09 Endspiele: BVB mit ausgeglichener Finalbilanz - trotz Negativserie

DFB-Pokalfinale

Der BVB steht zum zehnten Mal in seiner Vereinsgeschichte im DFB-Pokalfinale. Nach den bisherigen 09 Endspielen ist die Bilanz ausgeglichen - trotz einer Niederlagenserie. Wir blicken zurück.

Dortmund

, 13.05.2021, 10:00 Uhr / Lesedauer: 4 min
Der BVB-Pokalheld von 1989: Norbert Dickel.

Der BVB-Pokalheld von 1989: Norbert Dickel. © imago / Horstmüller

Wenn Borussia Dortmund am Donnerstagabend (20.45 Uhr, live in der ARD und bei Sky) im Berliner Olympiastadion gegen RB Leipzig antritt, ist es das zehnte Pokalfinale für die Schwarzgelben. Wir werfen einen Blick zurück auf die bisherigen 09 Endspiele der Borussia:

01.) 1962/63: Borussia Dortmund - Hamburger SV 0:3

Gleich bei seiner zweiten Pokal-Teilnahme zog der BVB in der Saison 1962/63 ins Finale ein. Kurz nachdem Dortmund seine dritte Deutsche Meisterschaft gewonnen hatte, wartete der Hamburger SV im Hannoveraner Niedersachsenstadion auf das Team von Herrmann Eppenhoff. Auf dem Weg ins Endspiel hatte die Borussia den HSV-Rivalen Werder Bremen sowie 1860 München und die Sportfreunde Saarbrücken ausgeschaltet. Die Mannschaft um Aki Schmidt, Lothar Emmerich und Timo Konietzka ging als Favorit ins Finale und wollte das Double gewinnen, was vorher nur dem Rivalen aus Gelsenkirchen gelungen war. Gegen den HSV musste Dortmund aber auf drei wichtige Spieler verzichten. Jürgen Schütz war schon bei seinem neuen Verein AS Rom und Wolfgang Paul sowie Timo Konietzka fehlten verletzt. Ein anderer Spieler war hingegen fit und erwischte einen Sahne-Tag - spielte jedoch beim Gegner. Mit drei Treffern schoss Uwe Seeler Hamburg zum Pokalsieg. Bis zum nächsten Finale mussten die Schwarzgelben aber nicht lange warten.

Uwe Seeler (l.) jubelt, nachdem er BVB-Torhüter Bernhard Wessel zum dritten mal überwunden hat.

Uwe Seeler (l.) jubelt, nachdem er BVB-Torhüter Bernhard Wessel zum dritten mal überwunden hat. © imago / Sven Simon

02.) 1964/65: Borussia Dortmund - Alemannia Aachen 2:0

Nur zwei Jahre nach der ersten Finalteilnahme stand der BVB wieder im Endspiel, wieder in Hannover, wieder als Favorit - dieses Mal gegen Alemannia Aachen. Allerdings hatte der erste Regionalligist im DFB-Pokalfinale in der Runde zuvor mit 4:3 nach Verlängerung gegen Schalke gewonnen. Die Dortmunder waren also gewarnt. Im Endspiel ließ Eppenhoffs Mannschaft dem Außenseiter aber wenig Chancen. Zwei frühe Treffer von Aki Schmidt und Lothar Emmerich machten den ersten Pokalsieg für die Borussia perfekt (2:0). Nach dem Spiel sagte Torschütze Schmidt: „Wenn der Bundespräsident (Heinrich Lübke, Anm. d. Red.) von einem guten Spiel spricht, dann muss es doch wohl auch eins gewesen sein. Im Übrigen war der Ball zu hart und zu leicht und der Rasen kein Teppich.“

Aki Schmidt präsentiert den DFB-Pokal.

