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Bärenstarker BVB entzaubert den FC Bayern

3:0 in München

Borussia Dortmund hat nach dem starken Auftritt in der Champions League gegen Real Madrid auch in der Liga ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Nach dem auch in der Höhe verdienten 3:0 (1:0) in der Allianz Arena beim FC Bayern fehlt dem BVB nur noch ein Punkt zur direkten Qualifikation für die Königsklasse.

MÜNCHEN

, 12.04.2014 / Lesedauer: 4 min
Bärenstarker BVB entzaubert den FC Bayern

Jonas Hofmann (r.) bejubelt seinen Treffer zum 3:0.

Treffer von Mkhitaryan, Reus und Hofmann sorgten für klare Verhältnisse in München, wo der BVB die zielstrebigere Elf war. Es war eine taktische Meisterleistung der Dortmunder, die nun elf Punkte Vorsprung auf den Tabellenvierten VfL Wolfsburg haben. Nach einem üblen Griff ins Gesicht von Mkhitaryan sah Bayerns Rafinha in der Nachspielzeit noch die Rote Karte – das spiegelte auch den großen Frust der Münchner wieder. "Das war eine brutal starke Leistung von uns, besonders in der Defensive", sagte Torschütze Jonas Hofmann. "Die Bayern haben kein Mittel gegen uns gefunden", erklärte Erik Durm.

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Bitterer Abend für den FC Bayern: Der deutsche Fußball-Meister hat im Prestigeduell mit Borussia Dortmund eine herbe 0:3 (0:1)-Pleite kassiert.
12.04.2014
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BVB-Jubel nach dem Abpfiff.© Foto: DeFodi
BVB-Jubel nach dem Abpfiff.© Foto: DeFodi
BVB-Jubel nach dem Abpfiff.© Foto: DeFodi
BVB-Jubel nach dem 2:0 durch Marco Reus (M.).© Foto: DeFodi
Sebastian Kehl jubelt mit den BVB-Fans.© Foto: dpa
Roman Weidenfeller jubelt mit den BVB-Fans.© Foto: dpa
Auf der Tribüne: Uli Hoeneß (l.) und Bundestrainer Joachim Löw.© Foto: dpa
Für diesen Griff ins Gesicht von Henrikh Mkhitaryan (l.) kassierte Rafinha die Rote Karte.© Foto: DeFodi
Jonas Hofmann jubelt über seinen Treffer zum 3:0.© Foto: DeFodi
Jürgen Klopp gibt Vollgas an der Seitenlinie.© Foto: DeFodi
Marco Reus (l.) erzielte kurz nach der Pause das 2:0.© Foto: DeFodi
Starker Auftritt in München: Henrikh Mkhitaryan.© Foto: dpa
Pierre-Emerick Aubameyang bereitete den Treffer zum 2:0 vor.© Foto: dpa
Jürgen Klopp bejubelt den Dortmunder Führungstreffer.© Foto: dpa
Henrikh Mkhitaryan (l.) behauptet den Ball gegen Philipp Lahm.© Foto: DeFodi
Philipp Lahm (r.) nimmt den Ball vor dem heranstürmenden Henrikh Mkhitaryan an.© Foto: DeFodi
Mario Götze (r.) scheitert an Roman Weidenfeller.© Foto: DeFodi
Duell zwischen Franck Ribery (r.) und Kevin Großkreutz.© Foto: DeFodi
Freundliche Begrüßung: Jürgen Klopp (r.) und Pep Guardiola.© Foto: DeFodi
Henrikh Mkhitaryan (l.) jubelt mit Marco Reus.© Foto: DeFodi
BVB-Jubel um Torschütze Henrikh Mkhitaryan (l.).© Foto: DeFodi
Jürgen Klopp (r.) spricht mit Jonas Hofmann.© Foto: DeFodi
Luftduell zwischen Rafinha (r.) und Nuri Sahin.© Foto: DeFodi

Eine XXL-Rotation und – möglicherweise – Langeweile im Top-Spiel des 30. Spieltags war im Vorfeld befürchtet worden. Doch sowohl der FC Bayern als auch Borussia Dortmund gingen nur mit kleinen Abstrichen in der Besetzung in das ewig brisante Duell zwischen den beiden Top-Teams der Bundesliga.

Jürgen Klopp hatte erklärt, genau hinschauen zu wollen – offenbar sah er nach dem kräftezehrenden Viertelfinal-Spiel  gegen Madrid viele willige Spieler in den eigenen Reihen. Nur zwei von ihnen verordnete er vor dem anstehenden Halbfinale im DFB-Pokal am kommenden Mittwoch gegen den VfL Wolfsburg eine schöpferische Pause.

Wie geil!!! Herzlichen Glückwunsch Männer. Das war richtig stark!! #bvb

— Marcel Schmelzer (@Schmelle29)

Robert Lewandowski und Lukasz Piszczek fuhren beide mit schon 15 Pflichtspielen in den Beinen seit Beginn der Rückrunde nach München – beide erlebten den Spielbeginn daher auf der Bank, Hofmann und Aubameyang standen in der Startformation . 

