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„TuSsies“ verpassen dem BVB eine Packung

Damen-Handball

Bundesligist Borussia Dortmund kassiert beim Verfolgerduell in Metzingen eine 17:35 (7:16)-Pleite. Die Trainerin ist schwer enttäuscht. „Meine Spielerinnen haben irgendwann im Kopf aufgegeben“, sagt sie.

Metzingen

, 08.11.2017, 22:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
„TuSsies“ verpassen dem BVB eine Packung

So verlief der Abend in Metzingen: Nationalspielerin Shenia Minevskaja (l.) schenkte dem BVB Tor um Tor ein, Anne Müller (M.) und Clara Woltering erwischten mit ihrer Mannschaft einen rabenschwarzen Abend beim 17:35. © Eibner-Pressefoto/Tobias Baur

Sprachlos und niedergeschlagen hockten einige Borussinnen nach der Schlusssirene auf ihrer Bank. Hier und da spazierten Grüppchen, die das Geschehene verbal verarbeiten wollten, über das Feld. So oder so, es dürfte dauern, bis diese herbe 17:35-Schlappe verdaut ist. Trainerin Ildiko Barna sprach von einer „großen Enttäuschung“, Ergebnis und Auftreten seien „eine Katastrophe“ gewesen.

Beim überzeugenden Pokal-Fight gegen die SG BBM Bietigheim kostete den BVB am Sonntag eine kurze Phase der Unachtsamkeit den Einzug in die nächste Runde (25:29). Entsprechend lautete für das Verfolgerduell in Metzingen, wo der Ligadritte den Tabellenfünften empfing, die klare Vorgabe von Barna: „Wir dürfen uns keine Schwächephase erlauben, das nutzen sie aus.“

Einseitige Angelegenheit

Doch ihre Spielerinnen hielten sich nach 450 Kilometern Busfahrt nicht an diese Linie. Die „TuSsies“, wie sich die Metzinger Frauen selbstironisch nennen, gaben Barna wiederum Recht: Der BVB verschlief die Startphase rundweg und die Gastgeberinnen kannten keine Gnade. 0:4 aus BVB-Sicht nach 3:17 Minuten, 4:9 nach einer Viertelstunde, 7:16 zur Pause: Das vermeintliche Spitzenspiel geriet von Beginn an zu einer ganz und gar einseitigen Angelegenheit.

Die Dortmunder Abwehr fand keinen Zugriff und machte es den mit viel Tempo agierenden Gastgeberinnen viel zu einfach, zu Toren zu kommen. Auch die Umstellungen von der gewohnten 6:0- auf eine 5:1- oder eine 4:2-Deckung änderte nichts am Spielverlauf. „Da wirst du auch als Trainerin verrückt, wenn nichts funktioniert“, schilderte Barna. Die verletzte Mira Emberovics wurde schmerzlich vermisst.

BVB-Damen zu ungenau und statisch

Zumal auch im Angriff wenig zusammenlief. Dort agierten die Schwarzgelben immer wieder ungenau und statisch. Die flinkfüßige 6:0-Deckung der „TuSsies“ hatte wenig Mühe, den Dortmunder Rückraum in Schach zu halten. Gegenstöße oder einstudierte Spielzüge über die Außenpositionen zeigte Barnas Mannschaft nicht.

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Metzingens Nationalspielerinnen Marlene Zapf (7), Shenia Minvskaja (7) und Julia Behnke (5) warfen mehr Tore als alle BVB-Spielerinnen zusammen. Sieben Sekunden vor Schluss vollendete Ina Großmann nach Kempa-Zuspiel sehenswert zum Endstand. Während den „TuSsies“ auch in diser Szene alles gelang an diesem Abend, bekam der BVB keinen Fuß auf die Platte. „Der Gegner hat alles gezeigt, meine Spielerinnen haben irgendwann im Kopf aufgegeben“, sagte Barna.

Handballliga pausiert vorerst

Für die Trainerin gilt es, nach dieser Blamage in Metzingen den richtigen Ton zu finden und den Zwischenstand von 7:5 Punkten nach sechs Partien einzuordnen. Das Problem: Nun sind einige Spielerinnen wochenlang fort, für die Vorbereitung auf die Heim-Weltmeisterschaft pausiert die Liga. Erst am Tag vor Heiligabend steht das nächste Erstliga-Spiel bei Frisch Auf Göppingen an.

Viel Zeit zum Nachdenken also, alleine und in Gruppen.

BVB-Aufstellung: Woltering, Burrekers; Kramer, Grijseels (4), Weisheitel, C. Müller, A. Müller (2), Kockel, Espinola Perez (1), Galinska (3), Stockschläder, van Kreij (1), Huber (1/1), Mansson (4), Bleckmann, Vaszari (1)