1. FCK-Trainer Balakov über das Duell mit Meister Dortmund

Der BVB-Gegner

Als Krassimir Balakov, der erfolgsverwöhnte, gefeierte Ex-Fußballprofi, am 22. März 2012 das Traineramt beim 1. FC Kaiserslautern übernahm, trat er ein schweres Erbe an. Er sollte den sich so bedrohlich nähernden Abstieg der „Roten Teufel“ aus dem Fußball-Oberhaus verhindern. Aber auch der Bulgare ist kein Wundermensch. Im Interview spricht er über das Duell mit Borussia Dortmund.

DORTMUND

von Von Jana Schoo

, 27.04.2012, 18:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auch Ex-Fußballprofi Krassimir Balakov (l.), hier im Gespräch mit Florian Dick, konnte den Abstieg des 1. FC Kaiserslautern nicht verhindern. Jetzt will er einen Neuaufbau in der 2. Liga starten.

Auch Ex-Fußballprofi Krassimir Balakov (l.), hier im Gespräch mit Florian Dick, konnte den Abstieg des 1. FC Kaiserslautern nicht verhindern. Jetzt will er einen Neuaufbau in der 2. Liga starten.

Nein, in diesem Spiel geht es um unseren Stolz und unsere Fans. Wir sind es ihnen schuldig, uns würdig aus der Liga zu verabschieden. Das wissen die Spieler ganz genau. Außerdem spielen wir nicht gegen irgendeine Mannschaft, sondern den Deutschen Meister.

Ein Fußballer sollte in jedem Spiel die Einstellung an den Tag legen, dass sein Team diese Partie gewinnen kann.

Das würde ich vielleicht hoffen können, wenn wir von einer anderen Liga sprechen würden, nicht aber hier in Deutschland. Der BVB spielt immer mit großer Begeisterung und Leidenschaft. Das werden sie auch heute tun.

Ich kann natürlich nicht für die gesamte Saison sprechen. Aber auch unter mir hat sich die Bilanz wenig verändert. Wir haben in dieser Saison zu wenig Tore geschossen, um dieser Liga standzuhalten. Dafür braucht man keine Analysen, ein Blick in die Statistik reicht. Das lag aber nicht nur an unseren Stürmern, sondern an der ganzen Mannschaft. Wir werden einfach das Positive mitnehmen.

Wir können Fußball spielen, können noch gewinnen. Das haben wir vor allem in Berlin gezeigt. Das war gut für unser Selbstbewusstsein.

Das war eine persönliche Niederlage, ganz klar. Ich bin ein sehr selbstkritischer Mensch, aber gleichzeitig auch Realist. Diese Aufgabe war sehr, sehr schwer. Wir werden jetzt in der 2. Liga Gas geben. Ich bleibe hier und arbeite mit dem Verein an einem Neuaufbau.

Wir müssen selbstbewusster werden und dementsprechend handeln. Und wir müssen uns gezielt verstärken.

Klar, die Spieler waren sehr traurig, als der Abstieg feststand. Keiner ist zufrieden mit dieser Saison. Komischerweise war nach dem Sieg gegen Hertha aber auch wieder gute Laune zu spüren. Das Spiel war eine Bestätigung dafür, dass harte Arbeit früher oder später mit Erfolg belohnt wird.

Wir haben auf dem Platz zu wenig gezeigt. Ich verstehe ihren Ärger. Aber der Sieg vergangene Woche zeigt auch, was man braucht, um seine Anhänger wieder zufrieden zu stellen. Wir müssen uns wieder gut präsentieren. Denn eins steht fest: Ohne unsere Fans haben wir keine Chance. Wir müssen wieder eine Einheit werden. Wir als Mannschaft müssen den Schnitt machen, aber wenn wir wieder aufsteigen wollen, brauchen wir die Unterstützung des Fans.

Eine ganze Menge. Vor allem, dass diese Mannschaft es in Perfektion beherrscht, extrem schnell von der Defensive in die Offensive umzuschalten und andersherum. Und natürlich haben sie auch herausragende Einzelspieler.

(lacht) Ich hätte gerne drei Punkte als Erinnerung an dieses Spiel und an diese Bundesligasaison. Nein, im Ernst: Dortmund hat eine extrem sympathische Mannschaft. Ich habe schon immer, auch als Aktiver, gern gegen den BVB gespielt. Sie sind verdient Deutscher Meister geworden. Dazu kann ich nur gratulieren.

Der RN-BVB-Podcast

Der BVB-Podcast der Ruhr Nachrichten - einmal in der Woche Experten-Talk zum BVB. Jetzt hier, bei Spotify oder bei Apple Podcasts hören.

BVB-Newsletter

Täglich um 18 Uhr berichtet unser Team über die wichtigsten schwarzgelben Neuigkeiten des Tages.

Lesen Sie jetzt