Im Vergleich zum Champions-Duell mit Real Madrid änderte Klopp allerdings noch mehrere Positionen. Der am Dienstag gesperrte Kehl rückte ebenso wieder ins Team wie der dort geschonte Nuri Sahin. Und auch Innenverteidiger Sokratis war wieder mit dabei.Taktisch  kehrte Klopp nach dem Systemwechsel gegen Real wieder auf das bewährte 4-2-3-1 zurück, allerdings war der Übergang zum „Tannenbaum“ fließend. Mkhitaryan ließ sich nach Ballverlust auf eine Linie mit Sahin und Kehl fallen. Bei Münchner Vorstößen half auch Hofmann defensiv noch aus. Das brachte dem BVB eine defensive Kompaktheit, an der sich München die Zähne ausbiss.

Weil der BVB sehr hoch verteidigte und durch Reus und Aubameyang, die bisweilen als Doppelspitze fungierten, früh Druck vor allem auf Bayern-Innenverteidiger Dante ausübte, schaffte es Dortmund, die Münchner weitgehend vom BVB-Strafraum fern zu halten.Es war ein intensives Spiel, auch hoch interessant, obwohl die Torszenen fehlten. Dortmund doppelte auf beiden Außenseiten die offensiven Ribery und Robben, das erforderte vor allem auf der rechten BVB-Seite von Hofmann ein enormes Laufpensum. In der Mitte blieben die Bayern Mandzukic und Götze stumpf - und aus der defensiven Grundordnung heraus gelang es Dortmund mit zunehmender Dauer, gefährliche Konter zu fahren, wenn sich Mkhitaryan und Hofmann aus den Halbpositionen mit nach vorne einschalteten.

Bayerns dickste und nahezu einzige Gelegenheit vor dem Tor des BVB resultierte aus einer Ecke von Lahm, die er flach in den Rückraum spielte, wo sich Götze von Reus gelöst hatte - in den Flachschuss des Ex-Dortmunders warf sich Mats Hummels, die Bayern reklamierten Handspiel, doch der umsichtige Referee Felix Zwayer hatte erkannt, dass Hummels der Ball ins Gesicht gesprungen war (19.).

Quasi im Gegenzug ging der BVB nicht unverdient in Führung: Großkreutz‘  Einwurf leitete Aubameyang auf Reus weiter, damit war die Kette der Bayern ausgehebelt. Reus legte quer auf Mkhitaryan, der trocken vollendete - mit Sicherheit eine Genugtuung für den Armenier, der zuletzt so viele Chancen hatte liegen lassen (20.). Die Bayern reagierten wütend, aber wenig planvoll. So dauerte es bis zur 43. Minute, ehe ein Drehschuss von Mandzukic Roman Weidenfeller erstmals auf den Boden zwang. Dortmunds Keeper hielt den Ball mühelos.

Zu Beginn der zweiten 45 Minuten ersetzte Lukas Raeder, 20-jähriger Regionalliga-Torhüter der Bayern-U23, die Nummer eins Manuel Neuer. Raeder hatte kaum die Handschuhe angezogen, da musste er die Kugel auch schon aus dem Netz holen. Der BVB spielte einen tollen Konter über Mkhitaryan, der Aubameyang einsetzte. Dessen Querpass auf Reus war eigentlich einen Tick zu lang, Reus aber spitzelte den Ball unhaltbar an Raeder vorbei – 0:2 (49.). 

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Und als Sokratis einen langen Ball nach vorne spielte und Martinez sich von Reus wie ein A-Jugendlicher abkochen ließ, war der Weg frei für Jonas Hofmann, der aus 14 Metern trocken abschloss (56.). Nachdem 0:3 skandierte Dortmunds Anhang höhnisch: "Und ihr wollt Deutscher Meister sein!"

Münchens Trainer Pep Guardiola hatte dem lust- und inspirationslosen Treiben seiner Elf versteinert zugeschaut, er brachte dann Müller und Kroos, doch das sollte den Gastgebern auch nicht mehr in die Spur helfen. Mit Kontern blieb Dortmund gefährlich, erst in der Schlussphase drängten die Bayern mit Vehemenz aufs Dortmunder Tor.  Nach Solo des schwachen Götze vergab Mandzukic aber auch die beste Chance für die Heimelf (71.). Den Kopfballtreffer des Stürmers zum vermeintlichen 1:3 erkannte Zwayer wegen einer knappen Abseitsposition nicht an. Erstmals seit fast zwei Jahren (0:2 gegen Mainz am 14. April 2012) blieb der FCB daheim in der Liga ohne Tor. Und der BVB geht mit ganz breiter Brust in das Pokal-Halbfinale gegen Wolfsburg am kommenden Dienstag (20.30 Uhr).

TEAMS UND TORE
Bayern München: Neuer (46. Raeder) - Rafinha, Javi Martínez, Dante, Alaba - Lahm, Schweinsteiger - Robben (69. Kroos), Götze, Ribéry (60. Müller) - Mandzukic
Borussia Dortmund: Weidenfeller - Großkreutz, Sokratis, Hummels (70. Friedrich), Durm - Sahin, Kehl, Mchitarjan - Hofmann (62. Lewandowski), Reus, Aubameyang (76. Jojic)
Tore: 0:1 Mkhitaryan (20.), 0:2 Reus (49.), 0:3 Hofmann (56.)
Schiedsrichter: Zwayer (Berlin)
Zuschauer: 71.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Javi Martínez (2), Kroos (5) / Hofmann (1), Mkhitaryan (6)
Rote Karte: Rafinha (90.+1, Tätlichkeit)

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