Borussia Dortmund

Hausmeister lässt den BVB nicht zum Training in die Halle – „Das ist wirklich erbärmlich“

Für den Dienstagmorgen hatte BVB-Trainer André Fuhr eine Trainingseinheit angesetzt. Der Hausmeister ließ das Team aber nicht in die Sporthalle. Borussia Dortmund ist erzürnt.
Durfte mit seinem Team am Dienstagmorgen nicht in der Sporthalle Wellinghofen trainieren: BVB-Trainer André Fuhr. © Stephan Schütze

Dienstagmorgen, Dortmunder Süden. Um kurz vor acht steht André Fuhr, Trainer der Handballerinnen von Borussia Dortmund, vor der Sporthalle Wellinghofen. Mit ihm mehrere Spielerinnen. In die Halle kommt keiner, sie ist verschlossen.

Und der Hausmeister kommt auch nicht, um die Halle aufzuschließen. Obwohl er weiß, dass Fuhr keinen Schlüssel hat.

„Der Aushilfs-Hausmeister erklärte mir, er lässt uns nicht in die Halle, weil wir tags zuvor die Nutzung nicht unterschrieben hatten“, erklärt Fuhr, den das Verhalten des Hausmeisters stark ärgerte. „Von der Trainingssteuerung her ist das für mich ein Fiasko“, so der BVB-Coach.

Was ist passiert? Normalerweise läuft die Trainingszeit der Profi-Handballerinnen über die Johann-Gutenberg Realschule, wo sich Fuhr sonst zum Training den Hallenschlüssel abholt. Da aktuell Ferien sind, muss der BVB seine Trainingseinheiten für den Morgen bei der Stadt anmelden. Das habe der Verein versäumt, so BVB-Handball-Abteilungsleiter Andreas Heiermann. „Natürlich sind wir uns unseres Fehlers bewusst. Aber normalerweise ist es eine Formalie“, so der Handball-Chef.

Da die Abteilung das Versäumnis bemerkt habe, nahm man bei der Einheit am Montagabend Kontakt zum Hausmeister auf und klärte mündlich ab, dass es Dienstagfrüh ein Training geben sollte.

Weil es aber nach der Einheit am Montag keine Unterschrift des BVB gab, dass die Halle genutzt worden ist, hat der Hausmeister am Dienstagmorgen den Zugang verweigert. Statt einer Trainingseinheit für die BVB-Handballerinnen vor dem Bundesliga-Spiel gegen den Tabellensiebten SV Union Halle-Neustadt am Mittwoch (19.30 Uhr, Halle Wellinghofen/live auf sportdeutschland.tv) hatten die Spielerinnen den Morgen frei.

Heiermann: „Das ist wirklich erbärmlich“

Erst am Nachmittag gab es eine Video-Einheit, abends dann Zugang zur Halle.

Die Entrüstung beim bisher verlustpunktfreien BVB ist groß. „Wir können einen Tag vor einem Bundesliga-Spiel nicht trainieren, das ist eine absolute Katastrophe“, wird Heiermann deutlich.

„Für mich sind das untragbare Zustände, wie hier in Dortmund mit uns umgegangen wird. Das ist wirklich erbärmlich“, ist Heiermann erzürnt.

Trainer André Fuhr wird noch deutlicher: „Ich vermisse manchmal den Respekt bei der Stadt, von dem, was wir leisten und, wo wir uns bewegen. Seit zweieinhalb Jahren muss ich darum bitten, dass mir jemand die Halle aufschließt. Bei keinem anderen Verein habe ich das so erlebt.“

Denn: Solche Zustände würden sich auch nach außen tragen. Spielerinnen reden darüber, der Klub und die Stadt kommen dabei nicht gut weg. Auch mit Hinblick auf zukünftige Transfers. „Man darf auch nicht vergessen, wie das in der Außenwirkung für die Spielerinnen ist. Das macht sich nicht gut. Wir sind amtierender Deutscher Meister, international ambitioniert und kommen zum Training nicht in die Sporthalle.“ Zustände, die für ein Profi-Team auf dem Niveau unvorstellbar sind.

Heiermann sieht auch die sportlichen Ziele in Gefahr: „Wir spielen morgen Bundesliga. Wenn wir zwei Punkte verlieren, ist die Meisterschaft entschieden.“

Darum geht es nämlich für die Schwarzgelben am Mittwochabend. Der souveräne Saisonstart soll bestätigt werden, die personelle Situation hat sich aber nicht groß verbessert. Mia Zschocke und Fatos Kücükyildiz werden laut Fuhr wieder zum Kader dazugehören. „Für wie viele Einsatzminuten es bei den beiden reicht, ist schwierig zu sagen“, sagt Fuhr. Er rechnet aktuell mit acht Feldspielerinnen, die hundertprozentig fit sind, sowie Zschocke und Kücükyildiz.


Hinweis in eigener Sache: Eine Anfrage unserer Redaktion am Dienstagmittag an die Stadt Dortmund zu dem Vorfall sowie zur Trainingssituation des BVB in der Sporthalle Wellinghofen, blieb bis zum Abend unbeantwortet.