Aki Schmidt präsentiert den DFB-Pokal. © imago / Horstmüller

03.) 1988/89: Borussia Dortmund - Werder Bremen 4:1

25 Jahre dauerte es, bis der BVB wieder ins Pokalfinale einzog. 1966 gewann Dortmund überhaupt den bis dahin letzten Titel. Umso mehr freute sich der ganze Verein auf das Endspiel 1989 gegen Werder Bremen - vor allem Nobby Dickel, heutiger Stadionsprecher und Pokalheld. Dickel hatte sich sieben Wochen vor dem Finale einer Meniskusoperation unterziehen müssen. Trainer Horst Köppel zweifelte daran, ob er Dickel spielen lassen sollte. „In meinen Augen war ich nicht dramatisch verletzt, nur ein bisschen. Ich konnte spielen“, sagte Dickel rückblickend. Köppel schrieb den Stürmer erst kurz vor Anpfiff auf den Spielberichtsbogen. Der Rest ist Geschichte: Dickel traf zweimal, die Borussia gewann mit 4:1. Die titellose Durststrecke der Schwarzgelben war beendet.

Die BVB-Profis Andreas Möller (l.) und Norbert Dickel feiern den Pokalsieg.

Die BVB-Profis Andreas Möller (l.) und Norbert Dickel feiern den Pokalsieg. © imago / Horstmüller

04.) 2007/08: Borussia Dortmund - Bayern München 1:2 n.V.

Nach dem Titel 1989 dauerte es erneut lange Zeit, bis der BVB wieder in Berlin um den Pokal spielen konnte. Erst 2008 standen die Dortmunder wieder im Finale. Es war der Auftakt zu der Rivalität, die die kommenden BVB-Endspiele prägen sollte: Borussia Dortmund gegen Bayern München. In der Saison 2007/08 waren die Borussen aber weit davon entfernt, der größte Konkurrent des Rekordmeisters zu werden. In der Liga war das Team von Thomas Doll im unteren Mittelfeld platziert, Bayern wurde Meister. Und auch im Finale behielten die Münchener die Oberhand. Allerdings tat sich der Favorit schwer. Erst in der Verlängerung - nach dem Ausgleichstreffer durch Mladen Petric in der 90. Minute - machte Luca Toni mit dem 2:1 und seinem zweiten Treffer den Titel klar. Vier Jahre später sollten sich die Schwarzgelben dafür rächen.

2008 unterlag der BVB dem FC Bayern München in der Verlängerung.

2008 unterlag der BVB dem FC Bayern München in der Verlängerung. © imago / Simon

05.) 2011/12: Borussia Dortmund - Bayern München 5:2

Die Saison 2011/12 geht wohl als die erfolgreichste des BVB im letzten Jahrzehnt durch. Nach der Meisterschaft 2010/11 konnte Dortmund auch in der Spielzeit danach den Titel holen und setzten noch eine drauf. Wieder ging es in Berlin gegen die Bayern, aber diesmal mit einem anderen Ausgang. 5:2 besiegte das Team von Jürgen Klopp die Münchener. Dramatik hatte das Spiel aber trotz des klaren Ergebnisses zu bieten. Bereits nach drei Minuten brachte Shinji Kagawa seine Mannschaft in Führung. Eine Schrecksekunde gab es in der 34. Minute, als BVB-Torwart Roman Weidenfeller verletzt ausgewechselt werden musste, Mitchell Langerak ersetzte ihn. Den Meister konnte das aber nicht aufhalten und erst recht nicht Robert Lewandowski, der dreimal traf. Die Schwarzgelben wurden Double-Sieger 2012, erlebten anschließend jedoch eine Final-Negativserie.

Drei von fünf Toren schoss Robert Lewandowski beim BVB-Pokalsieg 2012 gegen die Bayern.

Drei von fünf Toren schoss Robert Lewandowski beim BVB-Pokalsieg 2012 gegen die Bayern. © dpa

06.) 2013/14: Borussia Dortmund - Bayern München 0:2 n.V.

2014 hieß der BVB-Finalgegner zum dritten Mal in Serie Bayern München. Auch im Champions-League-Finale im Jahr zuvor trafen beide Mannschaften aufeinander. Beide Male, so wie auch in der Liga-Tabelle 2013/14, waren die Dortmunder nur der zweite Sieger. Es hätte aber ganz anders kommen können, wenn Mats Hummels‘ Kopfball als Tor gezählt hätte. Dass der Ball hinter der Linie war, da war sich Trainer Klopp nach dem Spiel sicher: „Wir haben 0:2 verloren, obwohl wir ein Tor geschossen haben. Ich weiß nicht, wo die Torrichter waren. Wahrscheinlich waren die schon alle im Urlaub.“ So blieb es aber beim 0:0 in der regulären Spielzeit. Wie schon 2013 im Königsklassen-Finale brachte Arjen Robben die Münchener in Führung. Thomas Müller legte kurz vor Ende der Verlängerung nach. Dortmund sollte im kommenden Jahr aber einen neuen Anlauf wagen.

