Handball

Keine Zeit, um die Trikots zu waschen – BVB zwischen Montenegro, Neckarsulm und Moskau

Was für ein Stress: Zwischen zwei Champions League-Spielen in Montenegro und Moskau müssen die BVB-Handballerinnen am Mittwoch zum Bundesliga-Spiel nach Neckarsulm. Zwei Punkte sind Pflicht.
Kelly Dulfer (l.) und Alina Grijseels (r.) packen kräftig zu. © Ludewig

Kaum Zeit zum Durchatmen, geschweige denn zum Wäschewaschen. Trainer André Fuhr umschreibt den körperlichen Zustand seiner Spielerinnen mit „müde, aber gesund“. Das sagt alles. Die Handballerinnen des BVB müssen sich in dieser Woche mächtig sputen, um alle Termine hintereinander zu bekommen. „Richtiges Training und viel Zeit, um die Dinge aufzuarbeiten“, sagt Borussen-Coach André Fuhr, sei da kaum möglich: „Man muss aufpassen, die Spielerinnen in solch einer Situation nicht mental zu überfordern.“

Nicht nur mental sind die Borussinen in diesen Tag beansprucht, auch physisch. Denn das zu bewältigende Programm hat es in sich. Am Samstagmorgen ging es mit dem Charterflieger nach Montenegro zum Champions League-Spiel bei ŽRK Buducnost Podgorica. Noch am selben Abend ging’s wieder zurück, über Paderborn nach Dortmund. Mit im Gepäck eine ziemlich ärgerliche 27:31-Niederlage. Übrigends die siebte im achten Champions League-Spiel. Um 1 Uhr am Sonntagmorgen war der BVB-Tross am Dortmunder Airport zurück.

Der Reisestress ist nicht von Pappe

Am Mittwoch morgen steigen Spielerinnen, Betreuer und Trainer dann in den Bus, um rund 400 Kilometer nach Neckarsulm zu fahren, wo abends um 19.30 Uhr die Liga-Partie gegen den Tabellenfünften Neckarsulmer Sport-Union ansteht. Irgendwann am frühen Donnerstagmorgen wird der BVB wieder zurückerwartet, um dann keine 48 Stunden später nach Moskau zum Champions League-Rückspiel zu fliegen. „Das ist nicht von Pappe“, umschreibt André Fuhr die Reisestrapazen absolut treffend.

Dazwischen hat André Fuhr einige Trainingseinheiten eingestreut. Am Montagmorgen zunächst im Kraftraum, abends dann zum Taktiktraining in der Halle Wellinghofen. Dazwischen wurde natürlich auch über das Champions League-Spiel in Montenegro gesprochen. Die Videoanalyse brachte die eigenen Fehler natürlich zu Tage. Der Gegner, so Fuhr, sei routiniert, clever und kämpferisch gewesen. Und habe dazu mit Weltklasse-Außen Jovanka Radicevic (10 Tore) die Schlüsselspielerin der Partie in seinen Reihen gehabt. Der Umkehrschluss bedeutete, dass der BVB diese entscheidenden Attribute und Spielerin am Samstag in Montenegro nicht parat hatte. Und dennoch besitzt der BVB – zumindest theoretisch – noch Chancen, als aktueller Tabellensechster den Einzug ins Achtelfinale zu realisieren.

Konzentration gilt voll und ganz der Bundesliga

Trotz der Niederlage in der Königs-Klasse, oder besser gerade wegen der Niederlage, gilt jetzt die gesamte Konzentration der Bundesliga. Hatte die BVB-Führung um Andreas Heiermann, Andreas Bartels und André Fuhr doch immer wieder unterstrichen, dass die Bundesliga und der Gewinn der Meisterschaft absolute Priorität besitzen. Als Tabellenzweiter mit 20:0-Punkten und damit als einzige verlustpunktfreie Mannschaft der Liga – Spitzenreiter Bietigheim hat 23:3-Punkte, aber auch drei Spiele mehr bestritten – reist der BVB nach Baden-Württemberg, in die Kleinstadt Neckarsulm.

Neckarsulm mit missglücktem Re-Start

Das wird alles andere als ein Spaziergang, auch wenn die letzte und bislang einzige Niederlage des BVB vom 9. Mai 2015 (29:32) datiert. Zwar haben die Baden-Württembergerinnen den Re-Start und die Rückkehr aus der Quarantäne nicht gut verkraftet und verloren am Wochenende mit 22:24 in Metzingen, doch für André Fuhr ist das kein Zeichen der Schwäche. „Neckarsulm hat eine positive Entwicklung durchgemacht, sich im oberen Mittelfeld etabliert und ist für mich der stärkste Gegner aus dem Verfolgerfeld. Neckarsulm verfüge über eine erfahrene und engagierte Mannschaft rund um die beiden Niederländerinnen Nathalie Hendrikse und Lynn Knippenborg sowie der ehemaligen Dortmunderin Irene Espinola Perez.

Kelly Vollebregt ist wieder dabei

Der BVB kann in Bestbesetzung nach Süddeutschland reisen. Auch Kelly Vollebregt, die an einer schmerzhaften Entzündung der Patellasehne laborierte und gegen Halle-Neustadt und in Podgorica fehlte, konnte am Dienstag wieder normal trainieren und wird am Mittwoch mit in den Bus nach Neckarsulm steigen.