Adrian Ramos' Zukunft beim BVB offen

Reden ist Silber, Tore sind Gold

Diese Chance ließ Adrian Ramos (30) ungenutzt. Wieder hatte der Stürmer getroffen, er spielt so ungeheuer effizient in der Rückrunde, alle Augen waren auf ihn gerichtet nach dem Abpfiff. Doch der baumlange Kolumbianer winkte ab. Nein, vielen Dank, er wollte lieber nichts sagen, „vielleicht beim nächsten Mal“, antwortete er höflich wie unumstößlich, zeigte sein strahlendes Lächeln und ging. Reden ist für Ramos Silber, Schweigen und Tore sind Gold.

DORTMUND

, 04.05.2016, 05:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Adrian Ramos' Zukunft beim BVB offen

Berlins Mitchell Weiser (r) kämpft gegen die Dortmunder Adrian Ramos (l) und Marco Reus (hinten) um den Ball. Foto: Wolfram Kastl

Es ist allerdings mitnichten so, dass die Zitate von Adrian Ramos, wenn er denn spricht, für Aufregung sorgen würden. „Die Mannschaft versucht immer, ein gutes Ergebnis herauszuholen und mir ist es eben durch ein wenig Glück gelungen, die Tore zu schießen“, sagt er zum Beispiel nach einem Doppelpack. Und: „Das Ergebnis haben wir alle zusammen erreicht.“

Nachfolger von Lewandowski

Seit 2014 spielt Ramos beim BVB, allerdings nicht häufig. Als einer der Nachfolger von Robert Lewandowski zum BVB gelotst, führte er eher ein Schattendasein. Wenig Einsätze, zurückhaltend bis schüchtern im Auftreten, so schlich Ramos um öffentliches Aufsehen herum. Ihm war das recht so.

Jetzt lesen

Doch seit ihm Trainer Thomas Tuchel, der ihn zu Mainzer Zeiten schon zum FSV locken wollte, im Winter gehörig die Meinung geigte, ist aus dem Hinterbänkler fast ein Himmelsstürmer geworden. 14 Scorerpunkte sammelte er in insgesamt 765 Spielminuten, alle 55 Minuten ist er an einem Tor beteiligt. Bei seinen 25 Bundesliga-Einsätzen spielte er nur fünfmal durch, 18 Mal wurde er nach der 70. Minuten eingewechselt. Ein klassischer Joker.

Doch Ramos wäre sicher gerne mehr als das. „Mal spielst du immer und dein Kollege muss warten - und mal bist du derjenige, der warten muss“, erklärte er seine Lage einmal. Für den Kopf sei das schwierig, doch es gehe immer darum, nach vorne zu schauen und weiter zu arbeiten. Simple Sätze, einfache Wahrheiten. Doch es ist eine Situation, die nicht leicht anzunehmen ist, natürlich will Ramos auf dem Platz stehen, wie jeder Fußballer.

Job erledigt

Über zu wenig Einsatzzeiten in den vergangenen Partien kann er sich nicht beschweren, der BVB schonte in den Englischen Wochen Topstürmer Pierre-Emerick Aubameyang in der Bundesliga, und als der Gabuner wegen einer Knochenabsplitterung ausfiel, erledigte Ramos den Job zu aller Zufriedenheit.

So nutzte er auch die Gelegenheit, sich bei anderen Klubs nachhaltig in Erinnerung zu rufen. Schon im vergangenen Sommer lockte ein Angebot aus England, im Winter ein Klub aus China. Doch es kam nicht zu einem Wechsel, weil der BVB auf die Schnelle keinen gleichwertigen Ersatz bekam. Das könnte in der kommenden Wechselperiode anders werden.

Wolfsburg zeigt Interesse

Der VfL Wolfsburg, der mit dem bereits fortgejagten Nicklas Bendtner und dem zuletzt glücklosen Bas Dost zwei erfolglose Torjäger von der Kaderliste streichen könnte, hat offenbar Interesse. Es ist auch nicht unwahrscheinlich, dass der BVB seinem beweglichen, antrittsschnellen und kopfballstarken Mittelstürmer die Zustimmung zu einem Wechsel erteilt, so Ramos ihn denn wünscht.

Der Marktwert des Südamerikaners, der beim BVB bis 2018 unter Vertrag steht, liegt bei geschätzten fünf Millionen Euro. Das ist deutlich weniger als die rund zehn Millionen, die der BVB Mitte 2014 für den Kolumbianer berappte. Doch Ramos ist mittlerweile 30 Jahre alt. Diese nächste Chance sollte er dann unbedingt nutzen. 

Lesen Sie jetzt