Handball Champions League

Vierfache Welthandballerin bereitet dem BVB Probleme – Spannung bis in die letzten Sekunden

Borussia Dortmund kassiert die erste Niederlage in der Champions League. Gegen Bukarest bleibt es spannend bis zum Schluss, am Ende geht den Schwarzgelben die Kraft aus.
Erzielte fünf Treffer gegen Bukarest: Dortmunds Mia Zschocke. © Ludewig

André Fuhr hatte ein relativ einfaches und klares Fazit zur Partie seiner Mannschaft gegen CSM Bukarest. „Wenn ich sehe, wie Bukarest die zwei Punkte hier zelebriert, bin ich sehr stolz auf mein Team“, sagte der Trainer von Borussia Dortmund bei der Pressekonferenz am Sonntagnachmittag. Sein Team unterlag wenige Minuten zuvor mit 22:25 (11:12) dem rumänischen Team aus Bukarest.

Sonderlob vom Bukarest-Trainer

Borussia Dortmund hat sich einen Status erarbeitet, auch international. Nicht ohne Grund waren die Schwarzgelben vor dem Spieltag Tabellenführer in der Gruppe A. „Wir haben ein schweres Spiel erwartet, sie spielen wirklich guten Handball“, sagte Bukarests Trainer Adrian Vasile. „Wir mussten unsere beste Leistung abrufen, um die Punkte mitzunehmen und sind auf eine tolle Torhüterin getroffen.“ Eine Honorierung für die Leistung von Yara ten Holte. Außerordentliche 41 Prozent hielt die 21-jährige Niederländerin (17 von 41 Versuchen pariert) und präsentierte sich erneut als beeindruckender Rückhalt für den BVB.

Es war eine sehr physische Partie, die den rund 500 Zuschauern in der Helmut-Körnig-Halle einiges an Spannung bot. Mitte der ersten Halbzeit hatten die Gäste etwas mehr Übergewicht (4:8/20.). In der BVB-Offensive fanden die Würfe nicht ihr Ziel, wie bei Amelie Bergers Versuch auf das leere Bukarest-Tor (23.), hinten verhinderte ten Holte, dass ihre Vorderleute den Anschluss verlieren. Borussia blieb im Spiel (6:8/23.) und ließ die Klasse, die das Team zum zwischenzeitlichen Tabellenführer der Gruppe machte, aufblitzen.

Probleme machte immer wieder der Rückraum der Gäste, angeführt von der vierfachen Welthandballerin Cristina Neagu (sechs Tore aus 16 Versuchen), die ihre enorme Sprungkraft immer wieder präsentierte.

„Natürlich brauchen wir mehr einfache Tore aus dem Rückraum“, sagte André Fuhr nach dem Spiel und schob witzelnd in Richtung Bukarest-Coach Vasile hinterher: „Vielleicht könnt ihr uns eine Rückraum-Spielerin geben, dann wäre es etwas einfacher.“

BVB: Die Kaderbreite bleibt ein Problem

Die Breite ist das große Problem des BVB. Fünf Rückraum-Spielerinnen sind verletzt, und Fatos Kücükyildiz sowie Frida Ronning tun sich noch schwer auf internationalem Niveau. Das ist gegen Bukarest ersichtlich geworden, sobald die beiden für Alina Grijseels, Laura van der Heijden oder Mia Zschocke in die Partie kamen. In den letzten Minuten der Partie ging den Schwarzgelben die Kraft etwas aus. Bukarest verteidigte aggressiver, und dem BVB ging die letzte Entschlossenheit verloren. Zwar war nach 58 Minuten noch alles offen, Laura van der Heijden verkürzte auf 22:23, aber ein technischer Fehler von BVB-Linksaußen Jennifer Gutiérrez Bermejo und ein verpasster Wurf von Grijseels (59.) ließen Bukarest die Partie entscheiden.

„Es war ein wirklich schwieriges Spiel. Am Ende waren wir nicht so erfahren wie Bukarest. Sie haben den Sieg verdient“, sagte Mia Zschocke, die nach ihrem überstandenen Bänderriss immer besser in Form kam.

Es bleibt festzuhalten für Borussia Dortmund, was nun auf dem vierten Platz in der Königsklasse steht: Trotz der ersten Niederlage in dieser Spielzeit ist Borussia Dortmund in der Champions League angekommen.

BVB: Kohorst, ten Holte – Berger (1), Grijseels (4/1), Sando, Zschocke (5), Moreno, Kücükyildiz, Abdulla, Gutiérrez Bermejo (5), Freriks (3), van der Heijden (3), Ronning (1)