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Nationaltorhüterin Isabell Roch tritt beim BVB in die riesigen Fußstapfen von Clara Woltering

BVB-Handball

Isabell Roch steht zwischen den Pfosten seit sie denken kann. Ihr Vater war schon ein herausragender Torhüter. Bei ihrem zweiten BVB-Engagement will sie in die Fußstapfen von Clara Woltering treten.

Dortmund

, 24.07.2019 / Lesedauer: 4 min
Nationaltorhüterin Isabell Roch tritt beim BVB in die riesigen Fußstapfen von Clara Woltering

Isabell Roch (Nummer 18) beim Trainingsauftakt in Dortmund. © Nils Foltynowicz

Die Vorzüge, eine Legende wie Clara Woltering als Torwarttrainerin zu haben, hat Isabell Roch schon mit der ersten Trainingseinheit bei Borussia Dortmund erfahren dürfen. Die neue Torhüterin der Handball-Bundesliga-Damen konnte ihre eigene Pulsuhr nicht finden und das ist für Laufeinheiten, bei denen der Puls vorher und nachher kontrolliert wird, erstmal schlecht.

Nicht zum Schwärmen gekommen

Doch Clara Woltering war ja schnell zur Stelle: „Sie hat mir sofort ihre gegeben“, sagt Roch, deren Stimme einen kleinen Hüpfer macht, als sie davon spricht, mit wem sie in Zukunft an den Feinheiten des Torhüterinnenspiels arbeiten wird. „Mit Clara als Torwarttrainerin“, schwärmt die aktuelle deutsche Nationaltorhüterin also über die ehemalige deutsche Nationaltorhüterin, das sei schon eine tolle Sache.

Nun ist Isabell Roch nicht zum Schwärmen nach Dortmund gekommen, sie möchte erfolgreich Handball spielen, aber sie hätte ja auch woanders hingehen können, ihr Vertrag in Metzingen lief aus, genug Angebote gab es, „aber ich kannte das Umfeld schon von früher, habe noch viele Bekannte hier und wenn etwas nicht ganz fremd ist, fällt es einem immer leichter.“

Vor zehn Jahren schonmal da

Tatsächlich war Roch ja schon einmal in Dortmund, vor ziemlich genau zehn Jahren wechselte sie mit 19 Jahren von den Rhein-Main-Bienen zum BVB, verließ den Klub nach dem Abstieg aber schon nach einem Jahr wieder. Nach den Stationen Blomberg-Lippe, Bietigheim und Metzingen ist sie nun also wieder zurück: „Ich habe mich damals hier sehr wohlgefühlt und immer gesagt, dass ich mir vorstellen kann, dass ich nochmal wiederkomme“, sagt Roch.

Schon Anfang des Jahres gibt es den ersten Kontakt, kurz vor dem direkten Duell zwischen Metzingen und dem BVB verkünden dann die TuSsies selbst den Wechsel und liefern eine Begründung gleich mit: „Ihr Freund ist erst letzte Woche von Bietigheim nach Hagen gewechselt und wird dort auch in der nächsten Saison Handball spielen. Dortmund liegt ja bekanntermaßen geographisch deutlichen näher an Hagen.“ Das stimmt zwar, war aber nicht der einzige Punkt: „Das Projekt hier hat mich überzeugt“, sagt Roch, „ich hatte gute Gespräche mit Andreas Bartels, eine Platzierung unter den ersten Vier und die Europapokalteilnahme sind unser Ziel und mit den Neuzugängen ist das auch realistisch“, sagt Roch.

