Abwertende Äußerungen: DFB ermahnt BVB-Kapitän Marco Reus

Borussia Dortmund

Der DFB reagiert auf die Schiedsrichter-Kritik des BVB nach dem 2:4 beim FC Bayern. Marco Reus wird wegen abwertender Äußerungen ermahnt. Borussia Dortmund versucht, das Thema kleinzuhalten.

Dortmund

, 08.03.2021, 15:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der DFB hat die Kritik von BVB-Kapitän Marco Reus (l.) nach dem Topspiel in München zurückgewiesen.

Der DFB hat die Kritik von BVB-Kapitän Marco Reus (l.) nach dem Topspiel in München zurückgewiesen. © dpa

Die Sportliche Leitung der Elite-Schiedsrichter hat die teilweise harsche Kritik von Borussia Dortmund um Marco Reus nach der 2:4-Niederlage des BVB am Samstag im Bundesliga-Topspiel beim FC Bayern München zurückgewiesen. „Die in der ersten Enttäuschung sicherlich auch in der Form überzogene Kritik hat diese Spielleitung ganz sicher nicht verdient“, teilte die Leitung um ihren Chef Lutz Michael Fröhlich auf der Verbandsseite des Deutschen Fußball-Bundes mit, ohne Reus‘ Namen zu nennen.

BVB-Kapitän Reus: „Bei den Bayern wäre es gepfiffen worden“

Der BVB-Kapitän hatte in Interviews direkt nach dem Schlusspfiff ein vermeintliches Foul an Emre Can vor dem 2:3 beklagt und erklärt, der Schiedsrichter habe „keine Eier gehabt, da zu pfeifen“. Zudem hatte der Nationalspieler erklärt: „Ich sage ihnen ganz ehrlich: Wenn dieses Foul bei Bayern gewesen wäre, hätte er es hundertprozentig gepfiffen.“

Die Schiedsrichter-Leitung nahm den Unparteiischen Marco Fritz nun gegen diese Kritik in Schutz. „Wir gehen offen mit kritischen Entscheidungen oder gar Fehlern um. Das haben wir in der Vergangenheit oft bewiesen“, hieß es. „Aber in diesem Spiel sehen wir bei den genannten Schlüsselsituationen keinen Fehler des Schiedsrichters und unterstützen ausdrücklich die getroffenen Entscheidungen.“

Vermeintliches Foul an Can: VAR hätte nicht eingreifen dürfen

Zum konkreten Fall der von Reus monierten Szene hieß es: „Ungeachtet dessen, dass die Entscheidung des Schiedsrichters ohnehin angemessen ist, greift der Video-Assistent hier nicht ein, da zwischen dem Zweikampf und dem Torerfolg mehrere Dortmunder Spieler am Ball waren und es sich nicht mehr um ein und dieselbe Angriffssituation handelt.“

Reus selbst erklärte am Montagmittag auf der BVB-Pressekonferenz vor der Partie gegen den FC Sevilla (Dienstag, 21 Uhr, live bei Sky), dass ihn Fröhlichs Äußerungen noch nicht erreicht hätten. Weiteren Ausführungen des Dortmunder Kapitäns schob Borussia Dortmunds Pressesprecher Sascha Fligge einen Riegel vor, in dem er erklärte: „Uns hat offiziell noch nichts erreicht und wir sind heute auch hier, um über das Champions-League-Spiel zu reden und nicht über das, was vor ein paar Tagen war. Unsere Verantwortlichen haben allesamt gesagt, dass es aus unserer Sicht ein klares Foulspiel war, Edin übrigens auch, und damit ist das Thema für uns dann auch durch.“

DFB: BVB-Kapitän Reus soll seiner Vorbildfunktion gerecht werden

Am Nachmittag hatte dann aber der DFB das letzte Wort: Der Kontrollausschuss ermahnte Marco Reus wegen abwertender Äußerungen. In der zugehörigen Mitteilung heißt es: „Reus wurde vom Kontrollausschuss aufgefordert, sich künftig in seiner Wortwahl zu mäßigen und seiner Vorbildfunktion als Mannschaftskapitän vollumfänglich gerecht zu werden. Im Wiederholungsfall müsse sonst mit einer Anklageerhebung vor dem DFB-Sportgericht gerechnet werden.“

Mit dpa-Material

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