Bayrische Watsch'n für Borussia

Dritte Liga

DORTMUND Bayrische Watsch'n rissen Borussia Dortmund II gleich zum Auftakt der 3. Liga in Burghausen aus allen Siegträumen und verschafften am Samstag dem gastgebenden Wacker-Team in der Schlussphase der Partie noch einen unverhofften 4:3 (1:0)-Sieg vor 3300 Zuschauern.

von Von Harald Gehring

, 25.07.2009, 18:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einzig Marcus Piossek bot sich nach Vorarbeit von Christopher Kullmann die Chance zum 1:0 für den BVB, aber er scheiterte an Wacker-Torwart Riemann (5.). Als sich David Vrzogic am Sprunggelenk verletzte und mit einer Kapselblessur ausgewechselt werden musste (30.), hatten die Borussen alle Mühe, diesen Schock zu verkraften. Burghausen nutzte den Vorteil, eroberte im Mittelfeld den Ball, schlug einen langen Pass in die Spitze, ohne entscheidend gestört zu werden. Als der eingewechselte Fabian Götze die fällige Flanke nicht zu unterbinden vermochte, packte Holzer erstmals die Säge aus, enteilte Julian Koch und traf zum 1:0 für die Burghauser.

Der Pausenrückstand und eine entsprechende Ansprache durch BVB-Trainer Theo Schneider ließ den BVB endlich aufwachen. "Die Mannschaft zeigte in der zweite Halbzeit die Reaktion, die ich erwartet hatte", sagte Schneider, der jetzt eine laufstarke, sehr aggressiv angreifende Borussia erlebte, die ganz auf Offensive setzte. Das wurde nach einer guten Stunde belohnt. Erst trudelte Tyralas Freistoß zum Ausgleich ins Wacker-Tor, dann vollendete Hille die starke Vorarbeit Kullmanns zum 2:1. Und Tyrala durfte ein weiteres Mal jubeln, als sein zweiter Freistoß direkt verwandelt im Burghauser Tor einschlug. Der BVB wähnte sich bereits am Ziel, alles jubelte, keiner konzentrierte sich, im Mittelfeld wurde nicht attackiert. So nahmen die Dinge ihren Lauf. Holzer war 'mal wieder zur Stelle, nachdem BVB "Sechser" Marcel Großkreutz überlaufen worden war. Nur eine Minute nach dem Dortmunder 3:1 verkürzte er auf 2:3 für Burghausen. "Schlimmer hätte es nicht kommen können, dieses Tor hätte nicht fallen dürfen", sagte der BVB-Coach, der sich über den Leichtsinn seiner Spieler ärgern musste.

Der BVB versuchte jetzt, den Ball zu sichern, das Spiel und die drei Punkte über die Zeit zu bringen. Aber Burghausen war mit einem Schlag hellwach, Wacker witterte die Chance. Und als der eingewechselte Cappek den Ball vorbei an BVB-Keeper Marcel Höttecke zum 3:3 verwandelte, machten die 3300 Zuschauer richtig Dampf. Wacker drängte mit Mann und Maus, erhielt in der Schlussminute nach einer Aktion von Uwe Hünemeier sogar noch einen Freistoß zugesprochen, den Holzer - wer auch sonst - direkt aus 16 Metern zum 4:3 für Burghausen verwandelte.   Der BVB mochte die Fußballwelt nicht mehr begreifen, zumal Hille nach dem 3:3 noch frei vor Burghausens Schlussmann Riemann aufgetaucht war, aber scheiterte. So geht's im Fußball. Jetzt spürt der Aufsteiger BVB schon am 2. Spieltag (Dienstag, 19 Uhr, Rote Erde) den ersten Druck, wenn es in der Heimpremiere gegen Eintracht Braunschweig geht.

Höttecke - Koch, Hünemeier, Sobiech, Vrzogic (30. Götze) - Piossek, Eggert (61. Großkreutz), Boztepe (84. Kandziora) - Tyrala - Kullmann, Hille

: 1:0 Holzer (42.), 1:1 Tyrala (66.), 1:2 Hille (69.), 1:3 Tyrala (74.), 2:3 Holzer (75.), 3:3 Cappek (82.), 4:3 Holzer (90.)

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