Nach Enthüllungen gegen BVB-Trainer: Mia Zschocke hat neuen Klub und spielt Champions League

Sportredaktion Dortmund
Die ehemalige BVB-Spielerin Mia Zschocke (r.) hat einen neuen Klub gefunden.
Die ehemalige BVB-Spielerin Mia Zschocke (r.) hat einen neuen Klub gefunden. © Ludewig
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Mia Zschocke und Amelie Berger haben nach Informationen unserer Redaktion schon am 24. August dem BVB-Abteilungsvorstand um Andreas Heiermann mitgeteilt, dass es für sie kein Weiter beim Handball-Bundesligaklub geben wird, so lange André Fuhr Trainer des Klubs ist.

Sie erhoben schwere Vorwürfe gegen den Coach. Konkret wurden Fuhr nach Informationen dieser Redaktion der systematische Aufbau von Abhängigkeitsverhältnissen, Ausnutzen einer Machtstellung sowie psychische Gewalt vorgeworfen. Heiermann soll sich damals für den Trainer entschieden haben. Der Abteilungsleiter akzeptierte auch die fristlosen Kündigungen der beiden Spielerinnen nicht.

Zschocke und Berger hatten unterdessen die unabhängige Anlaufstelle gegen Gewalt und Missbrauch im Spitzensport „Anlauf gegen Gewalt“ kontaktiert. Insgesamt sollen nach Informationen dieser Redaktion mehr als 20 Spielerinnen und Akteure aus dem Profi-Handball ähnliche Vorwürfe gegen BVB-Trainer André Fuhr erhoben haben.

Ein Krisengespräch am vergangenen Montag (12. September), an dem unter anderem Vereins-Präsident Dr. Reinhard Rauball, zwei Anwälte des BVB, Mia Zschocke und Amelie Berger teilnahmen sowie eine Vertreterin von Athleten Deutschland, brachte eine Wendung in dem Fall. Letztlich entschieden der BVB-Vorstand um Rauball, Bernd Möllmann und Dr. Reinhold Lunow am Montag (19.9.) Trainer André Fuhr freizustellen und entsprachen dem Wunsch der Spielerinnen, die Verträge mit dem BVB aufzulösen. Heiermann war an der Entscheidung nicht beteiligt und war auch nicht Teil des montägigen Krisentreffens am 12. September.

Und am Montag (19.9.) schon präsentierte Mia Zschocke ihren neuen Klub. Per Instagram veröffentlichte der norwegische Klub Storhamar Håndball, dass Mia Zschocke das Team verstärken wird. Die Rückraumspielerin spielt also ab sofort in der Champions League und trifft dort auf die ehemalige BVB-Akteurin Tina Abdulla. Wie es für Amelie Berger weitergeht, ist noch unklar.