Ajax-Trainer Peter Bosz ist jetzt BVB-Favorit

Auffällig passend

Die Ablöse, die Borussia Dortmund für einen neuen Cheftrainer zu zahlen bereit ist, fließt definitiv nicht nach Nizza. Lucien Favre darf den französischen Erstligisten in diesem Sommer nicht verlassen. Stattdessen verdichten sich die Anzeichen dafür, dass die Millionen des BVB nach Amsterdam überwiesen werden: Ajax-Coach Peter Bosz ist jetzt der neue Favorit der Dortmunder Klubführung.

DORTMUND

, 03.06.2017 / Lesedauer: 3 min
Ajax-Trainer Peter Bosz ist jetzt BVB-Favorit

Topfavorit auf den Trainerposten beim BVB: Peter Bosz.

Am Freitagmittag zog OGC Nizza einen Schlussstrich unter die Wechsel-Debatte um Lucien Favre. "Diese Entscheidung ist eindeutig und unumstößlich", vermeldete der Klub, der seinem noch bis zum Sommer 2019 vertraglich gebundenen Trainer die Freigabe für Borussia Dortmund verweigerte.

"Keine weiteren Verhandlungen"

Es sei "legitim, dass diese Chance das Interesse von Lucien Favre weckt", erklärten Nizzas Bosse, doch "das sportliche Interesse steht immer über dem finanziellen Aspekt." Anstatt die kolportierten fünf Millionen Euro Ablöse für Favre (59) zu kassieren, wird der Schweizer nun OGC ab dem 19. Juni auf die Qualifikation zur Champions League vorbereiten. Der Verein wünsche daher "keine weiteren Verhandlungen mehr."

Borussia Dortmund muss nun also Favre von der Liste streichen. Die Gespräche mit anderen Top-Kandidaten laufen dagegen weiter. Der umworbene Österreicher Peter Stöger, der den 1. FC Köln gerade nach 25 Jahren zurück in den Europapokal geführt hat, dürfte vom Rhein jedoch ebenso schwer wegzulotsen sein wie Favre aus Nizza.

Im Notizbuch vieler Topklubs

Kölns Sportchef Jörg Schmadtke sieht laut "Bild" "keine Anzeichen dafür, dass ich in nächster Zeit mit irgendjemandem in Gespräche einsteigen müsste". Aus gutem Grund: Stögers Kontrakt am Geißbockheim läuft noch bis 2020 - Heldenstatus inklusive. Stöger dementierte, dass es derzeit einen Kontakt zum BVB gebe und sagte dem "Express": "Es muss keiner nervös werden." Und Meldungen, die Feyenoord Rotterdams Meistertrainer Giovanni van Bronckhorst mit Dortmund in Verbindung brachten, sind schlicht falsch.

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Dagegen rückt plötzlich ein anderer Niederländer bei der Trainersuche nach vorn. Einer, der bei genauerer Betrachtung gar nicht den vermeintlichen Plan B oder C verkörpert, sondern auffällig gut zum BVB passen würde: Peter Sylvester Bosz. 53 Jahre alt, früherer Profi und Nationalspieler. Er katapultierte sich in die Notizbücher vieler europäischer Topklubs, weil er Ajax Amsterdam bis ins Finale der Europa League führte. Und vor zehn Tagen erst dort von Schwergewicht Manchester United (0:2) gestoppt wurde.

Vertrag bis 2019

Bosz, Vertrag bis 2019 in Amsterdam, spricht fließend Deutsch, er schnürte in der Bundesliga im ersten Halbjahr 1998 für Hansa Rostock die Schuhe. Und er steht für die Art Fußball, die sie in Dortmund spätestens seit Jürgen Klopp lieben: mutiger, attraktiver Offensivfußball, im hohen Tempo nach vorn, extrem bissig bei der Balleroberung.

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02.06.2017
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Bosz' großes Vorbild: der Fußball Barcelonas. Der Fußball von Holland-Ikone Johan Cruyff. Was auch für Bosz spricht: Er vertraut den Fähigkeiten und dem Erfolgshunger junger Spieler, was sich mit der Philosophie der Borussia, vorrangig Hochbegabte zu holen und zu Spitzenspielern zu entwickeln, bestens vertragen würde.

Talente könnten profitieren

Bei Ajax avancierten unter ihm Flügelstürmer Bertrand Traore (20), Stürmer Kasper Dolberg (19) und Verteidiger Matthijs de Ligt (17) zu Stammkräften. Beim BVB könnten Ousmane Dembele, Christian Pulisic, Alexander Isak oder Felix Passlack vom kahlköpfigen Talentförderer Bosz weiter profitieren.

Die Perspektive der U19-Spieler der Borussia, gerade wieder Deutscher Meister geworden, wäre zudem für einen Sprung in den Profikader noch besser als bislang. Und einen Stein im Brett bei den BVB-Fans hätte Peter Bosz auch schon: Schließlich warf er mit Ajax auf dem Weg ins Finale Schalke 04 aus der Europa League.

Philipp sagt Leipzig ab

Ungeachtet der Trainersuche, die sich über das Pfingstwochenende hinausziehen dürfte, laufen die Kaderplanungen der Borussia weiter. Maximilian Philipp vom SC Freiburg gab am Freitag indirekt das Signal, zum BVB kommen zu wollen.

Nach Informationen dieser Redaktion sagte er dem zweiten Transfer-Interessenten RB Leipzig ab. Der 23-jährige Offensiv-Allrounder könnte die Lücke füllen, die durch die Kreuzband-Verletzung Marco Reus' im Dortmunder Angriff klafft. Der SC Freiburg dürfte zwischen 12 und 15 Millionen Euro Ablöse für den gebürtigen Berliner aufrufen, ein offizielles Angebot aus Dortmund für Philipp lag im Breisgau am Freitag noch nicht vor.

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