Ex-Borussin Alicia Stolle kehrt mit dem THC nach Dortmund zurück: „Man soll niemals nie sagen“

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Nationalspielerin Alicia Stolle spielte in der Jugend beim BVB. Am Samstag kehrt sie mit dem Thüringer HC nach Dortmund zurück – und schließt auch eine Rückkehr ins schwarzgelbe Trikot nicht aus.

Dortmund

, 21.02.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wer hätte das vor der Saison gedacht? Nach der jetzt schon vierten Niederlage in dieser Saison am Mittwoch in Metzingen (22:29) hat sich der Thüringer HC, siebenfacher Deutscher Meister, dreifacher und amtierender Pokalsieger und Viertelfinalist im EHF-Pokal, aus dem Meisterschaftsrennen verabschiedet (Platz 4, 22:8 Punkte).

Am Samstag geht es für die Thüringer jetzt auch noch zum ungeschlagenen Liga-Primus nach Dortmund (19.30 Uhr, Am Lieberfeld 13, 44265 Dortmund) – mit dabei Alicia Stolle, Nationalspielerin und Ex-Borussin. Im Interview spricht die Linkshänderin, die von 2011 bis 2014 im schwarzgelben Trikot aufgelaufen ist, über den BVB, ihren Ex-Trainer André Fuhr und ihre sportliche Zukunft.

Frau Stolle, seit Donnerstag steht fest, dass Sie zusammen mit Emily Bölk am Ende der Saison zum FTC-Rail Cargo Hungaria nach Budapest wechseln werden. Sie kommen aus Ahlen, haben sich über den BVB und Blomberg nach Thüringen gespielt. Der Schritt nach Ungarn ist jetzt nochmal ein größerer.

Ja, es ist ein anderes Land, eine andere Sprache und natürlich nochmal weiter weg von zuhause. Aber ich freue mich einfach drauf.

Alicia Stolle (l.) machte bisher 41 Länderspiele für Deutschland.

Alicia Stolle (l.) machte bisher 41 Länderspiele für Deutschland. © picture alliance/dpa

Nicht so erfreulich war der Mittwochabend für Sie, nach der Niederlage in Metzingen steht der THC jetzt schon bei acht Minuspunkten. Woran hapert es in dieser Saison?

Natürlich war es nicht unser Ziel, jetzt da zu stehen. Es kommt einiges zusammen: Der momentane Rhythmus mit einem Spiel alle drei Tage ist generell sehr schwer. Dann fehlen uns mit Meike Schmelzer (Fußbruch) und Josefine Huber (Kreuzbandriss) beide Kreisläuferinnen, dazu fallen noch Iveta Koresova (Schwangerschaftspause), Mariana Lopes (Schulter) und unsere Torhüterin Marie Skurtveit Davidsen (Handbruch) aus. Das schlaucht schon ganz schön.

War es das nach der Niederlage in Metzingen jetzt mit der Meisterschaft?

Ehrlich gesagt, denke ich, ja. Man muss auch realistisch sein. Man weiß zwar nie, was noch passiert, aber die Liga ist erstmal weiter nach hinten gerückt. Wir sind noch in zwei Wettbewerben (DHB-Pokal-Halbfinale und EHF-Pokal-Viertelfinale), in denen wir was erreichen können. Wir wollen auf jeden Fall den Pokal verteidigen.

Beim BVB läuft es in der Liga bisher perfekt, verfolgen Sie Ihren alten Verein besonders intensiv?

Ja, man ist ja doch noch ein bisschen heimatverbunden. (lacht) Und gerade jetzt, wo André (Fuhr, Anm. d. Red.) auch Trainer ist, interessiert mich natürlich schon, was die Dortmunder machen, immerhin habe ich in Blomberg vier Jahre unter ihm gespielt.

Stehen Sie noch in Kontakt?

Ja doch, er hat mir gerade noch gratuliert zum Wechsel nach Budapest. (lacht) Wir haben ein gutes Verhältnis und ich habe ihm viel zu verdanken.

Unter André Fuhr steht der BVB ungeschlagen an der Spitze der Bundesliga, Bietigheim ist mit drei Minuspunkten dahinter. Wer ist Ihr Titelfavorit?

Wenn Dortmund so weiterspielt, wird es auch für Bietigheim ganz schwer. Die haben schon zwei Spiele gegen Dortmund verloren (Bundesliga und Pokal-Viertelfinale, Anm. d. Red.), da ist der BVB in der Pole Position und hat alles in eigener Hand.

Alicia Stolle 2013 im BVB-Trikot.

Alicia Stolle 2013 im BVB-Trikot. © Ludewig

Hatten Sie den BVB vor der Saison auf dem Zettel?

Ich habe damit gerechnet, dass sie oben mitspielen, das ist ja schon seit Jahren das Ziel in Dortmund. Man wusste natürlich nicht, wie das mit den Neuzugängen und auch André funktioniert, aber ich denke, der macht eine super Arbeit dort. Das Team funktioniert sehr, sehr gut.

Was rechnen Sie sich für das Spiel am Samstag aus?

Ich hoffe, dass wir uns als Mannschaft anders präsentieren als in Metzingen und zeigen, dass wir auch guten Handball spielen können ohne die vielen Verletzten. Jammern hilft ja auch nicht.

Auf wen müssen Sie gegen den BVB am meisten aufpassen?

Kelly Dulfer sticht momentan sehr heraus, sie zeigt in der Abwehr, was sie für eine Weltklasse-Spielerin ist. Und auch im Angriffsspiel geht sie beim BVB vorweg.

Nutzen Sie das Spiel in Dortmund auch für einen Besuch in Ihrer Heimat Ahlen?

Ich wollte gerne vorbeischauen, aber leider fehlt dafür ein bisschen die Zeit. Ich bin momentan ein bisschen im Uni-Stress und da wir Mittwoch auch schon wieder spielen (Bundesligaspiel gegen Neckarsulm, Anm. d. Red.), passt es leider nicht ganz so gut.

Was haben Sie aus Ihrer Zeit beim BVB mitgenommen bevor Sie nach Blomberg gewechselt sind?

Dadurch, dass ich als sehr junge Spielerin aus der C-Jugend schon in der A-Jugend mitspielen durfte, war das für meine Entwicklung echt super. Auch die drei Jahre unter Zuzana (Porvaznikova, Anm. d. Red.) waren ganz wichtig. Ich konnte wirklich sehr viel mitnehmen, das war ein gutes Sprungbrett in die Bundesliga.

Können Sie sich denn vorstellen, jemals wieder in Schwarzgelb zu spielen?

Auf jeden Fall, man soll niemals nie sagen. Vielleicht möchte man ja später auch wieder näher an die Heimat zurück, aber jetzt mache ich erstmal die Erfahrung im Ausland.

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