Anzeige


Überraschung: Borussia Dortmund ist in der Champions League bereits eine Runde weiter

Borussia Dortmund

Die EHF hat entschieden: Alle Teams aus der Gruppenphase ziehen in die K.o.-Runde ein. Wirklich glücklich ist man beim BVB darüber nicht, nimmt es aber sportlich. Der Terminplan wird enger.

Dortmund

, 11.02.2021, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nicht immer einverstanden mit den Entscheidungen der Unparteiischen gegen Leverkusen: BVB-Trainer André Fuhr (r.).

Nicht immer einverstanden mit den Entscheidungen der Unparteiischen gegen Leverkusen: BVB-Trainer André Fuhr (r.). © Ludewig

André Fuhr arbeitete leidenschaftlich vor seiner Bank mit. Ärgerte und haderte bei Fehlern, jubelte deutlich mehr als in den vergangenen Wochen bei gelungenen Offensivaktionen. Dem Trainer von Borussia Dortmund war die Anspannung anzumerken, es hätten ja die ersten Verlustpunkte für den BVB sein können am Mittwochabend. So spannend wie Bayer Leverkusen das Duell in Dortmund gestaltete, bekam dies schon länger kein Team mehr hin.

Inger Smits in überragender Form

Hinzu kam eine undurchsichtige Linie des Schiedsrichtergespanns mit fragwürdigen Entscheidungen auf beiden Seiten, die auch Fuhr aus der Haut fahren ließen. „Nix aber“, maßregelte der Coach einen der Referees während einer Diskussion lautstark.

Am Ende ging alles gut, der BVB siegte knapp mit 31:29 und thront mit weißer Weste ganz oben in der Tabelle der Handball-Bundesliga. Und es war wieder einmal Inger Smits, die voranging und sich erneut in überragender Form präsentierte.

Nach elf Toren am vergangenen Wochenende in der Champions League waren es auch im Derby gegen die Werkselfen elf Treffer. „Sie trägt das Spiel, sie treibt es an, sie ist selber torgefährlich“, sagt Fuhr über Smits und gesteht: „Wir haben auf der Mittelposition gerade gar keine Alternative. Wir müssen zusehen, das Alina wieder zurückkommt, weil wir das so auf Dauer nicht durchhalten.“

Präsentiert sich in außerordentlicher Form für den BVB: Rückraum-Spielerin Inger Smits.

Präsentiert sich in außerordentlicher Form für den BVB: Rückraum-Spielerin Inger Smits. © BV. Borussia 09 e.V. Dortmund

BVB-Spielmacherin Alina Grijseels fehlte wegen muskulärer Probleme immer noch und wird auch kommenden Sonntag im Champions-League-Heimspiel gegen Odense nicht dabei sein. Smits spielte beinah die kompletten 60 Minuten gegen Leverkusen, erhielt nur wenige Verschnaufpausen. Wie bereits zuvor in der Königsklasse gegen Brest, wo seit Mittwochabend feststeht, dass der BVB in die K.o.-Runde eingezogen ist.

Denn die Europäische Handball Föderation (EHF) hat entschieden, dass alle 16 Teams, die in der Gruppenphase aktiv waren, in die nächste Runde einziehen werden. Der Tabellenletzte aus der einen Gruppe trifft dann auf den Spitzenreiter der anderen, der Vorletzte auf den Zweiten. Und so weiter. ls Tabellensiebter würde der BVB aktuell auf Metz treffen, zweiter in der Gruppe A. Da Dortmund aber selbst noch am Sonntag gegen Odense spielt und auch in der anderen Gruppe noch mehrere Partien offen sind, muss der Borussia-Gegner am Wochenende gefunden werden.

Terminplan wird enger

Bei Borussia Dortmund präsentierte man sich nicht gerade glücklich ob der relativ spontanen Entscheidung der EHF kurz vor Ende der Gruppenphase. „Ich hätte mir von Anfang gewünscht, dass man vielleicht in einem etwas anderen System gespielt hätte. Dass man die Vorrunde bereits in einer Turnierform gespielt hätte“, sagte Andreas Bartels, stellvertretender Abteilungsleiter des BVB.

„Wir haben ja wieder Reisestrapazen, und unser enger Terminplan wird noch mal ein Stück weit zusammengepresst“, erklärt er. „Es ist für uns nicht förderlich, unser nationales Ziel zu erreichen. Die Mannschaft ist sehr müde, das hat man gegen Leverkusen gesehen. An normales Training ist nicht mehr zu denken.“ Denn seit Ende Dezember reiht sich für Schwarzgelb eine englische Woche an die nächste. Zwischen Reisen und Spielen sind nur wenige Trainingseinheiten möglich. Mit der Achtelfinalpartie könnte mal wieder eine weite Reise anstehen.

Jetzt lesen

Zum Beispiel erneut nach Russland, wenn der Gegner Rostov lauten würde, Stand jetzt Tabellenerster der anderen Gruppe. Doch Bartels betont auch: „Wir tun das für den Sport gerne, und aus den Spielen gegen Moskau, Brest oder Odense haben wir als Verein, aber auch unsere Spielerinnen sehr viel mitgenommen.“

Derweil wird es zum Aufeinandertreffen mit dem rumänischen Vertreter aus Valcea nicht mehr kommen. Die EHF hat die beiden noch offenen Spiele jeweils mit 10:0 gewertet. Eines für den BVB, eines für Valcea.

Lesen Sie jetzt