BVB-Handball

„Ganz fair finde ich das nicht“: BVB-Spielerin vor Bundesliga-Spiel gegen Buxtehude

Die BVB-Frauen treffen am Mittwoch in der Bundesliga auf den Tabellenvierten Buxtehuder SV – Wir haben vorher mit Alina Grijeels gesprochen.
Alina Grijseels ist voll konzentriert auf die Partie gegen Buxtehude. © Ludewig

Der Stress geht weiter. Ganze 48 Stunden nach der Rückkehr vom Champions League-Spiel in Podgorica in Montenegro treten die BVB-Handballerinnen am Mittwochabend (19.30 Uhr) in der Halle Wellinghofen gegen den noch ungeschlagenen Tabellenvierten Buxtehuder SV an. Nach dem überragenden 34:29 (18:15)-Triumph in der Champions League muss der amtierende Deutsche Meister auch in der Bundesliga punkten, um gegenüber Herausforderer Bietigheim nicht an Boden zu verlieren.

Die Aufgabe gegen den Nordstadt-Klub ist dabei alles andere als einfach. Nach der Rückkehr aus Montenegro am Montagnachmittag konnte nur noch am Dienstag trainiert werden. Der BVB beklagt zudem weiterhin den verletzungsbedingten Ausfall von insgesamt sechs Leistungsträgerinnen. Wir sprachen mit der in Podgorica groß aufspielenden Kapitänin Alina Grijeels (11 Treffer) über die aktuelle Situation, über die nicht immer fairen Vergleiche mit dem Vorjahr und darüber, welche Schwierigkeiten es macht, neben dem Vollzeit-Job.

Sie kamen bereits 2014 vom damaligen Drittligisten TuS Lintfort nach Dortmund, sind damit diejenige Spielerin, die am längsten beim BVB ist. Was macht den Unterschied aus zwischen dem BVB der Saison 2020/21 und der aktuellen Mannschaft?

Diese Vergleiche werden natürlich gerne gemacht, aber ganz fair finde ich sie nicht. In der Vorsaison sind wir Deutscher Meister geworden, mit einer routinierten Mannschaft. Daran werden wir natürlich gemessen, aber wir hatten im Sommer einen krassen Umbruch. Acht Spielerinnen sind gegangen, neun sind gekommen. Wir haben uns stark verjüngt und wir haben eine gute Truppe mit viel Potenzial.

Nach der Niederlage im Supercup gegen Bietigheim gab’s nachdenkliche Gesichter und kritische Stimmen. Haben Sie das schon verkraftet?

Natürlich wollten wir so nicht verlieren, das ist doch klar. Aber unser Trainer hat mit uns alles gut aufgearbeitet, alles analysiert. Wir waren selbstkritisch und wussten, was wir besser machen müssen. Was das Team zu leisten imstande ist, hat man beim 25:25 gegen Budapest oder am vergangenen Wochenende beim 34:29 gegen Podgorica in der Champions League gesehen. Das war wichtig für uns, für unseren Glauben daran, dass wir auf diesem hohen Niveau mithalten können. Wir sind eine junge Truppe. Und junge Spielerinnen sind noch schwankend in der Leistung.

Und jetzt kommt noch hinzu, dass sich drei Leistungsträgerinnen wie Tessa van Zijl, Mia Zschwocke und Jennifer Gutiérrez Bermejo innerhalb von einer Woche verletzt haben und länger ausfallen. Kann man das kompensieren?

Natürlich ist das schwierig, zumal man nach den langen Reisen wie nach Zwickau oder Podgorica schon etwas müde ist. Aber wir müssen uns auf das Buxtehude-Spiel konzentrieren.

Die Vorbereitung im Sommer war ja etwas holprig. Allein fünf Spielerinnen fehlten wegen den Olympischen Spielen. Spürt man das noch?

Das weiß ich nicht. Aber es ist ja nicht das erste Mal, dass in der Vorbereitung Spielerinnen fehlten. Unser einwöchiges Trainingslager in Dänemark hat aber vieles ausgeglichen. Das war eine tolle Maßnahme, wir haben uns dort als Team gefunden.

Beim Champions League-Spiel gegen Budapest waren nur 200 Fans in der Halle, obwohl dort einige der besten Handballerinnen Europas aufeinandergetroffen sind. War das enttäuschend für Sie?

Während des Spiels spürt man das gar nicht so, wie viel Zuschauer dabei sind. Die Stimmung war jedenfalls gut. Aber es macht natürlich mehr Spaß, wenn du vor einer vollen Tribüne spielst. Ich denke einfach, dass die Leute wegen Corona vorsichtig sind, in eine Sporthalle zu gehen. Und natürlich müssen wir einfach noch mehr Werbung in der Stadt für uns machen. Auch in den Medien.

Der Leistungsdruck und dazu der Reisestress sind ja aktuell ganz enorm. Wie schaffen Sie es eigentlich noch, ihre Ausbildung voranzutreiben. Sie studieren ja Grundschullehramt in Dortmund.

Ich gebe zu, dass ist aktuell etwas schwierig, besser gesagt, es wird schwierig. Im Oktober wird es ja erstmals wieder Präsenzvorlesungen an der Uni geben. Für mich waren die Online-Vorlesungen leichter zu händeln. Da konnte ich auch schon mal eine Vorlesung im Bus oder im Ausland mitmachen.