Klare Niederlage: Eine BVB-Spielerin zeigt eines ihrer besten Spiele in der Champions League

Zeigte eine ihrer besten BVB-Leistungen: Spielmacherin Fatos Kücükyildiz. © Ludewig
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Samstagabend trafen in der Helmut-Körnig Halle zwei komplett unterschiedliche Ansprüche aufeinander. Zu Gast war bei Borussia Dortmund Rostov-Don aus Russland, die klare Ambitionen darauf haben, in das Finalturnier der Champions League einzuziehen. Der BVB ist aktuell auf bestem Wege zum Einzug in die Playoffs, ein Erfolg für den Klub in der zweiten Spielzeit der Königsklasse. Dennoch boten beide Teams eine Partie auf hohem Niveau, die Rostov mit 31:25 (17:12) gewann.

Die Gäste aus Russland zogen schnell 4:1 davon (6.). Es war keine schwache Anfangsphase des BVB, Rostov-Don bewies aber die Qualität, die es zu einem europäischen Spitzenteam macht. Vor den Augen vom deutschen Nationaltrainer Henk Groener arbeiteten sich die Borussinnen in die Partie, kamen auf 4:5 wieder ran durch Rechtsaußen Amelie Berger (7.). Rostov präsentierte offensive Qualität. Bei den Gästen zu Beginn Dreh- und Angelpunkt: Grace Zaadi Deuna. Vier Tore gingen bis dahin auf das Konto der Rückraumspielerin.

„Für uns war es sehr wichtig, gut in die Partie zu starten“, sagt Rostov-Trainer Per Anders Johannson. „Jedes Team hatte Probleme hier in Dortmund, darauf wollte ich mein Team so gut es geht vorbereiten.“ Ein Lob, was sich der BVB in der bisherigen Spielzeit erarbeitet hat.

Die Schwarzgelben hielten vor rund 300 Zuschauer das Spiel offen. So gut es denn ging. Zwar lag das Team nach 20 Minuten mit sieben Toren zurück (7:14), doch als der BVB bis zur 27. Minute durch einen Treffer von Tessa van Zijl auf 12:15 rankam, nahm Rostov-Trainer Johannson sein erstes Timeout.

BVB-Coach André Fuhr probierte viel aus, ging zum Ende des ersten Durchgangs mit sieben Offensiven in den Angriff, stellt auf eine 5:1-Abwehr um. Der Rückstand vergrößerte sich dennoch auf 12:17 zur Pause und wurde durch eine Rote Karte für Tessa van Zijl getrübt. Die halbrechte Rückraumspielerin warf bei einem Freiwurf Grace Zaadi Deuna ins Gesicht.

BVB: Zufrieden wie sich das Team präsentiert

„Ich bin durchweg glücklich, wie wir uns hier präsentieren“, sagte Andreas Heiermann, Abteilungs-Vorsitzender des BVB, trotz des Rückstands in der Halbzeit. Auch BVB-Trainer André Fuhr war nach dem Spiel zufrieden: „Wir haben eine gute Leistung gezeigt. Ich mache mir keine Sorgen, dass wir die Playoffs erreichen.“

Im zweiten Durchgang präsentierte der BVB Malocher-Qualitäten. Trotz drei Zeitstrafen in den ersten fünf Minuten kamen die Borussinnen auf 16:18 ran. Der zweite Anzug in Form von Paulina Uscinowicz, Fatos Kücükyidliz und Frida Ronning zeigte sein Können. Das Spiel blieb offen, aber es wirkte nicht so, als ob der BVB die Überraschung schaffen könnte. Dafür zeigte Rostov seine Qualitäten defensiv wie offensiv.

Mitverantwortlich für die trotzdem enge Partie: BVB-Torhüterin Yara ten Holte, die erneut grandios parierte (33 Prozent der Bälle gehalten). Vier Tore Rückstand waren es lediglich, als Fatos Kücükyildiz durch einen Siebenmeter traf (43.). Sie machte offensiv eines ihrer besten Spiele (sieben Tore) für den BVB als Ersatz für Kapitänin Alina Grijseels, die auf der Tribüne weilte. Das Fehlen der Spielmacherin durch ihren Nasenbeinbruch machte sich immer wieder bemerkbar. Grijseels stieg in dieser Woche zurück in das Training ein, zunächst mit einer Maske, die aber in Spielen nicht genutzt werden darf. Ein Einsatz kommende Woche in Bukarest ist aber noch offen.

BVB: Kücükyildiz zieht das passende Fazit

Da Bukarest – Gegner des BVB am kommenden Wochenende – zeitgleich das Spiel gegen Buducnost gewann, rutscht Dortmund auf Platz fünf in der Tabelle der Champions League ab.

Auch fünf Minuten vor dem Ende waren es wieder vier Tore Rückstand, als erneut Berger traf (23:27). Nach einem Ballgewinn von Zschocke hätte die Rückraumspielerin selbst das Spiel in den Schlussminuten noch mal spannend gestalten können, mit einem Wurf auf das leere Tor, doch der Ball von Zschocke ging vorbei. Stattdessen entschieden die Gäste aus Russland das Duell mit 31:25 für sich.

„Wir spielten gegen Weltmeister und Olympaisieger. Wir haben mit viel Herz gespielt, haben unser Bestes gegeben, auch wenn wir nicht die Qualität von Rostov hatten, haben wir viel Leidenschaft gezeigt“, zog Rückraum-Spielerin Kücükyildiz ein passendes Fazit.

BVB: ten Holte, Woltering – Berger (2), Sando, Zschocke (1), van Zijl (2), Moreno (2), Kücükyildiz (7/4), Abdulla, Freriks (6), van der Heijden (4), Ronning (1/1), Uscinowicz