Borussia Dortmund startet in die Bundesliga-Saison. Der neue Trainer Norman Rentsch will dem Team in den nächsten Wochen seine Spielidee implementieren.

Dortmund

, 16.07.2018, 21:29 Uhr / Lesedauer: 3 min

An seinem ersten offiziellen Arbeitstag trägt Norman Rentsch ein gelbes Shirt und kurze schwarze Hosen, und ein bisschen muss man sich erst einmal an diesen Anblick gewöhnen. Nicht wegen der Shorts. Auch nicht wegen des Hemdes. Sondern weil mit dem 38 Jahre alten Trainer nun eine neue Zeitrechnung beim Handball-Bundesligisten Borussia Dortmund beginnt.

Bartels erklärt die Trennung von Barna

Vier Jahre lang hatte zuletzt die Ungarin Ildiko Barna die Schwarzgelben in meist kräftezehrende Vorbereitungswochen geschickt. Und eigentlich hätte sie es auch in diesem Jahr getan. Doch im Verein hielten sie es für zukunftsträchtiger, den anstehenden und auch notwendigen Umbruch etwas früher einzuleiten, als das vielleicht ursprünglich geplant war, wie auch der stellvertretende Abteilungsvorstand des BVB, Andreas Bartels, am Montag erklärt: „In 2019 könnte es im Kader noch einmal einen etwas größeren Umbruch geben. Dann wäre auch Ildiko Barnas Vertrag ausgelaufen, und wir wollten nicht beides in einem Jahr.“ Und daher bittet nun nicht mehr Ildiko Barna zum Trainingsauftakt, sondern eben Norman Rentsch.

Um 17 Uhr schickt der ehemalige Trainer des HC Leipzig sein Team in der Halle Nord 2 – auch das ist wegen der notwendigen Sanierungsarbeiten in Wellinghofen anders als gewohnt – zunächst zu ersten Aufwärm- und Stretchingübungen, später dann zu handballtechnischen Einheiten. Noch läuft nach mehreren Wochen Urlaub längst nicht alles rund, mehrmals schleichen sich Fehler ein, gerade bei den Passübungen fehlt es an Genauigkeit. Norman Rentsch zeigt sich dennoch zufrieden: „Man freut sich schon, dass man endlich in der Halle ist, dass man arbeiten kann und endlich an die Mannschaft rankommt und Inhalte umsetzen kann.“

Norman Rentsch nimmt sich viel Zeit im ersten Training

Der neue Trainer nimmt sich gleich zu Beginn viel Zeit für seine Spielerinnen, erklärt jede Übung bis ins Detail und unterbricht immer wieder die Einheiten. Es geht an diesem ersten Arbeitstag auch darum, die richtigen Zeichen zu setzen, um die Mannschaft für sich, für seine Ideen zu gewinnen. Norman Rentsch weiß das.

Wie Norman Rentsch das Spiel der BVB-Handballerinnen verändern will

Sieben Neuzugänge hat Norman Rentsch im BVB-Kader zu integrieren. © Stephan Schuetze

„Als erstes müssen wir jetzt zusammenwachsen“, sagt der 38-Jährige. 18 Spielerinnen umfasst der Kader des BVB in der kommenden Saison. Mit der Japanerin Asuka Fujita (Rechtsaußen), den beiden niederländischen Torhüterinnen Yara ten Holte und Rinka Duijndam sowie Rückraumspielerin Linda Mack und der Isländerin Hildigunnur Einarsdóttir (Kreis) stießen fünf Spielerinnen von extern zur Mannschaft. Zudem gehören auch die Talente Leonie Kockel und Dana Bleckmann jetzt fest zum Team.

Anne Müller sieht Positives im Trainerwechsel

Eine, die schon etwas länger dabei ist, ist Anne Müller. Die 35 Jahre alte Kreisläuferin ist überzeugt davon, dass sich der Trainerwechsel positiv auf die Mannschaft auswirken wird. „Man kennt die Abläufe noch nicht, man muss vom Kopf her voll dabei sein“, weil der Trainer andere Ansprüche stelle und neue Inhalte mitbringe. „Das ist für jeden erst einmal was Gutes, weil man mit voller Aufmerksamkeit dabei sein muss.“

Der Vorstand hat dem neuen Trainer dabei relativ klare Vorstellungen ins Pflichtenheft für die neue Saison geschrieben. „Wir wollen uns spielerisch entwickeln, wollen tollen, attraktiven Handball zeigen“, sagt Andreas Bartels.

Taktisch hat Norman Rentsch klare Vorstellungen

Gleichwohl bleiben ergebnistechnische oder tabellarische Zielsetzungen aus. „Ich glaube einfach, dass die Ergebnisse dann ganz von selbst kommen werden.“ Auch Norman Rentsch selbst will nicht von Platzierungen reden. Zumindest nicht heute. Ihm geht es zunächst darum, seiner neuen Mannschaft in den kommenden Wochen seine Philosophie näherzubringen.

Wie Norman Rentsch das Spiel der BVB-Handballerinnen verändern will

In der Vorbereitung geht es aber nicht nur ums Spielerische. Hier werden auch in Sachen Kraft, Kondition und Ausdauer die Grundlagen für die gesamte Saison gelegt. © Stephan Schuetze

„Wir wollen mit einer hohen, geschlossenen, mannschaftlichen Deckungsleistung versuchen, Tempo-Handball aufzubauen“, sagt der Trainer. „Und im Angriff wollen wir mit bewussten Auslösehandlungen die Stärken der einzelnen Spielerinnen sehr gut zur Geltung bringen.“

Rund acht Wochen hat er nun Zeit, seine Spielerinnen auf den Bundesliga-Start am 8. September gegen Frisch Auf Göppingen einzustimmen. „Ich glaube, dass einiges auf die Mädels zukommt“, sagt er. „Aber wir müssen uns ja auch entsprechend vorbereiten.“