Aubameyang-Abgang: Auf den BVB wartet die nächste Zäsur

Der Kommentar

Durch den bevorstehenden Abgang von Pierre-Emerick Aubameyang steht dem BVB die nächste Zäsur ins Haus. Neu ist diese Situation für die Schwarzgelben nicht - weh tut sie dennoch. Dirk Krampe kommentiert.

BERLIN

, 20.01.2018, 00:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Aubameyang-Abgang: Auf den BVB wartet die nächste Zäsur

Pierre-Emerick Aubameyang wird den BVB mit großer Wahrscheinloic © dpa

Wahrscheinlich haben sie geahnt bei Borussia Dortmund, dass sie sich etwas vormachen würden. Weil sie gehofft haben, dass es sich doch vielleicht noch einmal einrenken lässt mit Pierre-Emerick Aubameyang. Dass es vielleicht doch weitergehen könnte. Zumindest bis zum Sommer.

Verein handelt konsequent

Die Realität sieht freilich wohl anders aus, auch wenn Michael Zorc auch am Freitagabend vor dem Anpfiff der Partie in Berlin betonte, dass Aubameyang die Tür weiter offen stehe. Der FC Arsenal sucht einen Stürmer, Aubameyang findet, dass London bestimmt nicht schlechter ist als Dortmund. Am Geld wird es auch nicht scheitern, auch nicht wegen der Ablöseforderungen, die wieder einmal nur ein Trostpflaster und Schmerzensgeld sind. Also werden sich die drei Parteien schon irgendwie zusammenraufen.

Immerhin handelte der BVB konsequent, als er entschied, für die Partie in Berlin auf einen Spieler zu verzichten, der mit dem Kopf längst woanders ist und sich gedanklich längst verabschiedet hat. Dass Aubameyang dann dabei abgelichtet wurde, wie er während des Spiels seiner Mannschaft in einer Dortmunder Soccerhalle im Dembele-Trikot mit Familienangehörigen zockte, war die nächste offene Provokation. Man müsste schon reichlich naiv sein, um zu glauben, dass diese Fotos zufällig entstanden sind. Es war eher eine initiierte Aktion des Gabuners und ein nächster Affront.

Abgänge kratzen am Selbstverständnis

Für den BVB kommt es mit großer Wahrscheinlichkeit also zur nächsten Zäsur. Und sie sind es ja eigentlich gewohnt, nur eine Zwischenstation zu sein. Sahin, Kagawa, Lewandowski, Gündogan, Mkhitaryan, Hummels- die Liste derer, die wegen der "Chance auf Titel" den Verein verlassen haben und es auch ganz nett fanden, dass sie gleichzeitig deutlich mehr verdienen konnten, ist lang. Zuletzt dann noch Dembele - auf höchst fragwürdige Weise - und jetzt halt auch Aubameyang. Angedeutet hatte es sich schon lange.

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Dennoch ist es jedes Mal aufs Neue ernüchternd. Und tut weh. In Europa, formulierte die "Welt" in dieser Woche, sei Borussia Dortmund so etwas wie der SC Freiburg in der Bundesliga. Ein Klub, der einsehen müsse, dass seine besten Spieler nicht zu halten sind, weil die Lockrufe sportlicher und monetärer Art zu reizvoll sind. Anders als im Breisgau allerdings, wo man sich mit dieser Rolle arrangiert hat und mit einer Art positivem Trotz daraus regelmäßig eine Menge macht, kratzt jeder Korb, den der BVB kassiert, doch arg am Selbstverständnis.

Stimmung bei den Fans ist gekippt

Doch was Aubameyang anbetrifft, ist die Zeit für einen richtigen Schnitt überreif. Die Stimmung bei den Fans ist längst gekippt. Auch in der Mannschaft sind sie das Thema leid. Es ist an der Zeit, nach vorne zu blicken. Und vielleicht hilft es ja auch ein bisschen, dass sie beim BVB nicht alleine sind mit ihrer Situation.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Bundesliga, 19. Spieltag: Hertha BSC - BVB 1:1 (0:0)

19.01.2018
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Bilder der Partie zwischen Hertha BSC und Borussia Dortmund.© dpa
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Bilder der Partie zwischen Hertha BSC und Borussia Dortmund.© Guido Kirchner
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Bilder der Partie zwischen Hertha BSC und Borussia Dortmund.© dpa
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Bilder der Partie zwischen Hertha BSC und Borussia Dortmund.© Guido Kirchner
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Bilder der Partie zwischen Hertha BSC und Borussia Dortmund.© Guido Kirchner
Bilder der Partie zwischen Hertha BSC und Borussia Dortmund.© Guido Kirchner
Bilder der Partie zwischen Hertha BSC und Borussia Dortmund.© Guido Kirchner
Bilder der Partie zwischen Hertha BSC und Borussia Dortmund.© Guido Kirchner
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Bilder der Partie zwischen Hertha BSC und Borussia Dortmund.© Guido Kirchner
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Nachzufragen beim Reviernachbarn, der am Freitag vermelden musste, dass sein bester Spieler im Sommer geht. Und das auch ablösefrei. Was wohl mindestens so weh tut wie dem BVB der Verlust Aubameyangs.

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