Auf der Suche nach dem "Knopf"

Jakub Blaszczykowski

DORTMUND Die polnische Fußball-Legende Zbigniew Boniek bezeichnete Jakub Blaszczykowski einst als den „kleinen Figo“. Typbeschreibung: dribbelstark, antrittsschnell, kreativ. Der 21-fache polnische Nationalspieler wurde seinem Ruf im Jahr 2008 gerecht.

01.05.2009, 17:22 Uhr / Lesedauer: 2 min
Passt perfekt in Jürgen Klopps Pressing-Philosophie: Jakub Blaszczykowski.

Passt perfekt in Jürgen Klopps Pressing-Philosophie: Jakub Blaszczykowski.

Vollauf zufrieden ist der Pole (Spitzname: „Kuba“) nicht: „Wir haben fünfmal in Serie gewonnen. Sind aber immer noch Siebter, weil die vor uns auch immer siegen. Das ist ärgerlich“, sagt er. Mit seinem eigenen Spiel hadert er ebenfalls: „Ich bin noch immer nicht bei 100 Prozent.“ Das sei aus seiner Sicht aber „völlig normal“, weil er ja schließlich die komplette Vorbereitung zur Rückrunde wegen multipler Muskelfaserrisses verpasst hatte. Dieser Fakt ist auf dem Rasen deutlich zu erkennen. Blaszczykowski zeigt noch nicht das Hochgeschwindigkeits-Spiel der Hinrunde, als er Gegenspieler fast wie 100-Meter-Weltrekordler Usain Bolt seine Konkurrenz in Peking reihenweise stehen ließ. Noch bleibt er in den meisten Eins-gegen-Eins-Duellen hängen, bricht Laufduelle ab und war 2009 noch an keinem der insgesamt 20 BVB-Treffer beteiligt.

Trainer Jürgen Klopp ist trotzdem zufrieden mit dessen Leistungsstand. Dede und Sebastian Kehl hätten ebenfalls nach den verletzungsbedingten Pausen ihre Zeit benötigt, um wieder zur Topform zu finden. „Jakubs Körper gibt die 100 Prozent wieder her. Er hat nur noch nicht den richtigen Knopf gefunden, um sein ganzes Leistungsvermögen abzurufen“, meint Klopp. Zudem führt er an, dass der Pole sich auf die Position im Mittelfeld neu einstellen musste. Während der ersten 17 Begegnungen hatte der Trainer seinen Sprinter noch im Angriff aufgeboten. „Eine Rückkehr ins Mittelfeld ist aber absolut kein Problem für mich“, sagt der Nationalspieler. Die teaminterne Konkurrenz sitzt Blaszczykowski aber im Nacken. Klopp hält aber zunächst an Blaszczykowski fest. Auch am Samstag gegen Frankfurt wird er den Polen wohl wieder von Beginn an rennen lassen: „Es passt einfach bei uns im Mittelfeld. Nuri Sahin ist auf der linken Seite der Passspieler. Jakub Blaszczykowski auf der anderen Seite der Tempofußballer. Sebastian Kehl profitiert von beiden und kann sich immer wieder mit in den Angriff einschalten.“

Außerdem weiß Klopp aus der Hinrunde, dass Blaszczykowski der Mann für entscheidende Momente sein kann. Immerhin bereitete er in den ersten 17 Partien sechs Tore vor und erzielte einen Treffer selbst. Der Pole passt perfekt in das laufintensive Pressing-System des BVB und erarbeitet Räume für seine Mitspieler. „Ich werde oft gedoppelt, dass ist ein Vorteil für meine Mitspieler“, betont Blaszczykowski. Borussias Profi, der nach eigenem Bekunden lieber mit seiner Freundin einen gemütlichen Abend zu Hause verbringt, anstatt mit den Teamkollegen durch die Discos zu ziehen, teilt die Philosophie seines sportlichen Chefs: „Was die Konkurrenz macht, ist mir egal. Wenn wir gewinnen, kommt alles von allein.“ Irgendwann verrät er aber doch, dass er nach jeder Partie ganz genau auf die Ergebnisse schaut – wahrscheinlich auf die der Konkurrenz im Kampf um Platz 5. 

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