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Holt Borussia Dortmund am Samstag die Deutsche Meisterschaft?

Handball-Bundesliga

Borussia Dortmunds Handballerinnen fehlen nur noch zwei Punkte zum Titel Deutscher Meister. Am Samstag könnte sich der BVB krönen und erstmals Deutscher Meister in der Handball-Bundesliga werden.

Dortmund

, 07.05.2021, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Darf der BVB die erste deutsche Meisterschaft der Vereinsgeschichte bejubeln?

Darf der BVB die erste deutsche Meisterschaft der Vereinsgeschichte bejubeln? © Ludewig

Borussia Dortmunds Handballerinnen sind den Weg gegangen. Schritt für Schritt. In jedem Ligaspiel hat sich der diesjährige schwarzgelbe Branchenprimus seine Machtposition in der Handball-Bundesliga erarbeitet. Tabellenplatz eins, alle 26 Spiele gewonnen, die meisten Treffer erzielt (873), die wenigsten Gegentore hingenommen (582). Schritt für Schritt hat sich der BVB dies erarbeitet.

„Wir haben schwierige Hürden genommen bis hierher und wir wollen einen dieser vier Matchbälle verwerten“, stellt André Fuhr klar. Der Trainer von Borussia Dortmund ist überzeugt davon, dass der Titel nur über den BVB gehe. Das machte er nach dem 30:28-Erfolg Ende März gegen den Zweitplatzierten und größten Konkurrenten aus Bietigheim deutlich. Damals sagte er: „Ja, wir werden Deutscher Meister.“

Im Anschluss musste das Team in Quarantäne. Insgesamt gab es vier positive Coronafälle beim BVB in Folge an das Spitzenspiel. Erst traf es Fuhr selbst sowie Rechtsaußen Tina Abdulla, dann infizierten sich noch Rückraumspielerin Laura van der Heijden und Linksaußen Jennifer Gutierrez Bermejo. Keine einfache Phase kurz vor der ersten deutschen Meisterschaft der Vereinsgeschichte.

Doch es war mehr als eindrucksvoll, wie sich das Team vergangenen Mittwoch zurückmeldete: Ein souveräner Kraftakt bescherte ein 38:29 gegen den Thüringer HC und ließ wohl die kleinsten aller Zweifel verschwinden. Der BVB möchte alles klar machen.

Letzte Saison kein Titel

„Vielleicht auch um uns auch das zu holen, was uns letzte Saison genommen worden ist“, sagt Fuhr. Es ist die vergangene Spielzeit, die von Spielerinnen sowie den Verantwortlichen immer wieder Erwähnung findet. Damals gewann der BVB 17 von 18 Spielen, verlor lediglich eine einzige Partie, ehe die Coronavirus-Pandemie für einen Saisonabbruch sorgte.

Bei den Männern und den Frauen.

„Wir haben schwierige Hürden genommen bis hierher“, sagt BVB-Trainer André Fuhr.

„Wir haben schwierige Hürden genommen bis hierher“, sagt BVB-Trainer André Fuhr. © Ludewig

Während im Männerhandball des THW Kiel als Tabellenführer zum Meister gekrönt worden ist, gab es in der Handball-Bundesliga der Frauen keine Saisonwertung. Damals sagte Andreas Heiermann, Abteilungsvorsitzender der Handballabteilung des BVB, es sei ein herber Tiefschlag, „der nicht leicht zu verarbeiten sein wird“.

Doch genau das stemmten die Verantwortlichen. Frustration und Wut über die Entscheidung der Ligaverantwortlichen ließ das Team hinter sich und spielte sich im Ligabetrieb in einen Rausch, der seinesgleichen sucht. „Das wird nie aus dem Kopf gehen“, sagte Heiermann am Freitag. „Eine bessere Antwort als wir gegeben haben in dieser Saison, hätte man nicht geben können.“

BVB möchte Krönung

An diesem Samstag muss das Team im Osten Deutschlands bestehen beim SV Union Halle-Neustadt (19 Uhr, live auf sportdeutschland.tv), dem Tabellenelften der Bundesliga. Im Hinspiel gab es ein deutliches 38:21. Fuhr ist optimistisch, dass der Schritt am Samstag gelingt, die letzten beiden Punkte in Richtung deutscher Meisterschaft zu holen. „Wir gehen davon aus, dass wir das schaffen“, betont Fuhr, „wir versuchen die Saison zu krönen.“

Fuhr hätte diesen Willen auch unter der Woche bei seinen Spielerinnen gespürt. Bis auf Jennifer Gutierrez Bermejo sind alle Spielerinnen mit dabei. Auch die zuletzt fehlende Tina Abdulla wird zum Kader dazugehören, der Samstagmittag nach Halle an der Saale reist.

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In dieser außergewöhnlichen Saison – ganz ohne Zuschauer, inmitten der Corona-Pandemie, die auch den BVB mehrmals in Quarantäne zwang. In der Champions League behauptete sich das Team in der ersten Saison der Vereinsgeschichte beachtlich, lediglich eine minimale Macke bringt das Pokal-Aus im vergangenen November beim Buxtehuder SV mit sich. Die einzige Dortmunder Niederlage auf nationaler Ebene, die hier aber nicht im Fokus steht.

BVB-Abteilungsvorstand Andreas Heiermann ist voller Vorfreude.

BVB-Abteilungsvorstand Andreas Heiermann ist voller Vorfreude. © Ludewig

Denn: Für dieses Team gehen die Superlative aus in der Bundesliga. „Es ist Freude. Freude über die ganze Arbeit, die wir in den letzten Jahren investiert haben. Das ist schon etwas Besonderes“, sagt Heiermann. „Ich glaube, wir schreiben Handball-Geschichte. Nicht nur für den BVB, sondern für die ganze Stadt Dortmund.“

Und wie es sich für ein Dortmunder Team gehört bei einem großen Titelerfolg, kündigt Heiermann witzelnd an: „Wir werden, wenn wir Nachts zurückkommen, eine Runde um den Borsigplatz drehen.“

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