Akanji glaubt noch an den Titel für den BVB: Wir haben einen größeren Vorsprung verspielt

rnBorussia Dortmund

Manuel Akanji hat sein durchwachsenes BVB-Jahr 2019 abgehakt. Mit seinen Leistungen geht der Schweizer selbstkritisch um, sieht sich aber auf dem richtigen Weg - und gibt sich angriffslustig.

Marbella

, 05.01.2020, 16:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Über Weihnachten verdrängte eine sehr schöne Nachricht im Hause Akanji den Frust über das unrühmliche Ende der Dortmunder Hinrunde in der Bundesliga. Manuel Akanji ließ die Öffentlichkeit über Instagram an seiner Freude teilhaben. „Wir sind unglaublich dankbar, dass wir im neuen Jahr ein neues Leben in unserer Familie begrüßen dürfen“, schrieb der Dortmunder Profi und postete ein Bild vom Babybauch seiner Ehefrau Melanie.

Hinter Manuel Akanji lieben bewegende Wochen

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Bewegende Wochen also für den Schweizer Innenverteidiger des BVB, der gefühlsmäßig auch eine turbulente Hinrunde hinter sich hat. Nicht nur wegen unglücklicher Szenen wie beim späten Ausgleich des SC Freiburg zum 2:2-Endstand, als er eine Flanke ins eigene Tor abfälschte, machte sich sehr viel der Kritik, die die Borussia nach einigen ähnlich aus der Hand gegebenen Spielen einstecken musste, vor allem an Akanji fest. Die sei „manchmal zu Recht, manchmal aber auch ungerechtfertigt“ gewesen, meinte der 24-Jährige am Sonntag während einer Medienrunde im Dortmunder Teamhotel.

Diese Kritik, sie entzündete sich nicht unbedingt an Szenen wie der beim Eigentor. Akanji hatte ganz generell seine Souveränität eingebüßt, mit der er in der Hinrunde der ersten Favre-Saison in Dortmund aufgetreten war. Unkonzentriertheiten beim Pass- und Positionsspiel gesellten sich zu einem zu nachlässigen Verteidigungsverhalten, in der Folge mehrerer „Beteiligungen“ an zu leicht hergeschenkten Gegentoren litt bei ihm auch das Selbstvertrauen.

Sicherheit kehrt bei Akanji durch die Dreierkette zurück

Mit der Umstellung des taktischen Systems aber gelang es Akanji, sich in der Endphase zu fangen. „In der ersten Hälfte der Hinrunde habe ich meine persönlichen Ziele nicht erreicht“, gibt er zu. „Ich finde aber, dass ich mich dann wie die Mannschaft auch gesteigert habe.“ In der Dreierkette habe er von Beginn an ein „gutes Gefühl“ gehabt. „Wir haben mutiger nach vorn gespielt, dennoch aber immer eine Absicherung gehabt, wenn der Ball mal verloren gegangen ist. Das hat uns eine gewisse Sicherheit gegeben.“

Akanji glaubt noch an den Titel für den BVB: Wir haben einen größeren Vorsprung verspielt

© Deltatre

Vielleicht auch, weil Manuel Akanji immer sehr selbstbewusst auftritt und eigene Ambitionen entsprechend offensiv vertreten hat, waren in der Dortmunder Krise die Augen besonders kritisch auf seine Leistung gerichtet. „Der Druck ist hier höher als anderswo“, weiß er, „das haben wir als Mannschaft aber nicht erst gespürt, seitdem wir formuliert haben, um die Meisterschaft mitspielen zu wollen.“

Akanji blickt zurück auf ein durchwachsenes Jahr

Nicht nur wegen der positiven privaten Nachrichten dürfte Manuel Akanji sich mehr auf 2020 freuen, als dem abgelaufenen 2019 hinterher zu trauern. Es war insgesamt ein durchwachsenes Jahr für den Innenverteidiger, der in der Rückrunde der vergangenen Spielzeit nach der Rückkehr aus einer zweimonatigen Zwangspause wegen seiner bekannten Hüftproblematik nicht an seine gewohnte Form anknüpfen konnte.

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Trotz des Rückschlags gegen Hoffenheim kurz vor Weihnachten sieht Akanji den BVB und auch sich selbst auf dem aufsteigenden Ast. „Wir waren nach Hoffenheim genauso angesäuert wie der Trainer“, meinte er am Sonntag. „Wir wissen um die verpasste Chance, wir haben bei unseren vielen Kontern falsche Entscheidungen getroffen und sind dafür bestraft worden.“

Akanji: „Wir haben einen größeren Vorsprung verspielt“

Hoffenheim als Blaupause für viele ähnlich verlaufene Partien, die die Situation für Borussia Dortmund zum Start der Rückrunde komplizierter gemacht haben. „Wir müssen daran arbeiten, unsere Überlegenheit auch konsequent zu Ende zu spielen“, sagt Akanji. Er wirkt motiviert in den ersten Marbella-Tagen, angriffslustig, nicht nur wegen seines abschließenden Satzes, bevor er sich verabschiedet: In der Rückrunde, sagt Manuel Akanji leicht grinsend, sei bei sieben Punkten auf Leipzig noch alles möglich. „Wir haben schließlich einen größeren Vorsprung verspielt.“

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