Ein alter Hase trotz jungen Jahren

Von den sieben Neuzugängen ist sie zusammen mit Bogna Sobiech mit Abstand die Älteste, mit ihren 29 Jahren gehört sie im Bundesliga-Geschäft sogar zu den alten Hasen, was vor allem daran liegt, dass sie schon so früh damit anfing. Mit 15 verließ Roch ihre Heimat im unterfränkischen Erlenbach und schloss sich dem Thüringer HC an, mit 16 gehörte sie schon zum Bundesliga-Kader: „Man konnte dort den Sport sehr gut mit der Schule vereinbaren“, sagt Roch, „und dann guckt man halt, ob man den Sprung schafft.“

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Trainingsauftakt der BVB-Handball-Damen vor der Saison 2019/2020

Die Bilder vom Trainingsauftakt der BVB-Handball-Damen vor der Saison 2019/2020.
23.07.2019
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Trainingsauftakt bei den BVB-Handball-Damen.© Nils Foltynowicz
Trainingsauftakt bei den BVB-Handball-Damen.© Nils Foltynowicz
Trainingsauftakt bei den BVB-Handball-Damen.© Nils Foltynowicz
Trainingsauftakt bei den BVB-Handball-Damen.© Nils Foltynowicz
Trainingsauftakt bei den BVB-Handball-Damen.© Nils Foltynowicz
Trainingsauftakt bei den BVB-Handball-Damen.© Nils Foltynowicz
Trainingsauftakt bei den BVB-Handball-Damen.© Nils Foltynowicz
Trainingsauftakt bei den BVB-Handball-Damen.© Nils Foltynowicz
Trainingsauftakt bei den BVB-Handball-Damen.© Nils Foltynowicz
Trainingsauftakt bei den BVB-Handball-Damen.© Nils Foltynowicz
Trainingsauftakt bei den BVB-Handball-Damen.© Nils Foltynowicz
Trainingsauftakt bei den BVB-Handball-Damen.© Nils Foltynowicz
Trainingsauftakt bei den BVB-Handball-Damen.© Nils Foltynowicz
Trainingsauftakt bei den BVB-Handball-Damen.© Nils Foltynowicz
Trainingsauftakt bei den BVB-Handball-Damen.© Nils Foltynowicz
Trainingsauftakt bei den BVB-Handball-Damen.© Nils Foltynowicz
Trainingsauftakt bei den BVB-Handball-Damen.© Nils Foltynowicz
Trainingsauftakt bei den BVB-Handball-Damen.© Nils Foltynowicz
Trainingsauftakt bei den BVB-Handball-Damen.© Nils Foltynowicz
Trainingsauftakt bei den BVB-Handball-Damen.© Nils Foltynowicz
Trainingsauftakt bei den BVB-Handball-Damen.© Nils Foltynowicz
Trainingsauftakt bei den BVB-Handball-Damen.© Nils Foltynowicz
Trainingsauftakt bei den BVB-Handball-Damen.© Nils Foltynowicz

Sie schaffte ihn in beeindruckender Schnelligkeit, wobei ihre Anlagen dafür definitiv nicht die schlechtesten waren: „Ich stand von den Minis an schon im Tor“, erzählt Roch, „das kam natürlich durch meinen Vater.“ Siegfried Roch war Nationaltorhüter, zweifacher Deutscher Meister und ist immer noch Rekordspieler des TV Großwallstadt, für den er 16 Jahre spielte: „Er hat uns aber nie Druck gemacht oder so“, sagt Roch, „er wollte nur, dass wir uns bewegen. Und irgendwie war es dann so nach dem Motto: Was der Vater gut kann, kann die Tochter auch gut.“

Riesige Fußstapfen nicht zu groß

Sehr gut, kann man heute sagen. Und vor allem so gut, dass die riesigen Fußstapfen von Clara Woltering ihr auch keinen Zentimeter zu groß sind: „Ich bin schon hierhergekommen, damit ich der Mannschaft auch helfen kann“, sagt Roch, die natürlich registriert hat, dass Rinka Dujndam zusammen mit Woltering und Yara ten Holte in der vergangenen Saison ein starkes Torhüter-Team gebildet hat: „Natürlich will ich immer spielen“, sagt Roch dann auch, „aber es muss ein gesundes Konkurrenzverhalten da sein.“

Der erste Eindruck ihrer neuen Mannschaft ist jedenfalls positiv: „Natürlich kannte man sich schon vom Sehen, man weiß auch, wer wer ist, aber ich bin froh, dass es jetzt los geht und dass ich dabei sein kann. Die Truppe macht Spaß“, sagt Roch. Und wenn dann noch Clara Woltering mit der Pulsuhr aushilft...

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