Frust nach 60 intensiven Minuten im „Hexenkessel“ von Craiova nicht verbergen. „Natürlich ist das für uns alle eine riesige Enttäuschung“, sagte der BVB-Trainer niedergeschlagen. „Wenn es am Ende die Spielerinnen sind, die so eine Partie entscheiden, dann kann man das akzeptieren. Wenn es aber letztlich andere sind, dann macht es das Ausscheiden umso schwerer.“

BVB äußert Kritik am Schiedsrichtergespann

Smits, und daraus machte er auch gar keinen Hehl, wies den Unparteiischen Georgi Doychinov und Yulian Goretsov aus Bulgarien eine der Hauptrollen in diesem Handball-Krimi vor 3500 Zuschauern in der Sporthalle Polyvalent zu. „Ich will das nicht das nicht als Ausrede verstanden wissen, denn es gibt sicherlich mehrere Gründe für unser Ausscheiden“, sagte der Trainer, „aber so, wie es gelaufen ist, war es schon sehr schwierig, hier zu gewinnen.“ Der stellvertretende Abteilungsvorstand des BVB, Andreas Bartels, erklärte nach der Partie: „Das Schiedsrichtergespann hat es uns zumindest nicht einfacher gemacht.“ Und Rechtsaußen Svenja Huber meinte: „Ich bin ein absoluter Gerechtigkeitsmensch – da kann man solche Dinge, wie hier heute seitens der Schiedsrichter passiert sind, nur schwer akzeptieren.“

Die Dortmunder verwiesen bei ihrer Kritik einerseits auf mehrere diskussionswürdige Offensivfouls gerade in der zweiten Halbzeit. Zudem ließen die Unparteiischen Angriffe der Gastgeberinnen drei, vier Minuten laufen, ohne Zeitspiel zu pfeifen. „Wenn man weiß, dass das Rückspiel in Rumänien ist, muss man sich im Hinspiel ein Polster erarbeiten – das haben wir verpasst und sind somit schon dort im Endeffekt ausgeschieden“, sagte Huber. „Bei all diesen Dingen muss man aber natürlich auch zugeben, dass wir unsere Chancen im Angriff wie schon im Hinspiel nicht konsequent genutzt haben“, erklärte BVB-Trainer Gini Smits.

So war es ein wenig ein Deja-vu-Erlebnis für die Mannschaft des BVB. Bereits vor einer Woche in Hamm hatten die Schwarzgelben praktisch über das gesamte Spiel hinweg auf Augenhöhe mit dem Titelverteidiger agiert, es aber in den entscheidenden Szenen verpasst, das Spiel in ihre Richtung zu drehen. So auch am Sonntag. Symptomatisch die Szene in der 58. Spielminute, als zunächst Huber beim Stand von 18:18 unbedrängt an SCM-Keeperin Bianca Curment scheiterte und anschließend Hildigunnur Einarsdóttir den Ball völlig freistehend am Kreis über das Tor warf. Eine Minute später leistete sich Linksaußen Johanna Stockschläder dann bei einem Tempogegenstoß eines der angesprochenen Offensivfouls.

Die Dortmunder Defensive agiert wieder überragend

„Mir tut es für die Mannschaft unendlich leid, dass sie sich wie schon im Hinspiel und auch gegen Thüringen für so ein tolles Spiel wieder nicht belohnt hat“, sagte Bartels. Wie schon vor einer Woche in Hamm war es vor allem die starke Abwehr um die erneut überragende Torhüterin Clara Woltering, die den BVB die Partie lange Zeit offen halten ließ und den Traum vom Einzug in die Gruppenphase am Leben hielt. Craiova, das kurzfristig ohne seine Topspielerin Ana Maria Ticu (Handbruch) auskommen musste, ging gegen eine zunächst nervös auftretende Dortmunder Mannschaft zwar schnell mit zwei Toren in Führung (4:2/10. Minute), doch die Borussia blieb dran. Zunächst Harma van Kreij aus dem Rückraum und Huber glichen die Führung der Rumäninnen für den BVB wieder aus. Zur Pause lag die Borussia lediglich mit 9:10 zurück.

Die Partie blieb auch nach dem Wechsel eng. Die Abwehr der Borussinnen arbeitete weiter enorm hart und Woltering parierte mehrmals im Eins-gegen-Eins. Am Ende hielt die BVB-Deckung den Titelverteidiger aus Craiova bei einer Quote von 49 Prozent erfolgreicher Würfe. In der 35. Spielminute brachte Stockschläder ihre Mannschaft dann erstmals in Führung (13:12). Und als Alina Grijseels und Einarsdóttir sogar auf 15:12 erhöhten (42.), war das Weiterkommen für die Schwarzgelben zum Greifen nah. Doch Craiova schlug zurück, ging wieder mit 17:16 (52.) in Führung und verwaltete das Ergebnis bis zum Ende. „Wir haben es vor allem defensiv gut gemacht“, sagte Smits. „Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Denn normalerweise gewinnt man so ein Spiel dann auch. Heute sollte es, aus welchen Gründen auch immer, eben nicht sein.“

BVB: Duijndam, Woltering, ten Holte – Grijseels (3), van Kreij (4), Weisheitel, Huber (4/1), Stockschläder (3), C. Müller (2), A. Müller (1), Fujita, Einarsdottir (1), Kockel, Mansson, Bleckmann
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