11:1 gegen Arminia Bielefeld: Die „Sternstunde“ von Borussia Dortmund

Zeitspiel

Zur Halbzeit stand es 1:1, dann drehte der BVB auf. Das 11:1 gegen Bielefeld aus dem Jahr 1982 ist Bundesliga-Geschichte. Danach lebte der Traum von der Meisterschaft.

Dortmund

, 30.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bernd Klotz (v.l.), Marcel Raducanu, Manfred Burgsmüller und Siegfried Bönighausen jubeln. Der BVB besiegt Arminia mit 11:1.

Bernd Klotz (v.l.), Marcel Raducanu, Manfred Burgsmüller und Siegfried Bönighausen jubeln. Der BVB besiegt Arminia mit 11:1. © imago sportfotodienst

Es gibt Partien, die werden wohl nie aus dem Fußball-Almanach verdrängt. Das Heimspiel des BVB gegen Arminia Bielefeld im November 1982 gehört höchstwahrscheinlich dazu. 11:1 – dieser Kantersieg gilt bis heute als dritthöchstes Resultat der Bundesliga-Geschichte. Dortmund feierte eine „Sternstunde“, schrieb der kicker.

Zeitspiel: Der BVB schießt Arminia Bielefeld ab

Das Sportmagazin befand seinerzeit: „Über die Bielefelder rollte in der zweiten Halbzeit eine Torlawine nieder, wie sie es in der Bundesliga noch nie erlebt haben.“ Fürwahr, zehn Treffer fielen schließlich nach der Pause. Allein Manfred Burgsmüller, in der ersten Hälfte Ausgleichstorschütze, traf ab Minute 46 vierfach.

Die Borussia, für die Michael Zorc von der Bank kam, spielte sich in einen Rausch, jubelte im Fünf-Minuten-Takt – und übernahm nach Spieltag zwölf die Tabellenspitze. Später fragte Außenstürmer Rüdiger Abramczik reichlich euphorisch: „Warum sollten wir nicht Deutscher Meister werden?“

Borussia Dortmund gelingt historischer Sieg gegen Arminia Bielefeld

Seine Begründung: „Unsere Mannschaft ist in den letzten zwei Jahren gewachsen und reifer geworden.“ Die Borussia habe „das Zeug dazu, in dieser Saison in der Bundesliga eine gute Rolle zu spielen“, bekräftigte er, stand damit jedoch recht alleine dar. Die restliche Mannschaft bewertete das Schützenfest eher nüchtern-sachlich.

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BVB-Trainer Kalli Feldkamp meinte stellvertretend für den Rest der Truppe: „Dieses Ergebnis ist schon zu den Akten gelegt.“ Nur nicht aus der Ruhe bringen lassen, das war die Devise, die die Arminen wohl ebenfalls verfolgten. Bielefelds Kapitän Dirk Hupe stellte jedenfalls klar: „Wir brauchen jetzt kein Mitleid.“ Sondern Erfolgserlebnisse.

BVB-Schützenfest im Hinspiel – Arminia-Revanche im Rückspiel

Und die erreichten die Ostwestfalen, die allein an eben diesem Tag im November 1982 so heftig auseinanderfielen und sich damit unfreiwillig in den Annalen verewigten. Bielefeld, beileibe kein so schlechter Gegner wie das 1:11 glauben lässt, erholte sich – und gewann dann auch das Rückspiel gegen den BVB mit 1:0. Immerhin eine Mini-Revanche.

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Am Saisonende stand Borussia Dortmund auf Platz sieben – nichts wurde also aus der Meisterschaft –, und Arminia Bielefeld ging auf Rang acht ins Ziel, grundsolide. Die Pleite gegen Schwarzgelb war freilich nicht vergessen, das ist sie bis heute nicht. Allerdings erzeugte sie ganz offenbar keine Langzeitschäden.

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Und der Sportschau-Kommentator, der seinerzeit die Aufgabe hatte, das geschichtsträchtige 11:1 angemessen zusammenzufassen, behielt am Ende recht. „Ein Ergebnis, das Dortmunds hervorragende Form bestätigt, das aber der wahren Spielstärke der Bielefelder Arminia keinesfalls entspricht“, so beschloss er seinen TV-Beitrag. Es waren weise Worte.

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