Immer wieder Arjen Robben: Auch im Pokalfinale 2014 brachte er die Bayern gegen den BVB auf die Siegerstraße.

Immer wieder Arjen Robben: Auch im Pokalfinale 2014 brachte er die Bayern gegen den BVB auf die Siegerstraße. © imago / Moritz Müller

07.) 2014/15: Borussia Dortmund - VfL Wolfsburg 1:3

2015 ging es im Finale zwar gegen den VfL Wolfsburg, aber es gab dennoch eine Pleite. Trotzdem konnte der BVB einen Erfolg gegen die Bayern feiern, nämlich im Halbfinale. Mit 3:1 nach Elfmeterschießen setzte sich Dortmund in München durch. Auch gegen Hoffenheim in der Runde zuvor war nach 90 Minuten nicht Schluss. In der Verlängerung gewann die Mannschaft von Jürgen Klopp, für den das Finale sein letztes Spiel als BVB-Trainer darstellte. Den Titel zum Abschied verpasste er, obwohl Pierre-Emerick Aubameyang sein Team früh in Führung brachte. Mit drei Treffern bist zur Halbzeit drehten die Wolfsburger jedoch die Partie. Der BVB kam in der einseitigen Begegnung nicht mehr zurück, aber dafür in der nächsten Saison wieder nach Berlin.

Das Pokalfinale 2015 war das letzte Spiel von Jürgen Klopp als BVB-Trainer. Den Titel aber holte Wolfsburg.

Das Pokalfinale 2015 war das letzte Spiel von Jürgen Klopp als BVB-Trainer. Den Titel aber holte Wolfsburg. © imago / Sven Simon

08.) 2015/16: Borussia Dortmund - Bayern München 3:4 n.E.

Wie im Halbfinale des vorherigen Jahres ging es 2016 für den BVB gegen Bayern ins Elfmeterschießen, diesmal aber in Berlin. Es war der vorerst letzte Teil der Finalserie zwischen den beiden Vereinen. Er endete wie gewohnt - mit München als Sieger. Nach torlosen 120 Minuten, die von gleich drei verletzungsbedingten Auswechslungen geprägt wurden (Mats Hummels, Marcel Schmelzer, Franck Ribery), musste der Pokalsieger aus elf Metern gekrönt werden. Sven Bender und Sokratis waren die Unglücksraben, die an Manuer Neuer scheiterten oder vorbeischossen. Die Finalsaga war für die Schwarzgelben mit der Niederlage aber nicht vorbei. Ein Teil sollte noch folgen.

Mats Hummels am Boden. Das Pokalfinale 2016 ging ins Elfmeterschießen - ohne den Innverteidiger.

Mats Hummels am Boden. Das Pokalfinale 2016 ging ins Elfmeterschießen - ohne den Innverteidiger. © dpa

09.) 2016/17: Borussia Dortmund - Eintracht Frankfurt 2:1

Nach drei verlorenen Endspielen am Stück war es 2017 endlich wieder soweit: Der BVB wurde DFB-Pokalsieger. Mit 2:1 setzten sich die Dortmunder gegen Eintracht Frankfurt durch. Ousmane Dembele und Pierre-Emerick Aubameyang bescherten der Borussia ihren vierten Pokaltriumph. Auf dem Wegzug Titel wurde mal wieder der Dauerrivale aus dem Süden ausgeschaltet. Mit einem 3:2 in der Allianz-Arena schoss der BVB die Bayern im Halbfinale aus dem Wettbewerb. Für Aufregung im Finale sorgte die Halbzeitshow, bei der Helene Fischer unter den Pfiffen beider Fanlager auftrat. Für die Schwarzgelben war es nach dem Abpfiff sicher eine atemlose (Party-)Nacht.

Der bislang letzte Triumph in Berlin gelang dem BVB 2017.

Der bislang letzte Triumph in Berlin gelang dem BVB 2017. © imago / Fotostand

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