3:0 in Wolfsburg - BVB zieht einsam seine Kreise

Eindrucksvoll abgeklärt

Borussia Dortmund hat wenige Tage nach dem Mittelfußbruch von Regisseur Shinji Kagawa mit einer eindrucksvoll abgeklärten Vorstellung auf mediale Ankündigungen einer Leistungsdelle reagiert. Am Samstag gewann der Tabellenführer beim VfL Wolfsburg mit 3:0 (2:0).

WOLFSBURG

von Von Sascha Fligge

, 29.01.2011, 17:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sven Bender (l.), Kevin Großkreutz (oben) und Torschütze Lucas Barrios bejubeln den frühen Führungstreffer.

Sven Bender (l.), Kevin Großkreutz (oben) und Torschütze Lucas Barrios bejubeln den frühen Führungstreffer.

Eben diese zeigte Schwarzgelb in der VW-Stadt auch ohne Kagawa. Dessen Vertreter Mario Götze bereitete vor den Augen seines Edelfans Joachim Löw das 1:0 durch Lucas Barrios vor, das den ersten Dortmunder Angriff nach 103 Sekunden krönte. Und nach traumhaftem Pass in die Tiefe durch Verteidiger Mats Hummels leistete der 18-Jährige auch vor Nuri Sahins 2:0 (40.) wertvolle Hilfe. Sahin, der den Ball in schwierigen Situationen mit nur schwer fassbarer Ruhe behauptete und das Gros seiner mitunter das Feld meilenweit öffnenden Pässe an den (eigenen) Mann brachte, war der beste Spieler auf dem Platz. Mit Götze und Hummels bildete er eine zentrale Achse, die Wolfsburgs defensiv orientierten Akteure in vielen Szenen wie Amateure aussehen ließ.

Die Gastgeber spielten vor 30.000 Zuschauern in der ausverkauften Volkswagen-Arena Fußball aus der Antike mit einem Regisseur Diego, der sich regelmäßig festlief und in der Rückwärtsbewegung vornehmlich die Kollegen für sich arbeiten ließ. Lediglich mit Schüssen aus der Distanz durch Diego und Grafite, die BVB-Torhüter Roman Weidenfeller in der 26. Minute parierte, nährten die Wölfe kurzzeitig Hoffnung auf einen Punktgewinn gegen den Spitzenreiter. Dortmund musste nicht glänzen, um die VfL-Serie von acht Spielen ohne Niederlage zu beenden. Ein Hauch von Effektivität genügte angesichts einer Torschussstatistik von 18:8 aus Sicht der Ruhrpott-Elf vollkommen.

Als VfL-Torjäger Grafite in der 67. Minute ausgewechselt wurde, pfiffen Teile des Wolfsburger Anhangs. Auf dem Rasen tanzte weiterhin vornehmlich der Gast, der gewaltige Vorteile im Mittelfeld besaß. Kevin Großkreutz zwang Diego Benaglio mit seinem Effetschuss aus 25 Metern zu einer Glanzparade (70.), eine Minute drückte der starke Hummels eine Sahin-Flanke aus kurzer Distanz mit dem Fuß über die Linie. Wie schon beim zweiten Treffer nahm Wolfsburgs Peter Pekarik die Rolle des Düpierten ein. Seine Mitspieler sahen nach dem Schlusspfiff ähnlich blass aus wie er, denn Wolfsburg machte an diesem Nachmittag ganz offensichtlich einen Schritt zurück. In der vergangenen Saison hatten die Niedersachsen gegen Dortmund (1:3) zumindest noch ein Tor erzielt. Nun hoffen sie, dass mit dem Schalker Jefferson Farfan alles besser wird. Und vor allem stürmischer.

Borussia Dortmunds Sieg hatte allerdings einen Haken: Manndecker Neven Subotic sah seine fünfte Gelbe Karte. Im Derby gegen Schalke am kommenden Freitag (20.30 Uhr) ist der serbische Nationalspieler zum Zuschauen verdammt.

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