Bessere Fitnesswerte: Der BVB-Plan mit Torjäger Paco Alcacer

rnBorussia Dortmund

BVB-Torjäger Paco Alcacer ist mit besseren Fitnesswerten in die Saisonvorbereitung gestartet. Der verletzungsanfällige Spanier soll endlich gesund bleiben. Dann erübrigt sich eine andere Diskussion.

Dortmund

, 26.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Arm in Arm schwelgend mit Marius Wolf, exakt im Fokus beim spontanen Selfie mit einem Dutzend Mannschaftskollegen: Die ersten Bilder aus dem BVB-Kreis legen den Eindruck nahe, dass Paco Alcacer einen guten Start in die Saisonvorbereitung erwischt hat. In den Tests gegen die Seattle Sounders und gegen den FC Liverpool war der Torjäger zur Stelle, auch im internen Spielchen erzielte er beim 2:2 einen Treffer.

Alcacers Anpassungsprozess

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Selbst die hiesige Hitze dürfte einen, der an der Costa Blanca aufgewachsen ist, weniger Beschwerden bereiten. Man muss sich anpassen. Alcacers eigener Anpassungsprozess an Borussia Dortmund soll in diesen Wochen abgeschlossen werden. Dafür gibt es belastbare Anzeichen.

„Paco hat den Sommer genutzt und an seinen Defiziten gearbeitet.“
Sebastian Kehl

Bereits die Werte bei der Leistungsdiagnostik am 3. Juli fielen besser aus, Alcacer hat sich belegbar gesteigert. „Er macht einen sehr guten Eindruck und steht auf einem deutlich höheren Niveau“, sagt BVB-Lizenzspielerchef Sebastian Kehl. „Er hat den Sommer genutzt und an seinen Defiziten gearbeitet, die im Wesentlichen noch aus seiner geringen Spielzeit in Barcelona stammten.“

Denn trotz der numerisch sehr erfolgreichen Premierensaison mit 18 Bundesliga-Toren für den BVB bereitete Alcacer auch viele Sorgen. Das galt für die ersten Wochen, in denen er einen immensen Trainingsrückstand aufholen musste. Und auch für die Folgezeit. Immer wieder musste er angeschlagen passen, häufig wegen muskulärer Probleme. Sieben Ausfallzeiten sind notiert für die Nummer 9 des BVB, acht Spiele verpasste er komplett, unglücklicherweise auch wesentliche Teile der Vorbereitungsphase im Winter. „Das Ziel ist es, ihn in diesem Jahr körperlich stabil zu bekommen, ihn an den Rhythmus zu gewöhnen und ihm zu helfen, dass er verletzungsfrei bleibt“, erklärt Kehl. „Paco ist hoch motiviert und willig, zeigt das auch im Training, und er möchte in seiner zweiten Saison eine Schippe drauflegen.“

Alcacer schleppte seinen Rückstand durch die Saison

Es ist ja umso erstaunlicher, dass Alcacer eigentlich nicht in einer körperlichen Verfassung auflief, die ihm die Rekord-Quoten eines Instinkt-Torjägers erlaubten. Er war nicht fit, er wurde nicht fit. In lediglich vier seiner 26 Bundesliga-Spiele stand er über die gesamte Zeit auf dem Rasen. Seinen Rückstand bei Physis und Fitness schleppte er mit durch die Saison. Erst jetzt in der Pause und der Präparation ergab sich die Chance, den Nachteil wettzumachen.

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So folgt nach Alcacers persönlichem Neuanfang 2018 mit dem Wechsel nach Dortmund auch ein neuer Anlauf mit mehr Schwung für 2019. Jetzt kennt er den BVB, die Bundesliga, die Gegner. Doch die Gegner kennen auch ihn, und eine der spannenden Fragen der ersten Wochen der Spielzeit dürfte lauten, ob die Tormaschine Alcacer gleich wieder in Produktion gehen kann.

Watzke: „Alcacer ist deutlich straffer“

Alternativen zu ihm brauche es nicht dringend, betont Hans-Joachim Watzke. „Paco Alcacer ist dieses Jahr deutlich straffer, weil er die gesamte Vorbereitung mitmachen kann“, erläutert der BVB-Chef angesprochen auf die laufende Suche nach einem weiteren Angreifer. „Paco hat in den Testspielen immer getroffen. Deswegen muss niemand so tun, als ob wir keine Stürmer hätten.“ Außerdem gäbe es auch noch Mario Götze, Thorgan Hazard oder Jacob Bruun Larsen. Reichlich Auswahl.

Bessere Fitnesswerte: Der BVB-Plan mit Torjäger Paco Alcacer

Die personifizeirte BVB-Torgefahr: Paco Alcacer (l.) und Marco Reus. © BVB/Alexandre Simoes

Wunschkandidat für den Job in vorderster Reihe bleibt Alcacer. Warum auch nicht, mit 18 Treffern war er 2018/19 hinter Bayern Münchens Robert Lewandowski zweitbester Schütze der Liga, und das trotz vehementer gesundheitlicher Probleme.

Kehl: „Die Torgefahr hat Alcacer einfach“

Ein Torgarant mit Fragezeichen wegen zu hoher Ausfallwahrscheinlichkeit? An den Fähigkeiten Alcacers gibt es beim BVB definitiv keine Zweifel. „Er hat viele Tore geschossen und den Anspruch, das zu wiederholen“, erklärt Kehl. „Es gibt keine Garantien, aber er ist gewillt und er hat das Näschen, das hat er ja nachgewiesen.“ Eine lange Vorbereitung werde ihm helfen, fit zu werden. „Die Torgefahr“, weiß nicht nur Kehl, „die hat er ja einfach.“

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