Kelly Vollebregt zur möglichen Meisterschaft: „Man spielt ja, um am Ende auch was zu gewinnen“

rnBVB-Handball-Frauen

Kelly Vollbregt ist einer der Neuzugänge, die bei den BVB-Frauen voll eingeschlagen sind. Die Linkshänderin bleibt trotz der bisher perfekten Saison auf dem Boden – und fühlt sich schon wie eine richtige Dortmunderin.

Dortmund

, 28.01.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die BVB-Handball-Frauen konnten nach dem Sieg gegen Mainz am Sonntag einen Spieltag vor dem Ende der Hinrunde die „Herbstmeisterschaft“ in der Handball-Bundesliga feiern.

Eine Garantin für den Erfolg in dieser Saison ist Neuzugang Kelly Vollebregt von der TuS Metzingen. Die 25-jährige Niederländerin ist mit bisher 53 geworfenen Feldtoren zusammen mit ihrer Landsfrau Kelly Dulfer Top-Torschützin der Borussinnen. Im Interview spricht die Rechtsaußen-Spielerin über die Titelambitionen des BVB, die Niederländerinnen in der Mannschaft und ihre neu entdeckte Begeisterung für Fußball.

Frau Vollebregt, herzlichen Glückwunsch zur Hinrunden-Meisterschaft. Wie stolz macht es Sie, dass sie immer noch ungeschlagen an der Tabellenspitze stehen?

Sehr stolz, das haben wir vor der Saison so auch nicht erwartet. Aber in jedem Spiel steht ein anderer von uns auf und bringt die Mannschaft zusammen, pusht uns nach vorne. Ich glaube, das macht uns auch stark.

Der 39:21-Sieg gegen Mainz am Sonntag hat vor allem in der ersten Hälfte gezeigt, wie stark das Team sein kann...

Das war schon echt krass, so extrem hatten wir das nicht erwartet. Wir standen vor allem in der Abwehr sehr gut mit Isa (Torhüterin Isabell Roch, Anm. d. Red.) hinten drin.

Was macht denn mehr Spaß? Total überlegene Spiele wie gegen Mainz oder die engen und spannenden Duelle wie gegen Bietigheim oder Thüringen?

Das kann man nicht vergleichen. Natürlich spielt man am liebsten die spannenden Spiele, aber man muss einfach immer 100 Prozent Leistung bringen, auch in Spielen wie gegen Mainz. Die volle Konzentration ist wichtig, und das macht in der Liga auch den Unterschied. Blomberg hat zum Beispiel am Wochenende Unentschieden gegen Ketsch gespielt (26:26, Anm. d. Red.).

Kelly Vollebregt zur möglichen Meisterschaft: „Man spielt ja, um am Ende auch was zu gewinnen“

Kelly Vollebregt traf am Wochenende gegen Mainz fünf Mal für den BVB. © Stummbillig

Volle Konzentration haben Sie und Ihr Team bisher immer gebracht, stehen deshalb immer noch ungeschlagen an der Tabellenspitze. Verlieren Sie in dieser Saison noch ein Spiel?

Die Saison ist lang, wir schauen von Spiel zu Spiel und gucken, was möglich ist. Bisher sind wir von Verletzungen verschont geblieben. Jetzt fällt Merel Freriks zwar aus (zehn Tage Pause wegen eines Bänderanrisses, Anm. d. Red.), die kommt aber hoffentlich schnell zurück. Aber wir gucken mal, bis jetzt läuft es tatsächlich ganz gut (lacht).

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Aber ist die Meisterschaft denn wirklich gar kein Thema innerhalb der Mannschaft?

Vielleicht träumt man schonmal davon, aber jetzt ist noch nicht einmal die Hinrunde vorbei. Wir müssen nochmal gegen alle starken Gegner ran. Aber es macht schon Spaß, man spielt ja, um am Ende auch was zu gewinnen.

Kelly Vollebregt zur möglichen Meisterschaft: „Man spielt ja, um am Ende auch was zu gewinnen“

Bisher ist Kelly Vollebregt im BVB-Trikot ungeschlagen. © Stephan Schuetze

Sie sind vor der Saison von Metzingen zum BVB gewechselt, insgesamt sind sieben neue Spielerinnen nach Dortmund gewechselt. Wie gut versteht sich die Mannschaft mittlerweile auch außerhalb des Feldes?

Wir verstehen uns sehr gut, wir machen viel zusammen – obwohl wir uns ja auch so schon oft genug sehen. (lacht) Aber wir gehen gerne zusammen einen Kaffee trinken oder etwas Essen. Der gute Zusammenhalt zeigt sich, glaube ich, auch im Spiel.

Mit André Fuhr hat der BVB seit dieser Saison auch einen neuen Trainer. Für Sie war er allerdings nicht neu, sie haben schon vorher unter ihm in Metzingen gespielt – das Training in Dortmund ist also nicht neu für Sie?

Er bringt schon viel Abwechslung ins Training. Aber ich habe von Anfang an immer verstanden, was er von mir wollte.

Kelly Vollebregt zur möglichen Meisterschaft: „Man spielt ja, um am Ende auch was zu gewinnen“

Unter André Fuhr spielte Kelly Vollebregt schon in Metzingen. © Ludewig

Sie sind mit 18 aus Ihrer Heimat nach Koblenz gewechselt. War es schwer für Sie, nicht mehr in den Niederlanden zu wohnen?

Am Anfang schon, aber Koblenz ist ja auch nicht so weit weg von zuhause gewesen...

In Dortmund fühlen Sie sich sicher mehr zuhause denn je, mit Ihnen spielen insgesamt sechs Holländerinnen beim BVB. Unterhalten Sie sich in Muttersprache?

Wir sprechen im Training und wenn Leute dabei sind, die kein Holländisch sprechen, immer Deutsch. Da achten wir wirklich sehr genau drauf.

Rutscht Ihnen während eines Spiels im Eifer des Gefechts denn mal ein niederländisches Wort heraus?

Nein, dafür wohne ich schon zu lange in Deutschland.

Haben Sie Deutsch schon in der Schule gelernt?

In der Schule hatte ich es zwei Jahre lang, aber die Grammatik ist schon sehr schwer. Ich dachte, dass ich es sowieso nicht mehr brauchen würde (lacht). Richtig gelernt habe ich es während meiner Zeit in Deutschland.

Haben Sie sich schon in Dortmund eingelebt?

Mir gefällt es hier super. In Metzingen und Koblenz war es eher wie in einem Dorf. Hier wohne ich zwar ein bisschen außerhalb der Innenstadt, aber ich habe von hier aus alle Möglichkeiten.

Sind Sie denn auch schon Fußballfan geworden?

Ich war schon ein paar Mal bei Spielen im Stadion. Ich bin richtig begeistert – und das, obwohl ich eigentlich nicht der große Fußball-Fan bin. Die Stimmung im Stadion ist schon überragend.

Am Sonntag geht es gegen Ketsch ins letzte Hinrundenspiel der Saison. Wie viele Tore machen Sie gegen den Tabellenletzten?

Es kommt immer darauf an, wie viele Bälle ich bekomme – aber ich hoffe, dass es schon ein paar werden.

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