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Kein Meister: BVB befeuert Diskriminierungs-Debatte mit Schnurrbart-Bildern

BVB-Handball-Frauen

Der BVB kann es immer noch nicht fassen, dass den Handball-Frauen als Tabellenerster nicht der Meister-Titel zugesprochen wurde. Mit einem Bild befeuert der Verein jetzt die Diskriminierung-Debatte.

Dortmund

, 23.04.2020, 17:33 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kelly Dulfer und die BVB-Handball-Frauen sind mit der Entscheidung der HBF nicht einverstanden.

Kelly Dulfer und die BVB-Handball-Frauen sind mit der Entscheidung der HBF nicht einverstanden. © Ludewig

Auch ein paar Tage nach der Entscheidung der Handball Bundesliga Frauen (HBF), in dieser Saison keinen Meistertitel zu vergeben, sind die BVB-Frauen fassungslos. Auch die Erklärungen vom HBF-Vorstandsvorsitzenden Andreas Thiel halfen offenbar nicht.

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag nach der HBF-Entscheidung veröffentlichte der BVB auf seiner Facebook-Seite „Borussia Dortmund“, die über 15 Millionen „Gefällt mit“-Angaben hat, ein Bild, das die Autogrammkarten aller BVB-Handballerinnen zeigt.

Der Unterschied zu den originalen Autogrammkarten? Kelly Dulfer, Bogna Sobiech und ihre Mannschaftskolleginnen tragen alle einen angemalten Bart. Kommentiert hat der BVB das Foto mit der Aussage: „Wäre ich ein Mann, wäre ich jetzt Deutscher Meister!“

BVB-Präsident Dr. Reinhard Rauball spricht von Diskriminierung

Mit dieser Aktion unterstreicht der BVB noch einmal den Standpunkt des Vereinspräsidenten Dr. Reinhard Rauball, der den Unterschied zwischen Männern und Frauen beim Thema Titelvergabe beklagt hatte. In der Handball Bundesliga der Männer (HBL) wurde der THW Kiel nach dem Saisonabbruch bei acht noch ausstehenden Spielen zum Deutschen Meister erklärt. „Dass es bei den Männern einen Meister gibt und bei den Damen nicht, hat schon die Anzeichen einer Diskriminierung“, hatte Rauball erklärt.

Kelly Dulfer teilte das Bild in ihrer Instagram-Story.

Kelly Dulfer teilte das Bild in ihrer Instagram-Story. © Screenshot

Andreas Thiel, Vorstandsvorsitzender der HBF hatte diese Kritik zurückgewiesen. „(...) ich bin Vater von drei Töchtern, ich trainiere seit 20 Jahren Frauen, mir vorzuwerfen, ich diskriminiere Frauen, ist abwegig“, erklärte der HBF-Chef gegenüber dieser Redaktion.

Aber diese Aussage hat nichts an der Fassungslosigkeit beim BVB geändert. „Das ist einfach unfair! Wir haben eine gute Saison gespielt, und ich glaube, wir hätten es verdient gehabt, den Meistertitel zu bekommen“, wird BVB-Spielerin Kelly Dulfer auf der Homepage des BVB zitiert. Die niederländische Weltmeisterin teilte wie auch andere BVB-Spielerinnen in den sozialen Netzwerken das Schnurrbart-Foto außerdem in ihrer Instagram-Story.

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