Frauenhandball

Die nächste Langzeitverletzte bei Borussia Dortmund – Trainer hofft auf Transfers

Gut, dass erst am 13. Oktober das nächste Bundesligaspiel ansteht. Denn die BVB-Handballerinnen haben die nächste Langzeitverletzte auf der jetzt schon langen Liste der Ausfälle.
BVB-Trainer André Fuhr gehen die Spielerinnen aus. © Foltynowicz

Die Situation ist äußerst verzwickt. Zwar schwimmen die Handballerinnen des BVB aktuell auf einer ungeheuren Erfolgswelle, führen die Gruppe A in der Champions League an und sind in der Bundesliga neben Bietigheim ungeschlagen auf Platz zwei, doch andererseits nimmt die Verletztenliste nach dem grandiosen Champions League-Sieg gegen Brest eine Länge an, die mit normalen Maßstäben nicht mehr zu messen ist.

Bleckmann ist bereits operiert worden

Am Montag dann die traurige Nachricht, dass sich die erste Diagnose über die Verletzung von Dana Bleckmann leider bestätigt hat. Die Rückraumspielerin, die am Samstag in der 26. Spielminute der Champions League-Partie gegen Brest beim Torwurf hart auf den Boden geknallt war, hat sich das vordere Kreuzband gerissen und wurde am Dienstag in Köln operiert.

Trainer André Fuhr ist in diesen Tagen nicht zu beneiden, wenn das Gespräch auf dieses Thema kommt. Um das ganze Ausmaß noch mal darzustellen, führen wir an dieser Stelle die aktuelle Verletztenliste in voller Länge auf: Dana Bleckmann (Kreuzbandriss), Fatos Kücükyildiz (Bänderriss im Knöchel), Mia Zschocke (Bänderriss im Knöchel), Tessa van Zijl (Bänderriss im Knöchel), Jennifer Gutiérrez Bermejo (muskuläre Probleme), Haruno Sasaki (Bandscheibenvorfall), Delaila Amega (Kreuzbandriss) und Viktoria Woth (Kreuzbandriss).

„Im linken Rückraum haben wir für lange Zeit ein komplettes Vakuum, wenn ich davon ausgehe, dass Bleckmann und Sasaki für die komplette Saison ausfallen werden“, konstatierte der BVB-Coach.

Fuhr hofft auf externe Verstärkungen

Angesichts des engen Terminplans bis Weihnachten natürlich eine kaum lösbare Aufgabe. „Gut, wir haben jetzt am Samstag das Pokalspiel beim Hamburger Viertligisten TH Eilbeck, dann folgt die Länderspielpause, ehe es am 13. Oktober mit dem Heimspiel gegen Halle weitergeht. Aber dann beginnt eine vierwöchige Phase mit Champions League-Spielen und Bundesliga. Diese Belastung ist mit solch einem kleinen Kader nicht zu schaffen“, erklärte Fuhr: „Wir müssen da den Markt beobachten, ob man sich nicht noch gezielt verstärken kann. Ich hoffe da auf die Unterstützung des Vereins.“

Angesichts dieser extremen Situation, kommt die Länderspielpause nach dem Pokalwochenende gerade recht. „Ich hoffe, dass ich beim nächsten Heimspiel gegen Halle-Neustadt zumindest wieder auf Mia Zschocke und Jennifer Gutiérrez Bermejo zurückgreifen kann. Da sieht es schon ganz gut aus“, erklärte Fuhr, der in dieser Woche das Training stark zurückgefahren hat, die Trainingseinheiten von neun auf sieben reduzierte. Statt handballspezifischen Übungen standen Lauf-, Kraft- und Koordinationseinheiten auf dem Programm.

Dass solche Kraftanstrengungen wie gegen Brest nicht alltäglich und auch nicht beliebig oft zu wiederholen sind, liegt für André Fuhr natürlich auf der Hand. Selbst beim Pokalspiel am Sonntag in Eilbeck wird sein kleines Rumpfteam wieder gefordert sein. „Normalerweise kann man bei solch einem Spiel Kraft sparen. Aber wir können ja kaum wechseln, einige Spielerinnen werden wieder durchspielen müssen“, stellte der Coach klar.

Hilfe aus der 2. Mannschaft oder aus der A-Jugend ist zudem kaum zu erwarten. Der Abstand von der 1. zur 2. Mannschaft sei gigantisch, so Fuhr. Und mit einer Einwechslung würde man den jungen Spielerinnen aus der A-Jugend oft auch keinen Gefallen tun: „Das ist einfach zu früh, die Spielerinnen sind zu jung und noch in der Entwicklung. Außerdem gibt es auch Terminüberschneidungen. Da werden die A-Jugendspielerinnen in der 2. Mannschaft gebraucht.“