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Ildikó Barna über ihre neue Aufgabe beim BVB

Handball: 2. Bundesliga

Die Zahl ihrer Umzüge kennt sie nicht genau, „aber da kommt schon eine Menge zusammen“. Nun sucht Ildikó Barna, die zur neuen Saison die Handballerinnen von Borussia Dortmund übernimmt, ein Apartment, „in dem Platz auch für einen Laptop und ein Handy sein muss“. Dirk Krampe und Gerd Strohmann sprachen mit der 53-Jährigen.

DORTMUND

, 29.03.2014, 10:24 Uhr / Lesedauer: 3 min
Ildikó Barna über ihre neue Aufgabe beim BVB

Ab Sommer neue BVB-Trainerin: Ildikó Barna.

Ich habe mich total gefreut, ich war positiv beeindruckt. Ich hatte die Truppe zuvor auswärts gesehen, da hatte sie eine konzentrierte Halbzeit gezeigt und war dann in der zweiten Hälfte fast auseinander gebrochen. Diesmal war sie mindestens so stark wie Berlin, hatte sogar den Sieg verdient. Man konnte sehen, welches Potenzial da ist, diese Mannschaft kann auf jeden Fall mithalten.

Im Rückraum spielen enorm gute Leute mit einer sehr positiven Einstellung. Und mit Mandy Burrekers und der jungen Jennifer Weste haben wir ganz starke Torhüterinnen. Aber sie bekommen Tore, weil nicht genug geredet wird, weil die Abwehr nicht aggressiv genug ist. Das gilt es zu verbessern, man muss die Torhüterinnen noch besser unterstützen. Sonst macht sich zu schnell Panik breit, es ist ja noch eine junge Mannschaft.

Es kommt natürlich auch auf die Konstanz der älteren Spielerinnen an. Es muss auch eine Hierarchie herrschen. Ich weiß nicht, ob da die Rollen richtig verteilt sind.

Der Verein ist sehr gut aufgestellt, der BVB hat in Handball-Kreisen immer einen sehr guten Namen. Der Unterbau mit einem Team in der 3. Liga und einer sehr starken Jugendabteilung ist perfekt. Das können nur ganz wenige Vereine bieten, vielleicht Buxtehude. Und natürlich ist das gemeinsame Ziel der Aufstieg.

Ich habe den Wunsch, jedes Jahr mindestens eine Spielerin in den Bundesliga-Kader hochzuziehen. Das wäre toll. Das soll auch ein Signal an die Region sein, hier wird nicht nur gekauft, hier hat der eigene Nachwuchs einen enormen Stellenwert. Es macht Spaß, jungen Sportlern etwas beizubringen.

Mit einer gesunden Mischung aus erfahrenen Spielerinnen und den wahnsinnig talentierten jungen Leuten, auf die wir dann stolz sein können.

Ich sehe zum Beispiel Sally Potocki eher im Rückraum, wir brauchen eine schnelle Linksaußen und eine schnelle Rechtsaußen. Und auch eine große Kreisläuferin, damit man taktisch flexibler ist.

Dann fragen Sie doch auch! Ich sehe die Spieler als Partner, aber es herrscht bei mir eine positive Diktatur, am Ende entscheide ich. Ich kann wie eine Mutter sein, ich verstehe vieles, aber es ist immer auch Honigbrot und Peitsche. Alle müssen verstehen, es herrscht ein Konkurrenzkampf, ich bin ein Profi, wir sind alle Profis.

Natürlich basteln wir schon intensiv an der neuen Mannschaft, ich hätte sogar gern früher damit begonnen, obwohl wir natürlich eine gute Basis haben. Wir sind in vielen Gesprächen, vor allem auf den Außenpositionen ist Bedarf. Von dort müssen wir torgefährlicher werden. Die Mannschaft macht alles durch die Mitte.

Nun, ich habe ja einige Spiele gesehen, die Mannschaft war in der Abwehrarbeit nicht stark genug, nicht aggressiv genug. Die Truppe ist willig, das erkennt man schnell, aber nicht effektiv genug.

Sie muss ein echtes Team sein. Voller Emotionalität, voller Leidenschaft. Das müssen alle leben. Und du brauchst eine Hierarchie, in der die Besten die Verantwortung übernehmen.

Nein, das ist gar nicht so gravierend. Das Niveau der 2. Liga ist durch die Eingleisigkeit spürbar gestiegen. Die 2. Liga ist inzwischen auch wirtschaftlich sehr anspruchsvoll. Da braucht man schon einen guten Etat.

Ich werde in der Vorbereitung viel Wert auf Teambildung legen. Wir werden vielleicht zusammen wandern, auch klettern. Wir wollen uns auf ein Ziel, das heißt Aufstieg, einschwören. Es wird auch ein Training am Vormittag geben. Und das ist nötig, an einigen Tagen zweimal zu trainieren. Wir werden ja sehen, wie viele der Spielerinnen diesen Weg mitgehen wollen.

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