Auf Tuchel und den BVB wartet jede Menge Arbeit

Kurze Vorbereitung

Es fällt einigermaßen schwer, sich Thomas Tuchel als einen geduldigen Gärtner vorzustellen. Schon im Oktober, als das Wachstum seiner Sprösslinge erstmals deutlich ins Stocken geriet, konstatierte er ernüchtert: "Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht." Jetzt, in der Vorbereitung nach der kurzen Winterpause, gibt es endlich Zeit zum Düngen.

DORTMUND

, 03.01.2017, 06:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auf Tuchel und den BVB wartet jede Menge Arbeit

Mit einer intensiven Vorbereitung will BVB-Trainer Thomas Tuchel seine Mannschaft nach einer wechselhaften ersten Saisonhälfte weiter reifen lassen.

Bis zum 21. Januar, wenn Borussia Dortmund zum letzten Hinrundenspiel beim SV Werder Bremen antreten muss, kann Tuchel eingreifen, um seiner Mannschaft „mehr Konstanz, mehr Struktur“ einzupflanzen. Dem guten Abschneiden in der Champions League und der erfüllten Pflicht im DFB-Pokal zum Trotz sind die Führungskräfte der Borussen nicht gänzlich einverstanden mit dem Reifeprozess der neu formierten Elf.

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Von den 38 Punkten zum Zeitpunkt der Vorsaison ist der BVB elf Zähler entfernt, von Platz drei in der Bundesliga drei. „Die Messlatte aus der Vorsaison ist extrem hoch, aber wir liegen deutlich hinter dem, was möglich gewesen wäre“, sagte Cheftrainer Tuchel. „Wir können nicht komplett zufrieden sein. Es fehlen drei bis fünf Punkte, das ist ärgerlich“, so Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bei Radio 91.2.

Fehlende Beständigkeit

Die fehlende Beständigkeit in der gesamten Halbserie wie in den meisten Partien, die Diskrepanz zwischen nationalen und internationalen Auftritten, die zu vielen (frühen) Gegentore, eine Vielzahl an verletzten Spielern, die Formschwankungen von Einzelnen und dem gesamten Kollektiv: Es gibt jede Menge Arbeit und Ansatzpunkte, um dem BVB wieder zur gewohnten Blüte zu verhelfen.

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Seiner Mannschaft fehle Training, monierte Tuchel im Dezember, als die Automatismen immer seltener griffen und vier Unentschieden hintereinander zum Jahreswechsel einen eher welken Eindruck hinterließen. Es sei oft „zäh“ anzusehen und fühle sich auch so an, beschrieb er die Auftritte seiner Mannschaft, „die Dinge schleifen sich nur mühsam ein“.

Details in Marbella

Beginnend mit der Leistungsdiagnostik am Dienstag wollen sich die Borussen an die Gärtner- und Kärrnerarbeit machen. Im milden und sonnigen Marbella, wohin der BVB-Tross am Donnerstag um 15 Uhr aufbricht, geht es dann an die Details.

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Dabei steht Tuchel, Stand jetzt, fast der gesamte Kader zur Verfügung. Lediglich auf Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang muss Tuchel verzichten. Er spielt für Gabun beim Afrika-Cup (14. Januar bis 5. Februar) und verpasst mindestens zwei, bei erfolgreichem Abschneiden drei Bundesliga-Spiele sowie das Viertelfinale im DFB-Pokal gegen Hertha (8. Februar).

Schürrle, Guerreiro und Bürki

Dafür dürften der formschwache André Schürrle und der seit Anfang November schmerzlich vermisste Raphael Guerreiro wie Torhüter Roman Bürki umso mehr darauf brennen, wieder über wohlgepflegten Rasen zu flitzen. Ihr Trainer könnte sich in den kommenden Wochen den belächelten Tipp von manchen Hobby-Botanikern zu Herzen nehmen, dass zarte Pflänzchen auf Streicheneinheiten und gutes Zureden reagieren. 

 

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