BVB Handball

Personalnot beim Deutschen Meister: BVB-Chef sieht „akuten Handlungsbedarf“

Die BVB-Handballerinnen, die am Sonntag in der Champions League CSM Bukarest empfangen, melden den nächsten Ausfall. Trainer André Fuhr sucht inzwischen nach dringend benötigter Verstärkung.
Haruno Sasaki, hier beim Supercup Ende August am, Ball, muss an der Bandscheibe operiert werden und fällt länger aus. © Ludewig

Schlüsselfragen sind bei den Handballerinnen von Borussia Dortmund derzeit in vielerlei Hinsicht interessant, ebenso wie Schlüsselspielerinnen und Schlüsselspiele. In diese Kategorie mag BVB-Trainer André Fuhr die nächste Champions-League-Partie am Sonntag (16 Uhr) in der Helmut-Körnighalle gegen CSM Bukarest nicht einordnen.

„Ich betone es noch einmal: Wir sind in der Champions League krasser Außenseiter, auch wenn wir momentan die Tabelle anführen. Bukarest zum Beispiel hat einen dreimal so hohen Etat wie wir und absolute Weltklassespielerinnen wie die Rumänin Neague im Kader“, sagt der Dortmunder Meistertrainer und verweist vor dem nun folgenden Spiele-Marathon im Dreitage-Rhythmus auf seine durch Verletzungen extrem gebeutelten Schützlinge: „Wir laufen wirklich auf der letzten Rille und brauchen dringend Verstärkung. Die Zeit drängt“.

Die nimmermüden Nachfragen des Trainers, der nach eigenen Angaben in einem schwierigen Marktumfeld schon „25 bis 30 Spielerberater kontaktiert“ hat, sind zu Abteilungsvorstand Andreas Heiermann vorgedrungen, der angesichts der nächsten schlechten Personal-Nachricht – die japanische Nationalspielerin Haruno Sasaki muss an der Bandscheibe operiert werden und fällt monatelang aus – „akuten Handlungsbedarf“ sieht, denn: „Die Mannschaft geht inzwischen auf dem Zahnfleisch, allein aus Fürsorge für die Gesunden müssen wir uns schnell umsehen, alles andere kann ich nicht verantworten“.

Der Trainer hört´s gerne, und so geht sein Blick ins Ausland. Das Profil eines möglichen Neuzugangs ist scharf umrissen: „Wir brauchen in der Abwehr zentral Entlastung, deshalb suchen wir jemanden, der körperlich stabil ist, im Innenblock verteidigen und aus sieben, acht Metern auch mal aufs Tor werfen kann“.

Im Pokal nun gegen Blomberg Lippe

Mit Mia Zschocke und Fatos Kükücyildiz haben sich zwei von Bänderrissen frisch genesene Spielerinnen am Mittwoch gegen Halle zurückgemeldet, sie sind auch am Sonntag eine Option für die in dieser Saison in Liga und Champions League noch ungeschlagenen Borussinnen, die trotz aller Rückschläge noch an ihren Halbjahres-Zielen festhalten: in der Bundesliga bis zum Jahresende ohne Niederlage zu bleiben und im DHB-Pokal das Final Four zu erreichen. Im Achtelfinale wurde den Schwarzgelben nun Liga-Konkurrent Blomberg-Lippe (Fuhr: „Das ist nicht mein Traumlos“) zugelost, Spieltermin ist aktuell der 13. November.

Sichtlich erfreut waren Spielerinnen und Umfeld am vergangenen Mittwoch von der größeren Kulisse in Wellinghofen: „Das war ein deutlicher Fortschritt. Das haben sich die Mannschaft und der Sport wirklich verdient“, sagt André Fuhr, der sich auch am Sonntag gegen Bukarest Rückenwind von den Tribünen erhofft, denn: „Inzwischen wissen auch unsere Gegner, was wir können. Wir werden versuchen, unser Spiel durchzuziehen, wieder in der Abwehr gut zu stehen und unser Umschaltspiel zu verbessern, da sind wir manchmal noch zu ungeduldig“.

„Wir sind keine Hobbytanzgruppe“

Trainer Fuhr würde aktuell nur ungeduldig, wenn am Sonntag der Hallenschlüssel fehlen sollte, denn: „Wir sind keine Hobbytanztruppe, sondern eine Profimannschaft“.