Spiegelglatter Hallenboden in Wellinghofen gefährdet die BVB-Handballerinnen: „Eine Katastrophe“

rnBVB-Handball-Frauen

Die BVB-Frauen haben trotz perfekter sportlicher Situation ein Problem. Der viel zu glatte Hallenboden in Wellinghofen stellt den Verein auch mit Blick in die Zukunft vor große Schwierigkeiten.

Dortmund

, 20.02.2020, 19:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sportlich könnte es bei den verlustpunktfreien BVB-Handball-Frauen nicht perfekter laufen. Doch vor dem Topspiel am Samstag (19.30 Uhr, Halle Wellinghofen) gegen den amtierenden Pokalsieger und Deutschen Vizemeister Thüringer HC kommt ein Problem ans Licht, das den Tabellenführer im wahrsten Sinne des Wortes ins Straucheln bringt. Und das so richtig.

„Der Hallenboden in Wellinghofen macht uns richtig zu schaffen“, erklärt BVB-Trainer André Fuhr nach dem Training am Donnerstagmorgen. Was sich anhört wie eine Lappalie oder Meckern auf hohem Niveau ist tatsächlich ein ausgewachsenes Problem. „Der Boden“, sagt Fuhr, „ist viel zu glatt“. Er und seine Mannschaft seien bisher sehr geduldig geblieben, jetzt gehe es aber nicht mehr so weiter. „Die Spielerinnen haben teilweise schon muskuläre Probleme“, sagt Fuhr.

Jetzt lesen

Auch auf Nachfrage beim schwarzgelben Vorstand werden die ungeheuren Ausmaße des Problems deutlich. Abteilungsvorstand Andreas Heiermann wird deutlich: „Wir haben die Probleme schon seit Monaten, das ist für die Sportlerinnen so nicht mehr tragbar.“

BVB-Abteilungschef Andreas Heiermann: „Eine Katastrophe“

Monate? Die Borussinnen waren erst nach der vergangenen Saison wieder in Wellinghofen „eingezogen“, nachdem zuvor monatelang in der Halle Am Lieberfeld renoviert – und ein neuer Hallenboden verlegt worden war. Spielten die schwarzgelben Handballerinnen vorher auf Linoleum, kämpft das Team um die niederländischen Weltmeisterinnen jetzt auf einem Kunststoffboden um Punkte. „Der Boden“, erklärt Heiermann, „hat jetzt eine andere Beschaffenheit“.

Dana Bleckmann und die Spielerinnen des BVB kommen in der Halle Wellinghofen öfter ins Straucheln.

Dana Bleckmann und die Spielerinnen des BVB kommen in der Halle Wellinghofen öfter ins Straucheln. © Stephan Schuetze

Jedes Mal, wenn der Boden nach Spielen frisch gereinigt werde, sei die Oberfläche spiegelglatt. Bis zu den Wochenenden bessere sich das dann immer ein wenig, trotzdem: Für den Leistungsport ist das laut Heiermann eine „Katastrophe“, so gehe es nicht mehr weiter. Das Schlimmste für den BVB dabei: Es seien bereits Spielerinnen an den Verein herangetreten, die, wenn sich in Sachen Hallenboden nichts ändern würde, nicht in Dortmund bleiben wollen. Darunter auch Weltmeisterin Kelly Dulfer.

BVB-Spielerinnen haben Angst um ihre Gesundheit

Die BVB-Spielerinnen hätten erklärt, dass sie so nicht arbeiten können, Angst um ihre Gesundheit hätten. Auch gegnerische Teams hätten den BVB bereits auf das Problem aufmerksam gemacht. „Ja, da gab es Beschwerden“, bestätigt Heiermann.

Seit der Rückkehr von Herdecke nach Wellinghofen gebe es das Problem, seit der Rückkehr suchen Verein, die Stadt und die zuständige Reinigungsfirma fieberhaft nach einer Lösung. „Ich gebe keinem die Schuld an dem Problem, wir wissen einfach nicht genau, woran es liegt. Vielleicht am Boden, vielleicht am Reinigungsmittel“, beschreibt Heiermann die Situation.

Christian Schön, Sprecher der Stadt Dortmund, erklärt, dass bereits mehrere Glättemessungen in der Halle durchgeführt wurden. „Das Ergebnis war jedesmal: bedingt rutschsicher“, so Schön. Auch das Beimischen einer rutschhemmenden Substanz bei der Reinigung habe nicht zum gewünschten Erfolg beigetragen. Ab Freitag werde ein anderes rutschhemmendes Mittel eingesetzt.

Auch das Training von André Fuhr leidet unter der Situation

Andreas Heiermann hat währenddessen auch schon bei Auswärtsspielen die anderen Bundesliga-Vereine gefragt, ob das Problem in deren Hallen aufgetreten sei. „Aber“, sagt der Abteilungsvorsitzende, „egal, wo ich bin, keiner kennt das Problem.“

Keiner der Beteiligten wisse, woran das Problem liege, „ich weiß nur“, sagt Heiermann, „dass es so nicht weitergeht, wir müssen die Ursache finden.“

Heiermann stehe mehrmals wöchentlich mit den Behörden in Kontakt. „Wir würden ja auch finanziell mithelfen, wir müssen jetzt nach Spezialisten suchen, von mir aus auch auf nationaler Ebene.“

Aktuell gibt es keine Lösung für das schwarzgelbe Problem in Wellinghofen, André Fuhr und seine Schützlinge müssen sich irgendwie mit der Situation zurechtfinden. „Unsere Trainingswoche war deshalb auch nicht so gut“, erklärt Fuhr. Natürlich alles andere als optimal mit Blick auf das Bundesliga-Topspiel gegen den Thüringer HC am Samstag. Und mit Blick auf die Zukunft sogar katastrophal, sollten aufgrund des Problems Spielerinnen den BVB verlassen – und die momentan perfekte BVB-Welt ins Straucheln bringen.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt