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Aubameyangs Abgang und die Mär von der echten Liebe

Der BVB-Kommentar

Borussia Dortmund verkauft sein Enfant terrible an den FC Arsenal, Pierre-Emerick Aubameyang boxt seinen Wechselwunsch skrupellos durch. Erkenntnis: Der BVB hat ein Identifikationsproblem. Tobias Jöhren kommentiert.

DORTMUND

, 31.01.2018, 21:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Aubameyangs Abgang und die Mär von der echten Liebe

Der Abgang von Pierre-Emerick Aubameyang hinterlässt einen faden Beigeschmack. © Montage: Klose

Der letzte Akt ist gespielt, das Theaterstück vorbei. Es brandet kein Applaus auf. Alle sind froh, dass es endlich vorbei ist. Transferfenster zu, Affe tot. Oder so ähnlich.

EinRiesenhaufen Schmerzensgeld

Borussia Dortmund hat auch sein zweites Enfant terrible verkauft. Pierre-Emerick Aubameyang bekommt seinen Willen- und Borussia Dortmund erhält den nächsten Riesenhaufen Schmerzensgeld.

Bis zu 147 Millionen Euro für Ousmane Dembele und 63,75 Millionen Euro für Aubameyang, die zusammen mal 28 Millionen Euro an Ablöse gekostet haben: Für die Finanzbuchalter unter den BVB-Fans war der Mittwoch mal wieder ein Feiertag. Die Rendite ist fetter als jede Weihnachtsgans. Für die Romantiker unter ihnen dagegen ging die nächste emotionale Geisterbahnfahrt gruselig zu Ende. Der Torgarant hat sich weggeekelt- und seinen Wechselwunsch auf die Insel knallhart und skrupellos durchgeboxt.

Ein Identifikationsproblem

Damit legt Aubameyang einen nicht wegzuradierenden Makel über seine eigentlich erfolgreiche Zeit in Dortmund, die über viereinhalb Jahre neben einiger Eskapaden vor allem durch viele Tore, Jubel-Salti und einen DFB-Pokalsieg geprägt war. Zumindest bis zum Sommer soll der extrovertierte Michy Batshuayi die Lücke schließen, die der extrovertierte Aubameyang hinterlässt.

Danach werden sich die BVB-Bosse überlegen müssen, wie sie die Mannschaft für die kommende Saison umbauen wollen. Schon jetzt ist unübersehbar, dass Borussia Dortmunds Edelkader ein Identifikationsproblem mit dem Klub hat.

Gesunder Mix muss her

"Echte Liebe" ist längst zum leeren Werbeslogan verkommen. Nur mit internationalen Talenten und individueller Qualität wird keine Besserung eintreten. Der BVBbenötigt einen gesünderen Mix aus Qualität und starken Charakteren. Ansonsten werden die Theateraufführungen in Dortmund nicht ansehnlicher werden.

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