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Zwei Niederlagen machen den BVB-Handballfrauen vor dem Rückspiel im EHF-Pokal Mut

BVB-Handballfrauen

Zwei Tore müssen die BVB-Handballfrauen im EHF-Pokal-Rückspiel bei SCM Craiova aufholen, wollen sie die Gruppenphase erreichen. Der Coach setzt auf eine stabile Abwehr - und Top-Torhüterin.

Dortmund

, 16.11.2018, 19:42 Uhr / Lesedauer: 3 min
Saskia Weisheitel (l.) , Hildigunnur Einarsdottir und Rinka Duijndam (r.) glauben fest an das Weiterkommen

Saskia Weisheitel (l.) , Hildigunnur Einarsdottir und Rinka Duijndam (r.) glauben fest an das Weiterkommen © Ludewig

Um 15.50 Uhr hob der Flieger am Freitagnachmittag vom Flughafen Köln/Bonn ab, und trotz zuletzt zwei Pflichtspielniederlagen in Serie hat sich der BVB-Tross mit einer gehörigen Portion Zuversicht auf den Weg in Richtung Craiova gemacht. „Natürlich sind wir Außenseiter in Rumänien“, sagte der stellvertretende Abteilungsvorstand des BVB, Andreas Bartels, vor dem Rückspiel der dritten Runde des EHF-Pokals am Sonntag (17 Uhr) beim Titelverteidiger SCM Craivoa. „Aber die beiden Spiele gegen Craiova und jetzt in Thüringen haben gezeigt, dass wir gar nicht so weit weg sind von diesen Teams. An einem richtig guten Tag können wir mithalten.“

Defensive macht Mut

Zwei Niederlagen als Mutmacher also. Und tatsächlich haben sowohl das 17:19 gegen die Rumäninnen am vergangenen Sonntag wie auch das 23:24 in Thüringen am Mittwoch gezeigt, dass die Mannschaft von Trainer Gino Smits gerade in der Abwehr derzeit äußerst stabil auftritt und selbst Topgegnern standhalten kann. „Auch wenn wir gegen Thüringen teilweise ein bisschen zu tief standen, war unsere Defensivleistung insgesamt wieder sehr gut. Der THC hat kaum Lösungen gefunden. Das wird auch beim Rückspiel in Craiova neben einem verbesserten Angriffsspiel der Schlüssel zum Erfolg sein“, sagte Smits.

Zu einer guten Abwehr gehört bekanntlich immer auch eine gute Torhüterin. Bei Borussia Dortmund haben sie gleich drei davon. „Ich denke, da wären einige Mannschaften in der Liga froh, so ein Trio in den eigenen Reihen zu haben“, sagte Bartels. Neben Routinier Clara Woltering (35) stellen auch die beiden jungen Niederländerinnen Yara ten Holte (18) und Rinka Duijndam (21) ihr großes Talent regelmäßig unter Beweis.

Duijndam hält den BVB im Spiel

Letzterer war es zu verdanken, dass der BVB beim Deutschen Meister Thüringen überhaupt noch mal an einem Punktgewinn schnuppern durfte. Mitte der zweiten Hälfte, der BVB lag mit acht Toren zurück, kam die 21 Jahre alte Keeperin ins Spiel. 13 Bälle feuerten Alica Stolle, Iveta Luzumova & Co. in den letzten 20 Minuten noch auf ihr Tor, zehn davon wehrte Duijndam ab. „Ich habe einfach versucht, noch einmal neue Energie reinzubringen“, sagte die BVB-Torhüterin. „Wir hatten ja noch 20 Minuten Zeit, da ist immer noch was möglich, also gibt man alles für seine Mannschaft.“ Etwas euphorischer formulierte es da schon Gino Smits. „Das war phänomenal“, sagte er. Und Bartels meinte: „Rinka war überragend. Aber es ist eigentlich immer so: Wenn sie zum Einsatz kommt, ist sie sofort da.“

In dieser Saison halten sich die Einsatzzeiten der niederländischen Nationalspielerin, die auch auf die Teilnahme an der EM in Frankreich hoffen darf („Ich werde alles dafür tun, dabei zu sein.“), allerdings noch in einem überschaubaren Rahmen. Clara Woltering ist nach wie vor die Nummer eins, ten Holte und Duijndam stehen hinten an und wechseln sich regelmäßig ab. Sie sei dennoch zufrieden, sagt Duijndam. „Natürlich würde man gerne mehr spielen, aber meine Zeit wird noch kommen. Und wenn ich meine Sache gut mache, wird sie schnell kommen.“ Dazu beitragen soll auch der Konkurrenzkampf auf ihrer Position. Man pushe sich untereinander zu guten Leistungen, erklärt sie. Ohnehin sei das Verhältnis zu ihren Konkurrentinnen „sehr gut. Wir sind eine kleine Mannschaft innerhalb der Mannschaft und unterstützen uns, wann immer es geht.“

Entscheidung noch nicht gefallen

Ob sie nach ihrer überragenden Leistung vom Mittwoch jetzt in Craiova vielleicht sogar von Beginn an spielen wird, ließ BVB-Trainer Smits noch offen. „Das ist wieder ein anderes Spiel, wir werden das sicherlich erst kurz vorher entscheiden“, sagte er. Mit mindestens zwei Toren Unterschied muss sein Team gewinnen, „das wird ein super, super schweres Spiel“.

Die Mannschaft wird in Rumänien eine außergewöhnliche Atmosphäre erwarten. Mehr als 4000 Zuschauer fasst die Polyvalent Halle in Craiova. „Ich denke, das wird eine ganz besondere Stimmung“, sagt Smits. „Aber sie wird uns keine Angst machen, sondern die Mannschaft pushen.“ Auch Duijndam sieht diesen Umstand positiv. „So etwas motiviert einen eher“, sagt sie und zeigt sich zuversichtlich, „dass wir noch weiterkommen“.