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Axel Witsel dirigiert den BVB nach oben - muss sich aber selbst optimieren

rnErster Spieler im BVB-Saisonrückblick

Nach einer bislang unorthodoxen Karriere beweist sich Axel Witsel beim BVB auf europäischem Top-Niveau. Der Belgier spielt eine Hinrunde der Superlative – muss der hohen Belastung in der entscheidenden Saisonphase aber Tribut zollen.

Dortmund

, 27.05.2019 / Lesedauer: 3 min

An seinem ersten Arbeitstag bei Borussia Dortmund sorgte Axel Witsel direkt für eines der Bilder der Saison. Kurz nach seiner Ankunft in Bad Ragaz ging es für den Mittelfeldspieler per Mountainbike zur ersten Einheit auf den Trainingsplatz. Witsels Fahrradhelm aber wollte partout nicht auf die wohl gepflegte Haarpracht passen. So hing der Kopfschutz irgendwo zwischen Nacken und Schulter - was soll’s.

Mehrere Wochen lang hatten die BVB-Verantwortlichen im Hintergrund an diesem spektakulären Coup gearbeitet. Witsel hatte gerade mit der belgischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Russland für Furore gesorgt – vor allem spielerisch, nicht nur der opulenten Frisur wegen. Ein komplexes Vertragskonstrukt bei seinem chinesischen Klub Tianjin Tianhai zog den Transfercoup dann bis Anfang August in die Länge, erst kurz vor des Ende Trainingslagers in der Schweiz stieß Witsel zu seiner neuen Mannschaft.

Axel Witsel dirigiert den BVB nach oben - muss sich aber selbst optimieren

Axel Witsel und der Versuch eines Fahrradhelms auf der Frisur. © imago

Ein Nachteil? Mitnichten. Am 20. August war es dann soweit: Im Pokalspiel beim Zweitligisten Greuther Fürth – Trainer Lucien Favre blieb konsequent bei der Bezeichnung „Greuther Fürst“ - wurde Witsel in der 74. Minute für Thomas Delaney eingewechselt und traf in der letzten Minute der Nachspielzeit zum überlebenswichtigen 1:1. In der Verlängerung erzielte Marco Reus den Siegtreffer zum 2:1. Der Fehlstart war so gerade eben abgewendet worden.

Witsel gibt dem BVB die Sicherheit zurück

Es folgte ein heroischer Ritt durch die Hinrunde mit nur zwei Pflichtspiel-Niederlagen. Witsel gab dem Dortmunder Spiel die in der vorherigen Spielzeit komplett abhanden gekommenen Sicherheit zurück - mit einer durchschnittlichen Zuspielquote jenseits der 90 Prozent. Kleiner Makel: Witsel gehört nicht zu den schnellsten Spielern im Dortmunder Kader. Aufgrund seiner ausgeglichenen, beruhigenden Spielweise hat sich der 30-Jährige zu seiner Zeit in Lüttich den Spitznamen „Chaloupe“ (kleines Boot) erarbeitet. „Ich sprinte nur fünfmal pro Spiel“, sagte Witsel im Winter-Trainingslager in Marbella selbstironisch.

Nichtsdestotrotz hat das kleine Boot im Bundesliga-Schnitt 11,5 Kilometer pro Spiel hinter sich gebracht – das bedeutet Rang fünf im internen BVB-Ranking. Witsel ist mit 60 Prozent gewonnener Zweikämpfe die Nummer zwei hinter Dan-Axel Zagadou (70 Prozent) und der am häufigsten gefoulte Spieler im Kader (50). Durchaus überraschend: Mit 37 abgegebenen Torschüssen rangiert der Belgier auf Rang vier.

Witsel fehlt nur einmal - das wird hinten raus zum Problem

Für Favre war Witsel – auch aufgrund dieser Statistiken – neben Marco Reus im Laufe der Spielzeit 18/19 unverzichtbare in der BVB-Startelf: In der Bundesliga verpasste Witsel lediglich das Spiel bei Hertha BSC Mitte März. Und das wurde in der Crunchtime der Saison zum Bumerang: Obwohl nach dem Champions-League-Aus gegen Tottenham keine Englischen Wochen mehr auf dem Wochenplan standen, schleppten sich die BVB-Rekordjäger Richtung Ziellinie – und wurden somit zum Opfer des eigenen Erfolgs. „Die Saison war lang, wir sind erschöpft“, gab Witsel nach dem Zittersieg im letzten Saison-Heimspiel gegen Düsseldorf zu.

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Aus einer vor allem mental anstrengenden Spielzeit wird Axel Witsel trotz seines fortgeschrittenen Fußballeralters viele neue Erkenntnisse mitnehmen. Dass die Beanspruchung beim BVB deutlich höher als in China oder seinen vorherigen Stationen St. Petersburg und Lissabon ausfällt, dürfte dabei keine sonderlich überraschende Erkenntnis sein.

Auf der Jagd nach dem Titel wird Witsel in der kommenden Saison vielleicht noch mehr gefordert sein als in seiner Premierensaison. Mit einem weiter optimierten Kader und einer vorstellbaren Systemumstellung sollte sich für Lucien Favre die Möglichkeit ergeben, seinem Musterschüler immer wieder schöpferische Pausen zu gönnen, damit die Schale im Mai 2020 in Witsels Händen um den Borsigplatz fahren kann. Wenn’s unbedingt sein muss auch mit Fahrradhelm.

Neue Serie Axel Witsel war nur der Anfang. In den kommenden Tagen und Wochen blicken wir im Detail auf die persönliche Saison jedes BVB-Spielers.
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