Abwehr nicht auf der Höhe - Bosz spricht Klartext

Die BVB-Analyse

Aus fünf Punkten Vorsprung auf den FC Bayern München sind sechs Zähler Rückstand geworden. In nur vier Spielen. Borussia Dortmund gibt weiter Rätsel auf. Beim 1:3 gegen den Rekordmeister hat der BVB zwar nicht so viel falsch gemacht, war am Ende aber doch chancenlos. Aufgrund mangelnder Effektivität und schlechten Abwehrverhaltens.

DORTMUND

, 04.11.2017 / Lesedauer: 4 min
Abwehr nicht auf der Höhe - Bosz spricht Klartext

Gegen Bayern überfordert: Ömer Toprak. © Kirchner/Inderlied

BVB-Trainer Peter Bosz hatte im Topspiel auf die Schwierigkeiten seiner Mannschaft in den vergangenen Wochen reagiert. Im Mittelfeld spielte vor dem Sechser Julian Weigl diesmal Gonzalo Castro einen deutlich defensiveren Part, Shinji Kagawa wirbelte in der Nähe von Mittelstürmer Pierre-Emerick Aubameyang. Dadurch rückten die Dortmunder ein wenig vom Gegenpressing ab und setzten mehr auf blitzschnelle Konter. "Gegen die Bayern muss man kompakter stehen", erklärte Bosz.

Ausgeglichene Statistik

Gänzlich daneben lag Bosz mit dieser Variante nicht. Die Platzherren verbuchten die Mehrzahl der Torschüsse (15:10), allein nach Großchancen stand es zur Pause 3:3. Auf der Anzeigetafel blinkte jedoch ein 0:2 auf. Die Führung der Gäste, die Ball und Gegner mit großer Passsicherheit und kluger Raumaufteilung laufen ließen, war verdient. "In der ersten Hälfe war Bayern überlegen. Wir sind immer zu spät gekommen", analysierte Bosz. "Da kann man nicht von einer Spitzenmannschaft reden."



Bei besserer Chancenverwertung wäre für die Schwarzgelben aber deutlich mehr drin gewesen. Obwohl seine Mannschaft "überragend Fußball gespielt" habe, so Münchens Trainer Jupp Heynckes, "hatte der BVB drei sehr gute Torchancen bis zur Pause". Aubameyang, Andrey Yarmolenko oder Kagawa hätten bis zur Halbzeit treffen müssen, dann behinderten sich Aubameyang und Yarmolenko bei der ersten Großchance direkt nach der Pause.

"Die Effektivität hat den Ausschlag gegeben"


Auch wenn die Bayern ihrerseits nicht jede Gelegenheit nutzten, bewiesen sie allemal den besseren Punch und machten mit dem 3:0 den Sieg perfekt. "Es war ein Spiel mit vielen Chancen auf beiden Seiten", sagte Nationalspieler Mats Hummels. "Die Effektivität hat den Ausschlag gegeben." Heynckes attestierte: "Wir haben in den richtigen Momenten die Tore gemacht."

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Bundesliga, 11. Spieltag: BVB - FC Bayern München 1:3 (0:2)

04.11.2017
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Bilder des Bundesliga-Spiels zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München.© dpa
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Bei allen Gegentreffern leistete die BVB-Abwehr maximal passiven Widerstand und stand in den entscheidenden Szenen zu weit weg von den Gegenspielern. Das Offensivpersonal ließ Unterstützung vermissen, auf den Flügeln zogen Marc Bartra (gegen Coman) und Marcel Schmelzer (gegen Robben und Kimmich) immer wieder den Kürzeren.

Ein Punkt aus vier Partien

Julian Weigl konnte die Räume nicht zustellen. Und in der Zentrale ließ Ömer Toprak jegliche Übersicht und Durchsetzungsvermögen im Zweikampf vermissen. Gegen die Extraklasse der Bayern war das viel zu zaghaft, einfach schlecht. "Die Spieler sind viel besser, als wir es heute gesehen haben", sagte Bosz. "Wenn man sieht, wie wir heute verteidigt haben - das geht nicht auf diesem Niveau."


So geht der BVB mit nur einem Punkt aus vier Partien aus diesem Bundesliga-Block in die nächste Länderspielpause, und mit den großen Fragen, was die Mannschaft in kurzer Zeit so weit vom Erfolgsweg weggeführt hat - und wie Bosz sie dorthin zurückführen kann.

"In einem kleinen Loch"

Die Debatte um eine Krise wird weitergeführt werden. Sein Vertrauensverhältnis zur Mannschaft sieht der Niederländer nicht gestört, aber das Vertrauen der Spieler in ihr Können. Da herrscht Gesprächsbedarf. Seinen alten geliebten Klub wähnt Hummels "in einem kleinen Loch". Das war nett formuliert.​

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